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Rückkehr mit mulmigem Gefühl

Feuerwehr muss zweimal in vier Tagen löschen Rückkehr mit mulmigem Gefühl

Mit einem mulmigen Gefühl sind die Mieter des Preußnitzer Wohnblockes am Montag in ihre Quartiere zurückgekehrt. Das sagte Ralph Zimmermann. Ihm gehört das 1966 errichtete Gebäude, in dem die Feuerwehr zwei Mal in vier Tagen löschen musste. 

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Die Szenerie beim Einsatz am Mittwochvormittag in Preußnitz.

Quelle: FFW Bad Belzig

Kuhlowitz. Er ist seit reichlich zwei Jahren der Eigentümer des 1966 errichteten Gebäudes, zu dem die freiwillige Feuerwehr am Wochenende schon zum zweiten Mal binnen von vier Tagen ausrücken musste.

Letztlich 30 Kameraden aus Bad Belzig, Kuhlowitz/Preußnitz und Lütte waren am Sonnabend kurz vor 19 Uhr von der Leitstelle Brandenburg/Havel angefordert worden. Sie rückten an, wo sie am Mittwoch Vormittag bereits im Keller einen brennenden Unrathaufen gelöscht hatten (die MAZ berichtete).

Die Mieter des Preußnitzer Wohnblockes konnten am Montag wieder in ihre Quartiere zurückkehren. Das hat Ralph Zimmermann aus Dahnsdorf auf MAZ-Nachfrage bestätigt.

Diesmal stand ein Schuhregal im Hausflur in Flammen. Ein Bewohner hatte es bemerkt und Alarm geschlagen. "Durch das stark verrauchte Treppenhaus musste eine Person mit einer so genannten Fluchthaube hinausgebracht werden", schilderte Frank Schmoll, wie brenzlig die Situation geworden war. Er koordinierte die Löschgruppen bei ihrer Arbeit vor Ort. Zur Beobachtung ist eine geschädigte Person mit leichter Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus Bad Belzig gebracht worden, teilte die Polizeidirektion West mit.

Deren Kriminalisten waren noch am Sonnabend am Ort des Geschehens. Sie haben Spuren gesichert und ermitteln wegen schwerer Brandstiftung. In diese Richtungen gingen bereits die Untersuchungen am Mittwoch. Dem Vernehmen nach gibt es einen Verdächtigen. Die Ermittlungen dauern an, so die Polizei.

Während die Experten ihre Untersuchungen anstellten, hatte die Feuerwehr bereits mit der Belüftung der Wohnungen begonnen, berichtete Frank Schmoll. Doch brauchte es eine gewisse Zeit, ehe sie den Menschen wieder zugemutet werden konnten. Amtliche Hilfe hat indes aber niemand der Geschädigten in Anspruch genommen, wie das Rathaus Bad Belzig bestätigt hat. Die Ordnungsbehörde habe das Angebot unterbreitet. Alle Betroffenen hätten allerdings erklärt, bei Bekannten untergekommen zu sein. "Bei Problemen hätten sie auch jederzeit die Hilfe der Verwaltung in Anspruch nehmen können", erklärte Sprecherin Antje Schühlein.

Bauliche Schäden, die zur Unbewohnbarkeit des Gebäudes führen könnten, seien nicht festgestellt worden, so Ralph Zimmermann nach der Inaugenscheinnahme. Gleichwohl muss einmal gründlich renoviert werden, wie er bestätigte. Zusätzliche Investitionen in die Sicherheit sind momentan nicht geplant. "Wenn es sich um Brandstiftung handelt, hilft die beste Technik nur wenig", sagte er. Gleichwohl wollte er sich zu dem Verdacht nicht äußern.

Reichlich Ruß an den Wänden im Aufgang und noch immer etwas beißender Geruch hat die Bewohner indes an die Geschehnisse erinnert. Die Stimmung bleibt deshalb gereizt. "Ich bin mit den Nerven so ziemlich am Ende. Wir haben Angst, dass jederzeit ein neuer Brand im Haus gelegt wird", sagt eine Bewohnerin. Sie fühle sich mehr denn je bedroht. Bei dem Brand am Mittwoch habe ihr Hund quasi Alarm geschlagen und die Bewohner vor größeren Schäden bewahrt. "Immerhin lagern im Keller die Öltanks für die Heizung", machte die Frau die Situation deutlich.

Von René Gaffron und Gunnar Neubert

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