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Rosenstöcke erinnern nun an Nazi-Opfer

Gedenkfeier in Bad Belzig Rosenstöcke erinnern nun an Nazi-Opfer

Vertreterinnen der „Amicale de Ravensbrück“ aus Frankreich haben die „Rosen der Auferstehung“ an der Mahn- und Gedenkstätte sowie auf dem Gertraudenfriedhof in Bad Belzig geweiht. Außerdem brachten sie noch ein besonderes Geschenk für Inge Richter, Leiterin des Förderkreises Röderhof, mit in den Fläming.

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Schüler des Fläming-Gymnasiums und Schüler des Gymnasiums in Limoges (Frankreich) trugen Gedichte zum Gedenken vor.

Quelle: Josephine Mühln

Bad Belzig. Vertreterinnen der „Amicale de Ravensbrück“ – einer Vereinigung zum Gedenken an die Opfer des Konzentrationslagers Ravensbrück – sowie Schüler eines Gymnasiums aus dem französischen Limoges waren zu Gast in Bad Belzig. Sie haben am Montagnachmittag die Rosen geweiht, die Ende 2014 im Rahmen der Aktion „1 000 Rosen für Ravensbrück“ an der Mahn- und Gedenkstätte im Grünen Grund sowie auf dem Gertraudenfriedhof gepflanzt worden waren.

Er freue sich, dass auch nach so vielen Jahren das Andenken an die Opfer des Nationalsozialismus aufrecht erhalten werde, sagte der stellvertretende Bürgermeister Christoph Grund zu Beginn seiner Ansprache. Anschließend wandte sich Marie France Cabeza-Marnet an die Anwesenden.

„Verrückt, fantastisch und vor allem sehr weiblich“

„Vor mehr als 60 Jahren haben sich die Tore des Konzentrationslagers Ravensbrück und seiner Außenlager geöffnet, hinter denen so viel Leid geschehen ist“, begann die Präsidentin der „Amicale de Ravensbrück“. „Die Überlebenden haben niemals gezögert, immer wieder an ihre Freunde zu erinnern, die in den Lagern ihr Leben lassen mussten.“

Inge Richter (m) mit der Gedenkfafel, die sie von Marie France Cabeza-Marnet (r) überreicht bekam

Inge Richter (m.) mit der Gedenkfafel, die sie von Marie France Cabeza-Marnet (r.) überreicht bekam. Links Übersetzerin Ines Wuschek

Quelle: Josephine Mühln

Das Projekt der 1 000 Rosen sei anfangs „verrückt, fantastisch und vor allem sehr weiblich“ gewesen, sagte Cabeza-Marnet. Drei Jahre habe es gedauert, ehe das Vorhaben überhaupt Form angenommen habe. Doch schließlich seien die Rosen als Symbol der Wiederauferstehung gepflanzt worden – allein 160 vor der „Mauer der Nationen“ in Ravensbrück.

Rose als Versprechen für den Frieden auf Erden

„Das Motto der Rose ist Treue, Freiheit, Frieden, Solidarität und Wachsamkeit“, erklärte Cabeza-Marnet. „Diese Werte müssen wir weitertragen.“ Die Rose sei ein Versprechen, dass der Frieden auf Erden erhalten bleiben solle.

Gruppenfoto mit allen Anwesenden vor dem Bad Belziger Rathaus

Gruppenfoto mit allen Anwesenden vor dem Bad Belziger Rathaus.

Quelle: Josephine Mühln

Übersetzt wurden die Worte der Redner von Ines Wuschek. Die Berlinerin betreut die „Amicale de Ravensbrück“ seit über 20 Jahren. Sie war es auch, die sich mit dem Wunsch der Französinnen an Christoph Grund gewandt hat, die „Rose der Wiederauferstehung“ in den Außenlagerstandorten des Konzentrationslagers Ravensbrück zu pflanzen.

„Die Toten mahnen uns, stets wachsam zu sein“

„Viele Frauen haben das Martyrium nicht überlebt, die Überlebenden leiden unter den Folgen – unentwegt“, hieß es in einem Gedicht, dass anlässlich der Gedenkfeier von Schülern des Fläming-Gymnasiums vorgetragen wurde. Und weiter: „Die Toten mahnen uns, stets wachsam zu sein.“

Französische Schüler trugen die Zeilen dann zusätzlich in ihrer Muttersprache vor. Sie hatten die Reise nach Deutschland gewonnen und wurden damit für eine besonders gute Studienarbeit über das Dritte Reich ausgezeichnet.

50 Rosen für Bad Belzig

Auf Initiative der „Amicale de Ravensbrück“ wurden die Rosen der Sorte „Résurrection“ – zu Deutsch: Auferstehung – im Jahr 1973 vom Rosenzüchter Michel Kriloff „zu Ehren der deportierten Frauen und der gesamten Deportation“ gezüchtet.

Mithilfe einer Spendensammlung konnten anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Ravensbrück 1 000 Rosen in der Gedenkstätte Ravensbrück sowie in sechs Außenlagerstandorten gepflanzt werden.

In Bad Belzig wurden zehn Rosen an der Mahn- und Gedenkstätte im Grünen Grund, sowie 40 Rosen auf dem Gertraudenfriedhof gepflanzt.

Das „Netz der Rosen“ soll Sinnbild sein, dass über die Blumen ein Netzwerk der Versöhnung und Anerkennung entsteht.

Außer in Bad Belzig und Ravensbrück wurden Rosen in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern), Schlieben, Velten, Ludwigsfelde und Gardelegen (Sachsen-Anhalt) gepflanzt.

Auch die Rosen auf dem Gertraudenfriedhof wurden von den „Amicale de Ravensbrück“ geweiht und mit bor­deaux­roten Bändern versehen, auf denen in goldener Schrift „Résurrection: Amicale de Ravensbrück“ geschrieben steht. Außerdem übergab Präsidentin Cabeza-Marnet an die Leiterin des Förderkreises Röderhof, Inge Richter, eine kleine Tafel. Diese symbolisiert, dass Bad Belzig zum „Netz der Rosen“ gehört.

Von Josephine Mühln

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