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Rückblick auf die eigene Telegrafiegeschichte

Neue Infostätte in Schenkenberg Rückblick auf die eigene Telegrafiegeschichte

Von 1832 bis 1849 war Schenkenberg Teil der optischen Telegrafenlinie Preußens. Dass auf dem dortigen Fliederberg zu dieser Zeit eine Telegrafenstation war, können Interessierte nun an einer Informationsstätte nachlesen. Doch nicht nur diese erinnert an die Telegrafiegeschichte des Ortes.

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Groß Kreutz’ Bürgermeister Reth Kalsow begrüßte hunderte Besucher bei der offiziellen Eröffnung.

Quelle: Christine Lummert

Schenkenberg. Wer sich auf den Schenkenberger Fliederberg stellt, hat jetzt knapp 200 Jahre Telekommunikationsgeschichte vor Augen. Am Samstag wurde dort mit einem Fest, das einige hundert Interessierte anlockte, die neue Erinnerungsstätte zur Telegrafiegeschichte in Schenkenberg eingeweiht. Zur Feier des Tages gab es geführte Wanderungen auf dem neuen Telegrafenrundweg, einen Vortrag zur Telegrafiegeschichte sowie Spiel, Spaß und Musik auf dem Gelände des benachbarten Feuerwehrgerätehauses. Das der Ort von 1832 bis 1849 einmal Teil der optischen Telegrafenlinie Preußens war, ist nie ganz in Vergessenheit geraten, aber eine handfeste Bestätigung gab es lange Zeit nicht.

Reth Kalsow, der Bürgermeister von Groß Kreutz (Havel), hob in seiner Festansprache zur offiziellen Eröffnung besonders die Bemühungen von Wolfgang Groch, dem Initiators der Interessengemeinschaft (IG) Optische Telegrafie in Schenkenberg hervor. „Über Jahre hat er gesagt, ’Wenn ich erst einmal Rentner bin, wird das was mit den Nachforschungen zur Telegrafenstation’“, sagte Kalsow und freute sich das Groch Wort gehalten hat.

Im Februar 2016 begann der Bau

Der Plan zur Erinnerungsstätte entstand und 2015 wurde das Grundstück auf dem Fliederberg, das von der evangelischen Kirche zu dem Zweck bereitgestellt wurde, von wucherndem Grün befreit, um den Weg zu einer zukünftigen Informationstafel zu pflastern. Bei den Erdarbeiten stießen die Mitglieder der IG dann auf die Reste eines Ziegelfundaments und hatten den Beweis vor Augen, dass sie wirklich an der richtigen Stelle waren.

Die neue Informationsstätte

Die neue Informationsstätte.

Quelle: Christine Lummert

Im Februar 2016 wurde mit dem Bau der Informationsstätte begonnen und die gefundenen Steine sind jetzt unter einer Glasplatte im Boden vor der Informationstafel zu sehen. Über den geschichtlichen Ausführungen ist ein kleiner Nachbau des Mastes mit den sechs Flügeln zu sehen, der jede Station auf der 588 Kilometer langen optischen Telegrafenlinie zwischen Berlin und Koblenz sofort erkennbar machte.

Telegrafenstation Nummer sechs stand in Schenkenberg

Nötig wurde diese, als nach dem Wiener Kongress das Rheinland und Westfalen an Preußen fielen und die Nachrichtenübermittlung mit reitenden Boten einfach zu lange dauerte. Die elektromagnetische Telegrafie war zwar schon erfunden, steckte aber noch in der Experimentierphase. Deshalb wurden von Berlin bis nach Koblenz in einem durchschnittlichen Abstand von etwa zehn Kilometern Stationen für die optische Telegrafie erbaut.

Preußisch akkurat wurden diese von Berlin aus durchnummeriert und Schenkenberg war die sechste Station auf dem Weg. Die Nachbarstationen befanden sich auf dem Glindower Fuchsberg und dem Brandenburger Marienberg. Die Beamten in den Stationen hielten mit Fernrohren Ausschau, ob eine Nachricht weiterzugeben war. Bei guter Sicht und gut geschmierten Flügeln am Sendemast brauchte eine solche Nachricht von Berlin nach Koblenz zwischen einer halben und einer vollen Stunde.

Straße erinnert nun ebenfalls an Telegrafiegeschichte

Zum Fest am Samstag wurde aber nicht nur die Informationsstätte feierlich eingeweiht. Wolfgang Groch durfte gleich noch eine weitere Enthüllung vornehmen, denn die Straße, die zum neuen Denkmal führt, heißt jetzt offiziell „Zur Telegrafenstation“.

Passend zum neuen Denkmal heißt nun auch die dahin führende Straße „Zur Telegrafenstation“

Passend zum neuen Denkmal heißt nun auch die dahin führende Straße „Zur Telegrafenstation“. Projektinitiator Wolfgang Groch durfte das Schild enthüllen.

Quelle: Christine Lummert

Von Christine Lummert

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