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Verein muss gegen Bürokratie anrudern

Stahnsdorfer Freizeitsportler kämpfen um ihren Drachenboot-Cup Verein muss gegen Bürokratie anrudern

Der Ruderclub Kleinmachnow-Stahnsdorf-Teltow kämpft um die Durchführung des traditionellen Drachenboot-Rudercups auf dem Teltowkanal an der Kleinmachnower Schleuse. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Berlin will die Spaßregatta in diesem Jahr nicht genehmigen, weil sie die Veranstaltung nicht wie offensichtlich vorgeschrieben beaufsichtigen kann.

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Die Vereinsvorsitzenden Stefan Biastock (l.) und Martin Beilfuß kämpfen darum, den 12. Drachenboot-Rudercup am 23. April doch noch veranstalten zu können..

Quelle: H. Helwig

Stahnsdorf. An seinem traditionellen Tag der offenen Tür will der Ruderclub Kleinmachnow-Stahnsdorf-Teltow (RCKST) am 23. April wieder den Drachenboot-Rudercup veranstalten, der schon seit elf Jahren auf dem Teltowkanal vor der Machnower Schleuse stattfindet. An dieser Spaßregatta können Familien, Firmen und Vereine, die noch nie in einem Boot gesessen haben, in Viererteams teilnehmen. Den Steuermann stellt der Verein.

Bis vor zwei Jahren konnten sich die Freizeitruderer ungestört in die Riemen legen. 2014 war Schluss mit lustig. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Berlin zog die Spaßbremse. Seitdem muss sich der Verein den Wettbewerb vom zuständigen WSA-Außenbezirk Neukölln genehmigen lassen. Für dieses Jahr hat die Behörde den Rudercup untersagt, weil weder sie noch die Wasserschutzpolizei die Veranstaltung wie offensichtlich vorgeschrieben beaufsichtigen können. Der RCKST kämpft weiter um seinen Drachenboot-Cup. Am Donnerstag besuchte die SPD-Bürgermeisterkandidatin Beatrice Daun die Ruderer, um sich deren Probleme anzuhören. Einen Tag später ließ Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) über seinen Pressesprecher verkünden, er habe in einem Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) appelliert, die Untersagung „durch höhere Instanz“ prüfen zu lassen.

„Die vielen Auflagen, die wir im Vorjahr erhielten, müssen wir in unserem Sport sowieso beachten“, fühlt der 2. Vorsitzende des Vereins, Martin Beilfuß, seinen Club schikaniert. Dass die Ruderer den Wettkampf auf dem Wasser bei starkem Wind, Gewitter oder minimaler Sicht abbrechen müssen, dass sie für die Sicherheit der Teilnehmer und den sicheren Ein- und Ausstieg an den Booten selbst verantwortlich sind und dass die Organisatoren während der gesamten Veranstaltung ständig erreichbar sein müssen, wüssten die Ruderer auch selbst.

Auch die aufwendige Aufsicht durch Boote des WSA oder der Wasserschutzpolizei versteht Beilfuß nicht. Während der Veranstaltung stelle der Verein Posten rund um den Bereich auf und stehe mit dem Schleusenpersonal in Verbindung. „Nach eigenen Angaben der Behörde passiert etwa alle zwei Stunden ein Frachtschiff die Schleuse. Für die 650-Meter-Strecke brauchen unsere Boote rund vier Minuten. Da ist jede Menge Luft dazwischen“, so Beilfuß.

Der Leiter des Neuköllner Amtsbezirkes, Jörg Augsten, will sich mit Verweis auf ein schwebendes Verfahren nicht äußern. „Herr Beilfuß weiß als Rechtsanwalt, welche Möglichkeiten des Widerspruchs er hat“, sagt Augsten nur.

Seit Jahren ist der Ruderclub dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt im so genannten unteren Vorhafen der Schleuse offensichtlich ein Dorn im Auge. Für den geplanten Bootssteg, der die alten wackeligen Holztafeln im Wasser ersetzen soll, hat der Verein mittlerweile eine Bau- sowie eine wasserstraßenrechtliche Genehmigung zur Nutzung. Doch einen Mietvertrag für die Fläche, auf dem der Steg verankert werden soll, will das WSA nicht unterschreiben. Der Platz sei wegen der Binnenschifffahrt für die Ruderer zu gefährlich. Seit Jahren liegt der Streit beim Potsdamer Amtsgericht. Die nächste Verhandlung ist für Anfang Mai festgesetzt.

In einem Gutachten hat jetzt der Technische Überwachungs-Verein (Tüv) Süd festgestellt, dass „eine Kollision der Schifffahrt mit Ruderern verursacht durch Windeinflüsse“ rechnerisch einmal in 100 Milliarden Jahren vorkommen könnte. Andere Gefährdungen mit einem relevanten Risikopotenzial sehen die Gutachter nicht.

Am neuen Bootshaus soll im Sommer weitergearbeitet werden

Die Bauarbeiten am Bootshaus sollen nach der Klarstellung des Umweltministers Jörg Vogelsänger (SPD im Sommer mit Schweißarbeiten wieder aufgenommen werden.

Der Ruderclub gehört im Land Brandenburg zu jenen Vereinen mit dem meisten Rudernachwuchs.

Von den 100 Mitgliedern ist die Hälfte im jugendlichen Alter

Weitere Informationen sind unter www.wanderrudern.de erhältlich

Von Heinz Helwig

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