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Sabinchenfigur soll gerettet werden

Singeabende zum Protest Sabinchenfigur soll gerettet werden

In Treuenbrietzen soll die umstrittene Entscheidung für den Figurenwechsel auf dem Rathausbrunnen jetzt mit einem Bürgerentscheid gekippt werden. Das schwebt der Interessengruppe vor, die sich für den Erhalt der Sabinchenfigur einsetzt. Sie veranstaltet bis zur nächsten Stadtverordnetenversammlung im Oktober jeden Montag Singeabende am Brunnen.

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Jeden Montag wird in Treuenbrietzen nun für Sabinchen gesungen.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Am Rathausbrunnen zu Treuenbrietzen bekommt die Sabinchenfigur jetzt auch musikalische Rückendeckung. Jeden Montagabend lädt die Interessengruppe, die sich für deren Erhalt an der prominenten Stelle einsetzt, zu einem Singeabend ein. Er ist zunächst bis zur nächsten Stadtverordnetenversammlung am 5. Oktober geplant. Nach 57 Sängern zur Premiere kamen jetzt zur zweiten Auflage bereits rund 90 Mitstreiter am Rathausbrunnen zusammen. Zu den Klängen der von Ernst Jeschke bedienten Drehorgel erklang die Sabinchenmoritat.

Heimatverein möchte Originalzustand zurück

Beflügelt werden soll mit dieser Gesangsaktion auch die neueste Initiative der Interessengruppe für einen Bürgerentscheid. Mit diesem soll die umstrittene Entscheidung für den Figurenwechsel auf dem Rathausbrunnen gekippt werden. Wie berichtet sieht ein Beschluss der Stadtverordneten aus dem Jahr 2009 vor, auf dem Brunnensockel eine Kopie des von 1913 bis 1943 dort postierten und dann verschwundenen Kurfürsten Friedrich I. zu errichten. Dazu hat der Heimatverein nun über Spenden das veranschlagte Geld von etwa 40.000 Euro zusammen. Der Verein will damit den Originalzustand wiederherstellen und an die Verdienste erinnern, die der Kurfürst einst für sie Stadt erbracht habe. Die Sabinchenfigur soll ihren neuen Standort auf einem Sockel am hinteren Markt vor den Hakenbuden finden.

Figurenwechsel in Warteschleife bis zu einem Bürgerentscheid

Nach Vorstellungen der Interessengruppe sollte die Umsetzung des Beschlusses nun jedoch so lange ausgesetzt werden, bis über einen offiziellen Bürgerentscheid die Meinung aller wahlberechtigten Treuenbrietzener zu dem Thema abgefragt ist. Dies sollte aus Kostengründen im Zuge der nächsten Wahl in der Stadt erfolgen. Dies wäre die Bürgermeisterwahl im Jahr 2017. „So ließen sich zusätzliche Kosten sparen“, sagte Siegmund Bölke gegenüber der MAZ. Er führt gemeinsam mit Roland Sell, dem Bruder des einst in Treuenbrietzen geborenen Sabinchen-Schöpfers Lothar Sell, die Interessengruppe für den Erhalt der Sabinchenfigur am Rathaus an. Nach Ansicht der Akteure handele es sich bei dem Beschluss von 2009 um eine „grundlegende Veränderung des Stadtbildes“. Mit dieser müssten auch künftige Generationen leben. Deshalb könne diese Frage „nur durch einen Bürgerentscheid und nicht allein von den Stadtverordneten entschieden werden“, argumentieren die Aktivisten.

Ernst Jeschke  gibt an der Drehorgel den Rhythmus für das Sabinchenlied vor

Ernst Jeschke gibt an der Drehorgel den Rhythmus für das Sabinchenlied vor.

Quelle: Thomas Wachs

Sie wollen so eine „demokratische Entscheidung“ herbeiführen, „die trotz der gegensätzlichen Auffassungen von allen Bürgern der Stadt akzeptiert und respektiert werden kann“, heißt es in ihrem Einwohnerantrag zur Ergänzung des SVV-Beschlusses von 2009. Den Antrag übergaben sie jetzt an Bürgermeister Michael Knape (parteilos) und Michael Mrochen (FDP), den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung. Für das Bürgerbegehren zu einem Bürgerentscheid müsste es erneut eine Unterschriftensammlung geben. Zuletzt waren 994 gültige Unterschriften für den Erhalt des Sabinchens am jetzigen Ort zusammengetragen worden. Alternativ könnte das Stadtparlament eine Änderung seines Beschlusses von 2009 herbeiführen. Dazu müssten mindestens zehn Abgeordnete einen Antrag auf eine neue Debatte zum Thema in die SVV einbringen. Bislang gibt es keine Anzeichen dafür.

MAZ : Wie ist mit dem Einwohnerantrag umzugehen, der eine Aussetzung des SVV-Beschlusses aus dem Jahr 2009 für den Figurenwechsel am Rathausbrunnen bis zu einem formalen Bürgerentscheid fordert?

Michael Knape : Zunächst erfolgt jetzt die formale Prüfung der Zulässigkeit des Antrages durch die Verwaltung. Daraus entwickelt wird eine Empfehlung für die Stadtverordneten. Dafür gibt es klare Regeln. Aufgefallen ist bereits, dass der Antrag eigentlich bereits mit einer erneuten Unterschriftensammlung hätte untersetzt werden müssen, die von einer bestimmten Anzahl der Wahlberechtigten unterstützt werden müsste. Entscheiden zum weiteren Vorgehen müssen die Abgeordneten.

Sehen Sie angesichts der großen öffentlichen Debatte Tendenzen in der SVV, das Thema Sabinchen contra Kurfürst von sich aus neu zu diskutieren?

Knape : Bisher nicht. Die parlamentarische Sommerpause geht ja gerade erst zu Ende. Jedoch waren alle Fraktionen aufgefordert, Stellung zu beziehen.

Wie weit sind die Vorbereitungen für die Neugestaltung des Brunnens gediehen, die ja demnächst unabhängig vom Figurenwechseln erfolgen soll?

Knape : Dazu erwarten wir in 14 Tagen die Ausschreibungsergebnisse. Wenn die Kosten passen, soll die Umgestaltung bis zur unteren Sockelkante dieses Jahr erfolgen. Der Figurenwechsel bleibt außen vor, bis dafür die aus der Bürgerschaft aufzubringende Finanzierung einschließlich des neuen Standortes steht und nachweislich gesichert ist.

Von Thomas Wachs

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