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Rottstocker Wasser wird zu Wodka

Forellenhof kooperiert mit Österreicher Rottstocker Wasser wird zu Wodka

Erst kam der Kaviar von eigenen Stören. Jetzt darf auf dem Rottstocker Forellenhof zum edlen Fischrogen mit einem neuen regionalen Produkt angestoßen werden. Ein Wodka mit dem Namen Red Spring. Die Spirituose wird in Niederösterreich gebrannt. Doch das Wasser hat eine lange Reise hinter sich.

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Susanne Engels vom Forellenhof Rottstock mit einer Flasche Red Spring.

Quelle: Rüdiger Böhme

Rottstock. Es gab eine Zeit, da wusste man in der Buckauer Kirche nicht wohin mit den vielen Krücken, die Lahme nach ihrer wundersamen Heilung am Gesundbrunnen zurückgelassen hatten. Ein paar Becher vom kühlen Quellwasser galten im 17. Jahrhundert als beste Medizin. „Der Geschmack des Wassers selbst ist lebhaft zusammenziehend“, wird noch 1831 in den „Beiträgen zur mineralogischen und geologischen Kenntnis der Mark Brandenburg“ berichtet.

Fein gemahlener Weizen als Grundlage

Josef Farthofer baut auf eigenen Feldern rund um Biberbach im Mostviertel, 150 Kilometer westlich von Wien, den Bio-Winterbrauweizen der Sorte „Hermann“ an.

Dieser wir für Red Spring Wodka fein gemahlen, die Stärke in Zucker umgewandelt und anschließend vier Tage lang schonend vergoren. Josef Farthofer destilliert seinen Winterbrauweizen bis zu 30 Mal in der Kupferdestille, was zu den Spitzenwerten in der Branche zählt.

Das frische Destillat darf anschließend ein halbes Jahr lang im Edelstahltank ruhen, bevor es mit dem Rottstocker Wasser auf 40 Prozent Alkohol Trinkstärke herabgesetzt und in Flaschen abgefüllt wird.

Sterne-Koch Marco Müller vom Rutz Restaurant in Berlin testete die ersten beiden Flaschen Red Spring in seinem Restaurant und schwärmt: „Zu uns passt der Wodka. Vor allem weil wir die Rottstocker Forellen aus der selben Quelle nehmen.“

Susanne und Matthias Engels haben die Rottstocker Fischzucht 2013 von Vorgänger Andreas Franke übernommen.

Genau 187 Jahre später bekommt die Beschreibung der Altvorderen eine neue Bedeutung. Und zwar in Verbindung mit 40 Prozent Alkohol. Dieser steckt in einem neuen regionalen Produkt, das ohne Quellwasser aus Rottstock nicht denkbar wäre. Dass der Gesundbrunnenbach die Lebensgrundlage für die Forellenteiche an der B 107 ist, wissen Hobby-Angler aus ganz Deutschland schon lange. Neuerdings kann das wertvolle Wasser auch getrunken werden. Nicht mehr becherweise, weil es in hochprozentiger Form der Gesundheit eher abträglich wäre.

Vor einem Jahr brachte Familie Engels ihren eigenen Kaviar auf den Markt

Vor einem Jahr brachte Familie Engels ihren eigenen Kaviar auf den Markt.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Aber zu besonderen Anlässen darf eine Flasche Red Spring auf den Tisch kommen. So heißt der feine Wodka, dessen Destillat nach einem halben Jahr Ruhezeit im Edelstahltank mit dem Wasser des Gesundbrunnenbachs auf Trinkstärke herabgesetzt wird. Die Erfinder der Marke sind Susanne und Matthias Engels, die umtriebigen Besitzer des Rottstocker Forellenhofs „25 Teiche“. 2016 traute sich der kleine Familienbetrieb mit seinem ersten Kaviar in die gehobene Gastronomie. Der Rogen stammt von Sibirischen Stören, die im Quellwasser des Gesundbrunnenbachs aufwachsen. Zusammen mit dem britischen Partnerunternehmen „Attilus“, das im anhaltinischen Jessen eine Fischfarm betreibt, hat sich Kaviar als die Rose im Knopfloch des Forellenhofs etabliert. Doch für Genießer kommt vor dem Kaviar etwas anderes – nämlich Wodka.

„Mit Red Spring haben wir eine kulinarische Ergänzung geschaffen, die uns viel Aufmerksamkeit bringt“, ist Susanne Engels überzeugt. Beim Namen ließen sich die Red-Spring-Erfinder von der mineralreichen und eisenhaltigen Quelle inspirieren, die am 23. Mai 1659 nach einem gewitterbedingten Erdeinbruch zu Tage trat.

Die Quelle des Erfolges

Die Quelle des Erfolges: Der Gesundbrunnenbach speist die Fischteiche bei Rottstock.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Die Geschichte des Gesundbrunnenbachs ist so spannend, wie die Herstellung des jungen Wodkas, der angetreten ist, die Top-Bars Berlins zu erobern. Es war ein glücklicher Zufall , dass die Engels beim Genuss-Festival „eat! berlin“ auf ein anderes engagiertes Unternehmerpaar trafen: Doris und Josef Farthofer aus Österreich. Diese gehören mit 50 Spirituosen und Likören zu den größten Bio-Spirituosen-Anbietern Europas. Das Getreide und ein Großteil des Obstes stammt aus eigenem Anbau in Biberbach, 150 Kilometer westlich von Wien.

Bei einem Besuch von Ehepaar Farthofer in Rottstock wurde eine Kooperation geboren. Mit Wasser aus dem Gesundbrunnenbach produzieren die niederösterreichischen Brenner seit wenigen Wochen kleine Mengen vom Bio-Wodka Red Spring. Seit der Markteinführung gibt es die hochpreisige Spirituose in 0,7-Liter-Flachen am Stand der Rottstocker Fischzüchter in der Berliner Markthalle Neun und im Potsdamer Delikatessengeschäft „Essclusiv“ in der Gutenbergstraße. Wer näher am ehemaligen „Wunderbrunnen“ sein will, kann mit dem neuen regionale Produkt auch im Bistro des Forellenhofs zu Kaviar oder Fischboulette anstoßen.

Von Frank Bürstenbinder

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