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Rübchen-Ernte ist gestartet

Teltow Rübchen-Ernte ist gestartet

Im Beisein von Sören Kosanke, Vorsitzender des Fördervereins für das Teltower Rübchen, und Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt wurden am Donnerstag die ersten Teltower Rübchen auf dem Acker von Uwe Schäreke in Ruhlsdorf geerntet. Die Aussichten auf eine tolle Ernte sind in diesem Jahr wegen der Trockenheit aber nicht so rosig, sagen die Bauern.

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Das 2016er Teltower Rübchenprinzenpaar Anna und Louis (beide 11 Jahre) auf dem Acker in Ruhlsdorf.

Quelle: dpa

Ruhlsdorf. An die Rübe! hieß es am Donnerstagvormittag bei Uwe Schäreke auf dem Acker in Ruhlsdorf. Zum offiziellen Rübchenanstich waren die frisch gekürte Rübchenprinzessin Anna und Prinz Louis schön geschmückt dabei und scheuten sich nicht, selbst zuzufassen. Die beiden elfjährigen Teltower gingen erstmals auf Tuchfühlung mit dem bekannten Rübchen, das seit der Wende wieder weit über die Grenzen von Teltow beliebt ist.

Trotz schönstem Sonnenschein ist die Vorfreude auf die Ernte gedämpft. „Es war einfach zu trocken“, sagte Uwe Schäreke. Und deshalb ging auch die erste Rübe etwas schwer aus der Erde. Erst ab Mitte Oktober sei mit mehr Erträgen zu rechnen. Aber weil am Sonntag Rübchenfest in Teltow ist, muss vorher natürlich gestochen werden. Schwäreke kann zum Fest noch keine eigenen Rüben zum Verkauf liefern, auch mit dem Verkaufsstand an der Straße wird erst später gestartet. Doch für Rübchensuppe und -bratwurst reicht’s. Erste Kostproben gab’s schon gestern und das Prinzenpaar fand’s „lecker“.

„Ich hab wohl das kleinste Rübchen gefunden“, sagte Rübchenprinz Louis in Ruhlsdorf

„Ich hab wohl das kleinste Rübchen gefunden“, sagte Rübchenprinz Louis in Ruhlsdorf.

Quelle: C. Krause

Schäreke arbeitet als Kraftfahrer und zieht gemeinsam mit Ehefrau Tina (51), Sekretärin im Bülow-Gymnasium, seit 1999 nach Feierabend Rübchen und Kartoffeln auf dem Familienhof für den freien Verkauf. Der 49-Jährige zählt zu den Gründungsmitgliedern des von Sören Kosanke geführten Fördervereins für das Teltower Rübchen, der der kleinen Delikatesse seit 1999 wieder auf die Sprünge hilft und den Stadtnamen in vieler Munde bringt. Auf knapp einem halben Hektar baut Schäreke Rübchen an. Eine Ernteprognose für 2016 will er nicht wagen. Etwas mehr als im Vorjahr werde es wohl werden. 2015 hatte er gar nichts geerntet, „da schoss alles nur ins Kraut und ist vertrocknet“.

Auch der Teltower Ökobauer Axel Szilleweit bestätigte, dass 2016 „ kein gutes Rübchenjahr ist“. Der 54-Jährige hat etwa zehn Hektar bestellt, aber durch die Trockenheit wird die Ernte vielleicht gerade so 2,5 Tonnen einbringen; eigentlich könnte man fast das Zehnfache von der Fläche erwarten, so Szilleweit, der seit 1990 einen Ökohof mit Obst und Gemüse betreibt. Aber für Gaststätten in der Region und das Rübchenfest ist vorgesorgt. „Da gibt’s auch frische Rübchen zum Kauf.“ Großhandel und Märkte könnten aber „noch nicht so gut beliefert werden“. Auch in Szilleweits Hofladen geht’s erst Mitte Oktober richtig los mit dem Rübchenverkauf. „Bis dahin wünschen wir uns noch ein paar Regentage“, sagte der Landwirt, der an Privatleute bis in die Schweiz und zum Parkhotel am Brenner seine Rüben liefert.

Der Name „Teltower Rübchen“ ist seit 1993 als regionale Marke geschützt.

Das Teltower Rübchenfest findet am 25. September von 12 bis 18 Uhr in Teltow/Ruhlsdorf entlang der Güterfelder Straße statt.

Süppchen und Beilage

Kleine Rezeptideen für das Rübchen von den Teltower Rübchenbauern:

Uwe und Tina Schäreke mögen sie besonders gern als Beilage zu Fleisch, sogar zu Ente und Gans:

Kleine Rübchen längs halbieren, in leicht gesalzenem Wasser garen, Zucker in einer Pfanne erhitzen, etwas Butter hineingeben und karamelisieren lassen, die Rübchenhälften darin schwenken und zum Schluss leicht mit Mehl bestäuben.

Das Süppchen ohne Schnickschnack mag Axel Szilleweits Familie am liebsten :

Üblichen Gemüsefond mit Suppengrün (Möhre, Sellerie, Petersilie, Porreestange) köcheln lassen, Rübchen reinschnippeln, garen lassen, pürieren und mit Sahne verfeinern. Die Rübe bringt einen starken Eigengeschmack mit.

Von Claudia Krause

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