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Rote Karte für die Einbrecher

Teltow will mehr für die Sicherheit tun Rote Karte für die Einbrecher

Am kommenden Samstag, dem 24. Juni, findet auf dem Teltower Marktplatz ein Sicherheitstag mit 50 Ausstellern statt. Hintergrund ist die steigende Zahl von Einbrüchen insbesondere in den Neubaugebieten der boomenden Stadt. Die Polizei will verstärkt Präsenz zeigen, appelliert aber auch an die Verantwortung der Bürger.

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Jan Ehlers markiert den Motor des Rettungsbootes der Teltower Feuerwehr mit künstlicher DNA.

Quelle: Laude

Teltow. Acht Prozent weniger Straftaten als im Jahr 2015 – das ist die erfreuliche Zahl aus der Polizeistatistik 2016 für Teltow. Die unerfreuliche ist: Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Häuser ist um 69 Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen heißt das, 2015 wurden 81 Einbrüche verzeichnet, 2016 waren es 137.

Die Region im Berliner Speckgürtel sei „besonders attraktiv“ für Diebe und Einbrecher, sagt Ingolf Niesler, stellvertretender Inspektionsleiter der Polizeidirektion Potsdam. Meist machen den Betroffenen die Verletzung der Privatsphäre, das verloren gegangene Sicherheitsgefühl und auch schwerwiegende psychische Folgen, die nach dem Einbruch auftreten können, mehr zu schaffen als der rein materielle Schaden.

„Ein Einbruch in den eigenen vier Wänden, das ist für viele Menschen, egal ob jung oder alt, ein großer Schock“, so Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD).

Vor diesen Hintergründen veranstaltet die Stadt Teltow in Kooperation mit der Polizei und dem Landespräventionsrat am kommenden Samstag, dem 24. Juni, auf dem Marktplatz einen Sicherheitstag, Motto: „Sei dir sicher!“. Konzipiert ist die Veranstaltung als Messe. Von 11 bis 17 Uhr werden den Besuchern sicherheitsrelevante Informationen und viele praktische Tipps gegeben. Beteiligt sind etwa 50 Aussteller, die zum Beispiel neueste mechanische Sicherheitstechnik zeigen. Von Seiten der Polizei sind nicht nur Brandenburger Beamte dabei, sondern auch Berliner. Sie werden vor allem zum Thema Trickdiebstahl informieren. Geplant ist außerdem ein informatives Vortrags- und Bühnenprogramm. Für Kinder wird ein Fahrradparcours aufgebaut, es gibt themenbezogenes Puppentheater und die Möglichkeit, Detektivarbeit zu leisten. Weitere Highlights sind unter anderem die Untersuchung eines fingierten Tatortes durch Fährtenspürhunde und die Möglichkeit der kostenlosen Fahrradcodierung.

Polizeioberrat Ingolf Niesler

Polizeioberrat Ingolf Niesler: „Die Polizei tut eine Menge gegen Diebstahl und Einbrüche. Wir wollen auf dem Sicherheitstag informieren, was die Bürger selbst tun können.“

Quelle: Stephan Laude

Wie die Fahrradcodierung ist auch die Markierung mit einer künstlichen DNA eine Maßnahme, durch die die Chancen steigen, gestohlene Wertgegenstände zurück zu bekommen. Die Markierungsflüssigkeit ist quasi eine Eigentumsmarke und kaum zu entfernen. Mit speziellen UV-Taschenlampen kann die Polizei die Markierung nachweisen. In der Markierung befinden sich Kunststoffplättchen, sogenannte Microdots. Sie enthalten eine Codierung, mit deren Hilfe die Polizei den registrierten und damit rechtmäßigen Eigentümer über die Abfrage in der Datenbank ermitteln kann. Jochen Knuth, einer der Vertriebspartner des Produkts, berichtet von einem Autoradio-Diebstahl im Landkreis Märkisch-Oderland. Noch bevor der Besitzer den Schaden bemerkt hatte, erhielt er einen Anruf von der Polizei. Sie hatte das Radio bei Einbrechern gefunden. Zu den Nutzern des Verfahrens gehört jetzt auch die Teltower Feuerwehr. Selbst die ist schon beklaut worden. Zur Abschreckung von Dieben kann mit einem Aufkleber auf die Markierung hingewiesen werden. Die künstliche DNA wird in etwa 30 Ländern eingesetzt. Vorreiter war Knuth zufolge übrigens Polen. Dort hatte die katholische Kirche Druck gemacht, nachdem in vielen ihrer Gotteshäuser Kunstschätze entwendet wurden.

Jochen Knuth markiert die Sägen der Teltower Feuerwehr

Jochen Knuth markiert die Sägen der Teltower Feuerwehr. Rechts deren Chef, Jan Ehlers.

Quelle: Stephan Laude

Ausdrückliches Lob erhält Teltow für die Initiative zum Sicherheitstag vom Präventionsbeauftragten des Landes Brandenburg, Kay Kasüschke. Der Experte macht es sich aber nicht so leicht, den Rückgang von Diebstahl und Einbrüchen – da wo es ihn gibt – einfach als erfreuliches Ergebnis von Präventionsarbeit darzustellen. „Es gibt ja noch andere Einflussfaktoren“, so Kasüschke. Wissenschaftlich bestätigt sei aber: Viele Präventionsmaßnahmen in einer Kommune würden zur Verdrängung von Tätern führen und die gute Sicherung einzelner Objekte schrecke ab. Denn lange Versuche, in ein Haus einzubrechen, sind nicht üblich. Die Täter haben es in aller Regel eilig. Zu dem Risiko, an den Schlössern zu scheitern, kommt noch die Möglichkeit, von Nachbarn wahrgenommen zu werden. Auf die Bedeutung aufmerksamer Nachbarn weist auch die Polizei immer wieder hin. Da, wo Menschen seit Jahren und Jahrzehnten zusammenleben, ist die Aufmerksamkeit im allgemeinen selbstverständlich. „Aber viele Neuzugezogene müssen erst mal ein nachbarschaftliches Verhältnis aufbauen“, sagt Ingolf Niesler.

Von Stephan Laude

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