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Saarmunder feiern 800 Jahre Ortsgeschichte

Festwoche Saarmunder feiern 800 Jahre Ortsgeschichte

Die Saarmunder feiern ab dem Wochenende den 800. Geburtstag ihres Ortes. Gleich zum Auftakt einer ganzen Festwoche wird es einen Moment geben, der im Geschichtsbuch landet. Die Turmuhr wird nach Jahrzehnten wieder schlagen – zur Premiere am 3. Juli zwölf Uhr mittags genau zwölf Mal. Dieses Geschenk haben sich die Saarmunder zum großen Teil selbst gemacht

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Einige Jubiläums-Organisatoren mit Festschrift vor der Turmuhr: Sonja Lieberwirth, Dieter Hinze, Karin Kluge, Jörg Oldenburg, Angela Schneider und Mareen Ruske (v.l.).

Quelle: Jens Steglich

Saarmund. Am Sonntag spitzt ganz Saarmund die Ohren, um zu hören, was Jahrzehnte im Ort nicht mehr zu hören war: die Schläge der Turmuhr. Am 3. Juli punkt Zwölf ist der Moment, der in die Geschichte des Ortes eingehen wird, der sich gerade aufmacht, sein 800-jähriges Bestehen zu feiern. Der historische Augenblick soll sich ungefähr so abspielen: Nach dem Festgottesdienst zur Einweihung der Kirchturmuhr strömen die Menschen auf die Straße und schauen nach oben – zum Zeitmesser, der zwölf Uhr mittags in Gang gesetzt und gemäß dieser Stunde der Wiedergeburt zwölf Mal schlagen wird.

13 000 Euro haben Saarmunder und Freunde Saarmunds für eine Rückkehr der Turmuhr gespendet. Wann die alte Uhr für immer stehen geblieben ist, bleibt vorerst im Dunkeln. Es gibt offenbar niemanden mehr, der mit Bestimmtheit sagen kann, wann ihr die letzte Stunde schlug. In Erzählungen ist ihr Ende aber mit der Zeit verbunden, als der Krieg 1945 nach Saarmund kam und ein Geschoss den Kirchturm traf. Der Festakt zur Rückkehr der Turmuhr, bei dem zum Pink-Floyd-Song „Time“ auch getanzt wird, läutet die Festwoche zum 800. Geburtstag richtig ein, die freilich bereits am 2. Juli beginnt und am 10. Juli mit einem Abschlusskonzert endet. Anderthalb Jahre hat das Festkomitee an den Vorbereitungen gearbeitet. Ergebnis: Ein volles Programm, das etwa Geschichte(n) am Wegesrand, eine Musiksoireé und den Festumzug zu bieten hat. Beim Festumzug am 9. Juli sollen 300 Leute mitwirken und 26 historische Bilder aus Saarmunds Geschichte dargestellt werden. Wer die Historie des Ortes, der am 28. Dezember 1216 erstmals urkundlich erwähnt wurde, gern gebunden in der Hand hält, kann zur Festschrift greifen, von der 500 Exemplare gedruckt wurden. Am 2. Juli kann man die ersten kaufen, wenn gegen 13 Uhr zugleich vier Schautafeln an geschichtsträchtigen Plätzen des Ortes aufgestellt werden.

Herausgegeben hat die 64 Seiten zur Historie der Geschichtsverein. Die Akteure sind bei ihrer Spurensuche auch auf Überraschendes gestoßen. Etwa darauf, dass es in Saarmund wohl bis 1944 ein Reichsautobahn-Lager gab. Es soll sich am heutigen Sportplatz befunden haben. Im Abschnitt Saarmund hatten es die Autobahnbauer übrigens mit schwierigem Untergrund zu tun. Ein 320 Meter langes Moor lag im Weg und wurde am 16. Dezember 1938 mit 20 000 Kilo Sprengstoff in die Luft gejagt. Es soll damals die bislang größte Moorsprengung Europas gewesen sein. In der Festschrift erfährt man auch, wie 1862 das Stadtrecht verspielt wurde. Das Geschehen erinnert an die Briten, die sich gerade aus der EU verabschieden.

Um die Kriegssteuer zu sparen, die Städte zu entrichten hatten, wurde bei einer Bürgerversammlung beschlossen, aus dem Verbund der Städte auszuscheiden. Später, als den Saarmundern klar war, welche Folgen das noch hat, wollten sie zurückkehren. König Wilhelm I. lehnte ihr Bittgesuch indes ab und Saarmund verlor mit dem Stadtrecht auch das Braurecht.

Festwoche vom 2. bis 10. Juli

Die Festwoche, hier eine kleine Auswahl aus dem Programm, beginnt am 2. Juli, 13 Uhr, wenn weitere vier Schautafeln an geschichtsträchtigen Orten aufgestellt werden. Treffpunkt: Kirche

2. Juli, 17 Uhr, Musik-Soireé „Alt wie ein Baum“ in der Kirche Saarmund

3. Juli, 11 Uhr, Festgottesdienst mit Einweihung der Turmuhr

8. Juli, 19 Uhr, Festveranstaltung im Festzelt am Sportplatz

9. Juli, 11 Uhr, Festumzug; 14 Uhr Kindermusical und 22 Uhr Feuerwerk

10. Juli, 17 Uhr, Abschlusskonzert in der Kirche Saarmund

 

Von Jens Steglich

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