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Röben GmbH gibt Hintermauerziegelwerk ab

Reetz Röben GmbH gibt Hintermauerziegelwerk ab

Röben gibt nach mehr als 20 Jahren sein Hintermauerziegelwerk in Reetz (Potsdam-Mittelmark) ab. Die Wienerberger-GmbH übernimmt die Produktion, lobt den innovativen Standort und sieht gute Perspektiven: Nicht nur die 45 direkt Beschäftigten sind indes gespannt, wie sich Tagebau und Werk entwickeln.

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Nach mehr als 20 Jahren gibt Röben sein Ziegelwerk zwischen Reetz und Reetzerhütten ab.

Quelle: Dirk Fröhlich

Reetz. Die Röben-Klinkerwerke-GmbH trennt sich von ihrem Hintermauerziegelwerk im Hohen Fläming. Von Freitag an gehört der Standort Reetz/Reetzerhütten dann zur Wienerberger-GmbH. Dies ist der Belegschaft vom bisherigen Arbeitgeber kurzfristig angekündigt worden.

„Für uns ist die Erhöhung unserer Produktionskapazitäten für höherwertige Mineralwolle verfüllte Hintermauerziegel ein wichtiger Schritt, um den Markt optimal bedienen zu können“, sagt Lorenz Bieringer. Nicht zuletzt freue sich der neue Eigentümer „ein Werk übernehmen zu können, das besonders in seiner Innovationskraft sehr gut zur Unternehmenskultur von Wienerberger passt“, so der Sprecher der Geschäftsführung zu der Übernahme. Über den Preis haben die Konzerne das übliche Stillschweigen vereinbart. „Reetz verfügt über ein motiviertes Team – gemeinsam werden wir das Geschäft weiter erfolgreich vorantreiben.“

Die von Erhard Tauer geleitete Produktionsstätte besteht seit Mitte der 90er-Jahre an einem traditionellen Ziegeleistandort. Mit etwa 45 Mitarbeitern werden Hintermauerziegelprodukte in einer Gesamtkapazität von etwa 190 Millionen NF (Normalformat – Standard für Ziegeleinheiten) hergestellt. Das Sortiment, das sich durch eine hohe Produktqualität auszeichne, besteht aus hochwertigen Mineralwolle verfüllten, aber auch unverfüllten Plan- sowie Blockziegeln, lautet die Einschätzung. Absatzmärkte des Werkes sind vor allem die Regionen im Osten Deutschlands sowie im Westen von Polen. Den Betrieb zeichne nicht zuletzt eine leistungsfähige Photovoltaikanlage zur Eigenstromversorgung aus.

Bundesweit 1450 Mitarbeiter

Die Wienerberger GmbH, Tochterunternehmen der Wienerberger AG in Wien, ist seit 30 Jahren am deutschen Markt tätig. Bundesweit betreibt sie 18 Werke. Dazu gehören nun zehn Hintermauerziegelwerke, drei Vormauerziegel- und Pflasterklinkerwerke, vier Dachziegelwerke sowie ein Werk für keramische Fassadenplatten.

Die in diesen Werken hergestellten Produkte werden unter den Marken Poroton (Wandlösungen), Koramic (Dachlösungen), Terca und Argeton (Fassadenlösungen), Penter (Pflasterklinker) sowie Kamtec (Schornsteinsysteme) vertrieben. Das Baustoff-Unternehmen hat in Deutschland rund 1450 Mitarbeiter.

Aktuell produziert Wienerberger deutschlandweit schon an insgesamt neun Standorten sein umfangreiches Hintermauerziegelsortiment; in zwei Werken davon werden Verfüllprodukte hergestellt. „Durch die Übernahme erfolgt nicht nur eine stärkere Gewichtung auf höherwertige Produkte. Das Unternehmen wird den Neuerwerb nutzen, um eine bessere Marktpräsenz des Baustoffs Ziegel zu erreichen“, heißt es in einer Mitteilung. Auch geht man für die Zukunft von wertvollen Synergien in Sachen Know-how, Produktion und Vertrieb aus, die den Kunden zugute kommen würden.

MAZ-Nachfragen, warum sich Röben nach mehr als 20 Jahren von der Produktionsstätte zurückziehen will, blieben indes von der Zentrale im niedersächsischen Zetel unbeantwortet. Dem Vernehmen nach setzt es auf andere Märkte und Segmente.

Immerhin ist der Absatz in den vergangenen Tagen offenbar nochmals angekurbelt worden, wie die Schlange von Lastzügen auf der B 246 erahnen lässt. Neben den Beschäftigten, die direkt betroffen sind, interessieren sich mindestens die Anwohner der beiden Nachbardörfer, wie sich das Unternehmen entwickeln wird. Gerade läuft das Planfeststellungsverfahren zur Erweiterung des Tontagebaus, dessen Bestätigung dann für weitere zwei Jahrzehnte Betriebssicherheit geben soll.

„Noch haben wir lediglich aus dem Buschfunk vom bevorstehenden Verkauf erfahren“, sagt Marion Gante (FDP). Die Ortsvorsteherin von Reetz geht davon aus, dass sich die neuen Partner bald vorstellen werden.

Von René Gaffron

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