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Potsdam-Mittelmark Roulade regional von Uschi und Frieda
Lokales Potsdam-Mittelmark Roulade regional von Uschi und Frieda
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19:09 29.11.2016
Bestes Futter von Wiesen aus dem Havelland für Uschi, Frieda und Co. sind für Landwirt Marco Hintze Teil seiner Betriebsphilosophie. Quelle: Greiner
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Werder

„Den Mädels schmeckt´s heute wieder“, freut sich der Krielower Landwirt Marco Hintze und legt noch eine große Portion Heu mit der Forke oben drauf. Uschi und Frieda, wie er die 85 Kühe abwechselnd liebevoll nennt, kann der Nachtisch nur recht sein. Im anderen Stall wollen 150 Jungrinder versorgt werden, bis sie groß und stark sind und nach gut zwei Jahren portioniert auf der Bestellliste stehen. „Seit August vermarkten wir unser Rindfleisch selbst, garantieren, dass die Tiere nur von uns selbst angebautes Futter bekommen, kaufen auch kein Soja dazu, weil uns keiner garantieren kann, dass es genfrei ist“, sagt Hintze.

Projektmanager für die Betreuung der Kunden

Für die Vermarktung stellte der Bauer extra einen Projektmanager ein als Ansprechpartner und Betreuer für Kunden – ob nun Familien, Hotels und Gaststätten. Sechs Rinder hat der Betrieb mit drei Angestellten und einem Lehrling bereits geschlachtet, zerlegt und verpackt von der Partnerfleischerei in Görzke. Künftig sollen es 50 Tiere im Jahr sein.

Fünf Kälber vermutlich durch den Wolf verloren

Hintze macht keinen Hehl daraus, dass er sich für eine Lockerung des Jagdverbots für Wölfe einsetzt, damit sie geschossen werden können, wo sie Schaden anrichten. „Bereits 2012 habe ich vermutlich durch Wölfe fünf Kälber verloren, das sitzt bis heute tief“, sagt Hintze. Nach dem Drama hat er sich drei Esel angeschafft. „Aber die abschließende Lösung zum Schutz der Kälber vor Wolfsattacken sind sie natürlich nicht“, betont Hintze.

Milchproduktion schon 2004 eingestellt

Die für das Familienunternehmen nicht rentable Milchproduktion hat der 44-jährige Meister 2004 abgehakt. Dennoch bereut Hintze die Betriebsgründung 1995 nicht. Vater Manfred Hintze hatte dafür bereits gleich nach der Wende den Grundstein gelegt, sich aber 2002 zur Ruhe gesetzt. „Die Lehre beim Vater war für mich aber keine Pflichtaufgabe. Und vom Studentenaustausch vor 23 Jahren über ein Jahr in Amerika zehre ich auch noch bis heute. Dort habe ich auch in einem Ackerbaubetrieb gearbeitet. Der Blick über den Tellerrand hat mir viel gegeben.“ Noch heute pflegt der Landwirt den Kontakt zu seiner Ziehfamilie auf Zeit und wird sie im nächsten Jahr wieder besuchen. Der Hut mit der breiten Krempe muss natürlich mit.

Wenn der Landwirt nicht auf der Weide oder im Stall unterwegs ist, engagiert sich der Familienvater als Gemeindevertreter in Groß Kreutz und im Brandenburger Bauernbund. Und genau dort will er sich künftig noch mehr dafür einsetzen, dass ein beschränktes Jagdrecht für Wölfe keine Zukunftsmusik bleibt.

Von Regine Greiner

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