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Rietzer Energieerzeuger nach 15 Jahren am Netz

Windpark offiziell eröffnet Rietzer Energieerzeuger nach 15 Jahren am Netz

In Rietz bei Treuenbrietzen ist am Freitagabend der Windpark Rietz mit zehn jeweils knapp 200 Meter hohen Anlagen offiziell eröffnet worden. Von der Planung bis zur Fertigstellung vergingen 15 Jahre. Abgesehen von zwei Anlagen auf dem Feld im Schwarzen Grund stehen alle Energieerzeuger in Wäldern.

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Symbolischer Akt: Der Rietzer Windpark ist nach Jahren endlich seiner Bestimmung zugeführt worden.

Quelle: foto: Thomas wachs

Rietz. Rund um den Schwarzen Grund ragen jetzt zehn weiße Stromerzeuger hoch in den Himmel. Die fast 200 Meter großen Anlagen des nach knapp zwei Jahren Bauzeit nun kompletten Windparkes sind am Freitagnachmittag mit einem Bürgerfest eingeweiht worden.

Die Planung für den schließlich in zwei Abschnitten realisierten Windpark begann indes bereits vor gut 15 Jahren. Für die Enertrag AG mit Hauptsitz in Dauerthal in der Uckermark waren die Rietzer Windmühlen die ersten, die auch in Waldgebieten errichtet wurden. Acht der Anlagen ragen hoch über Baumwipfel hinaus. Mit ihrer Nabenhöhe von jeweils 139 Metern und einer Rotorblattlänge von 60 Metern ergibt sich eine Gesamthöhe von 199 Metern.

Die im ersten Bauabschnitt seit August 2014 errichteten sechs Windräder haben jeweils eine Maximalleistung von 2,5 Megawatt. Ihre vier ab März 2016 gebauten Nachfolger bringen es bereits auf 2,75 Megawatt Leistung. „Mit dem Ertrag des Rietzer Windparks lassen sich rechnerisch circa 30 000 Haushalte mit Strom versorgen“, sagt der leitende Enertrag-Projektentwickler Johannes Kauffmann der MAZ. Pro Anlage wird an dem Standort ein Jahresertrag von bis zu acht Millionen Kilowattstunden Strom erwartet.

In das Netz des Energiekonzerns Edis eingespeist wird der Rietzer Windstrom über ein eigens dafür gebautes Umspannwerk. Es arbeitet direkt neben dem für den Windpark Haseloff in Dorfnähe.

Der Bau des Windparkes steht im Einklang mit den im Regionalplan der Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming sowie im Teilflächennutzungsplan „Windkraft“ der Stadt Treuenbrietzen als Vorranggebiete ausgewiesenen Areale. Der Windpark im Schwarzen Grund war vor Jahren nach Umfragen im Dorf von Ortsvertretern befürwortet worden. Dennoch gebe es je nach Betroffenheit heute Zustimmung und Ablehnung im Dorf. „Von Anlagen frei gehalten werden sollen auf Wunsch des Ortes hingegen Flächen bei Neu Rietz in Richtung Haseloff. „Da bleiben wir stur“, sagte Ortsvorsteher Berthold Birka der MAZ. „Bisher hielt der Investor immer Wort“, so der Rietzer Ortschef.

Unterdessen ist eine Ausweitung des Windparks in der Gemeinde Mühlenfließ im Gespräch. In Kooperation mit der Firma Enercon hat Enertrag dort den Genehmigungsantrag für zunächst neun weitere Anlagen gestellt, bestätigt Johannes Kauffmann.

Von den Erträgen des Rietzer Windfeldes sollen indes nicht nur die Investoren sowie Flächeneigentümer profitieren. Vielmehr bekräftigte das Unternehmen Enertrag auch am Freitagabend seine Bereitschaft für sein Engagement in der Region. An den Rietzer Ortsvorsteher Berthold Birka sind beim Fest vier Schutzhütten für Wanderer und Radfahrer übergeben worden. Auch die gesamte Festausrüstung mit Bänken und Zelten geht an den neu gegründeten Verein „Dorfgemeinschaft Rietz“ über, dem Berthold Birka vorsteht.

Zudem bekräftigte Johannes Kauffmann das Angebot seiner Firma, wonach auch Rietzer Bürger einen deutlichen „Windkraftbonus“ von 50 Prozent auf ihre Stromrechnung erhalten können. Dazu müssten sie Lieferverträge für Ökostrom mit einem Partner der Firma Enertrag schließen. Auch wenn der zunächst auch involvierte Partner „Naturstrom“, der bereits circa 30 Verträge in Rietz hatte, nun aus dem Projekt ausstieg, halte sich Enertrag an diese Verträge für die Kunden, stellte Kauffmann klar.

Treuenbrietzens Bürgermeister Michael Knape (parteilos) bezeichnet dieses Modell der Wertschöpfung vor Ort als wichtigen Baustein, um bei Bürgern die Akzeptanz „für die nötigen Schritte zur Energiewende“ zu erhöhen. „Wir können nur mit sauberer Energie leben, wenn wir sie auch produzieren.“

Von Thomas Wachs

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