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Potsdam-Mittelmark Rohe Gewalt gegen ein Heilstätten-Projekt
Lokales Potsdam-Mittelmark Rohe Gewalt gegen ein Heilstätten-Projekt
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16:53 12.04.2015
Das Portal der früheren Chirurgie. Quelle: Thomas Kaser
Beelitz-Heilstätten

Mit Vandalismus in einer neuen Dimension hat der Investor des geplanten Baumwipfelpfades in Beelitz-Heilstätten zu kämpfen. Das Areal im Quadranten A, auf dem der Pfad entstehen soll, ist innerhalb von sechs Wochen vier Mal zum Angriffsziel von offenbar gut organisierten Randalierern geworden. Frisch aufgestellte Zäune wurden herausgerissen oder umgebogen, berichtet Georg Hoffmann, Geschäftsführer der HPG Projektentwicklungs GmbH, die auf dem Gelände den „Heilstätten-Park“ mit Baumwipfelpfad entwickeln will.

Bedrückender Höhepunkt war die Zerstörung des Portals an der früheren Chirurgie. Die Täter hatten einen Bagger, der auf dem Gelände stand, in Gang gesetzt und damit das historische Portal abgerissen. Auch Betonplatten, die zur Sicherung des Sandstein-Baus platziert wurden, konnten die Zerstörer nicht aufhalten. Den Bagger fuhren sie danach in den Wald und beschädigten ihn schwer, so Hoffmann. „Das war rohe Gewalt.“ Die Kripo ermittelt. Den Sachschaden beziffert er auf über 100  000 Euro.

Baumwipfelpfad soll im August mit Feier eröffnet werden

Die Beelitzer Stadtverordneten hatten am 8. Dezember 2014 den Bebauungsplan verabschiedet und damit den Weg für einen „Heilstätten-Park“ mit Baumwipfelpfad geebnet.

Es steht nur noch die Baugenehmigung vom Kreis aus. „Wir rechnen in den nächsten vier Wochen damit“, sagte Georg Hoffmann, Geschäftsführer der HPG Projektentwicklungs GmbH.

Trotz des Vandalismus halten die Investoren daran fest, einen 300 Meter langen Baumkronenpfad am 24. Juli zu eröffnen. Eine Eröffnungsfeier soll am 22. August stattfinden.

Der Pfad sei schon in Teilen vorgefertigt worden, die vor Ort nur montiert werden müssten. „Es sind Aufträge im Wert von vier Millionen Euro bereits vergeben“, so Hoffmann. Später soll der Pfad, der altehrwürdige Heilstätten-Gebäude mit integriert, noch um bis zu 700 Meter verlängert werden.

Die Zerstörungswut nahm ihren Lauf, „als wir damit begonnen haben, das Gelände einzuzäunen“. Die Zäune hätten nicht länger als einen Tag gestanden. „Die müssen das beobachtet und die Angriffe generalstabsmäßig geplant haben.“ Offenbar betrachten die Angreifer das vormals okkupierte Gelände als ihr „Spielfeld“, das sie verteidigen wollen. Hoffmann glaubt: „Man will uns zeigen: Ihr fangt hier nicht mit eurem Projekt an.“ Die Investoren des Baumwipfelpfads, seit Anfang 2015 Eigentümer des Areals, sind indes fest entschlossen, das Vorhaben, das in Beelitz uneingeschränkte Unterstützung erfährt, durchzukämpfen. Hoffmann dementiert, dass ein Rückzug geprüft werde. „Wir lassen uns das von denen nicht kaputt machen. Der Baumkronenpfad kommt zu 100 Prozent“, so der Geschäftsführer, der hinzufügt: „Wir wollen keinen Krieg. Wir wollen unsere Arbeit in Ruhe machen.“ Er sieht die Sicherheitsbehörden in der Pflicht. „Wir haben einen Anspruch darauf, vom Staat vor solchen Angriffen geschützt zu werden.“ Der Wachschutz stehe auf verlorenen Posten und das Gewaltmonopol liege beim Staat. Laut Hoffmann gebe es inzwischen Rückenwind aus der Politik. Anfang der Woche sei eine Beratung mit Vertretern der Sicherheitsbehörden geplant, um Strategien gegen den Vandalismus zu entwickeln. Vier mutmaßliche Angreifer wurden jüngst erwischt. Gegen drei Männer und eine Frau aus Wittenberg, 20 bis 36 Jahre alt, wurde Anzeige wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch erstattet. Hoffmann wendet sich derweil mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit. Er wirbt darin um Unterstützung im Kampf gegen Vandalismus in der Bevölkerung. Es gehe um den Erhalt eines herausragenden Denkmals und darum, dem Areal eine gute Zukunft zu geben. „Heilstätten ist kein Horror-Ort. Es war immer ein Ort der Heilung.“

Von Jens Steglich

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