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Potsdam-Mittelmark Sabinchenfigur unter Denkmalschutz
Lokales Potsdam-Mittelmark Sabinchenfigur unter Denkmalschutz
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16:48 10.04.2018
Siegmund Bölke (re.) und Roland Sell (li.), die Initiatoren des Interessenkreises Sabinchen, sangen am Sonnabend mit fast 70 Unterstützern am Treuenbrietzener Rathausbrunnen. Quelle: Thomas Wachs
Treuenbrietzen

Mit dem gemeinsamen Singen der Sabinchen-Moritat haben circa 70 Treuenbrietzener am Samstagabend eine überraschende Wendung im langjährigen Streit um die Brunnenfigur vor dem Rathaus gefeiert. Auf Betreiben des Interessenkreises für den Erhalt des Sabinchens und ihres Schuster auf und an dem Sockel ist das Ensemble jetzt als „Sabinchenbrunnen“ unter Denkmalschutz gestellt worden. Die Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum hat den Brunnen in seiner jetzigen Gestalt in die Denkmalliste des Landes Brandenburg aufgenommen.

Bisheriger Brunnen war nie ein Denkmal

Das Ensemble habe städtebauliche, geschichtliche und künstlerische Bedeutung, schreibt Marcus Cante vom Dezernat Inventarisation und Dokumentation des Landesamtes in seiner mehrseitigen Begründung für den Schutzstatus. Die ursprünglich 1913 als „Hohenzollernbrunnen“ geschaffene Anlage habe als solche keinen Schutzstatus gehabt. „Zumal die Figur des Kurfürsten Friedrich I, der dort bis 1943 thronte, verschwunden ist“, erklärt Ralph Paschke, zuständiger Dezernatsleiter des Landesamtes am Montag gegenüber der MAZ. „Wenn etwas abgeräumt oder zerstört ist, sind wir hier in der Denkmalbehörde allgemein keine Freunde eines Wiederaufbaus“, so Paschke. Der 1984 in seiner jetzigen Form gestaltete Treuenbrietzener Brunnen habe „längst Wahrzeichencharakter erlangt“, heißt es in der Begründung. „Zumal das Sabinchenlied wirklich jeder kennt“, so Ralph Paschke. Für den Treuenbrietzener Rathausbrunnen gelten nun die Auflagen des Landesdenkmalschutzgesetzes.

Chronologie eines Brunnens

Der Brunnen wurde 1913 angelegt. Er bestand damals aus einem rechteckigen Trog, in den ein Podest mit einer Bronzestatue Kurfürst Friedrichs I. eingebunden war.

Die Figur schuf der Berliner Bildhauer Eberhard Encke (1881-1936).

Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie 1943 vom Sockel genommen, um sie für Rüstungszwecke einzuschmelzen. Wahrscheinlich geschah dies aber nicht.

Seit 1949 gilt die zuvor im Ratshof eingelagerte Skulptur als verschollen

Erhalten blieben die Brunneneinfassung und der Figurensockel. Nach dem Krieg prangte darauf über Jahrzehnte lediglich eine Blumenschale.

Die Neugestaltung des Brunnens erfolgte 1984. Damals machte die Stadt Treuenbrietzen dem dort geborenen Künstler Lothar Sell (1939 - 2009) den Vorschlag, den leeren Sockel mit dem Thema des Sabinchenlieds zu gestalten.

Seit dem Jahr 2006 werden Bestrebungen des Heimatvereins verfolgt, um eine Kopie der Statue des Kurfürsten wieder auf den Brunnen zu heben.

Das Vorhaben spaltet seither in der Stadt Politik und Bürgerschaft.

Damit müssen die politisch und unter der Bürgerschaft seit 2006 diskutierten sowie zuletzt stark umstrittenen Pläne für den Figurenwechsel auf dem Markt unter ganz neuen Vorzeichen diskutiert werden.

„Wir gehen davon aus, dass unser Sabinchen nun auf dem Brunnen stehen bleibt und lediglich noch saniert wird“, sagt Siegmund Bölke, Vertrauensperson des Interessenkreises. Ein abgebrochener Löffel müsse ersetzt werden und Risse an der Rückseite der Tonfigur müssen bearbeitet werden. Die Kosten von rund 1400 Euro seien über Spenden gesichert. Einfließen könnte dazu auch die bereits vom Heimatverein für die Sanierung des Sabinchens am neuen Standort gesammelten mehr als 400 Euro, hofft Bölke.

Rund 70 Sänger freuten sich am Sonnabend über den Schutzstatus für den Rathausbrunnen. Quelle: Thomas Wachs

Auf Initiative der Heimatvereins der Stadt hatten die Stadtverordneten 2009 den Beschluss gefasst, auf dem Brunnensockel eine Kopie des Kurfürsten Friedrich I. zu errichten, wenn dazu kein Geld aus der Stadtkasse fließen muss. Dazu hatte der Heimatverein dann 2015 das über Spenden erzielte Geld von etwa 40 000 Euro zusammen. Die Sabinchenfigur sollte indes ihren neuen Standort auf einem Sockel an einem anderen Standort in der Innenstadt erhalten. Dazu gab es Ideenwettbewerbe und neue Beschlüsse der Stadtverordneten. Von 2015 bis 2016 wurde der Brunnen aus Geldern der Altstadtsanierung technisch saniert. Dabei entstand durch leichte Eingriffe in das historische Brunnenbecken eine begehbare Erlebnisfläche mit Wasserspielen und wechselnder Beleuchtung. Die Brunnenfigur blieb bei diesen Arbeiten unangetastet.

Neue Bürgerumfrage gefordert

Der Interessenkreis für den Erhalt des Sabinchens forderte eine neue offizielle Bürgerumfrage zur Figur. Dazu kam es jedoch bislang nicht.

Treuenbrietzens Bürgermeister, Michael Knape (parteilos), zeigte sich am Montag überrascht von der neuen Situation. „Wir sind als Stadt in dem Verfahren nicht angehört und bis heute auch nicht über den Denkmalstatus des Brunnens informiert worden“, sagte der Rathauschef auf Anfrage der MAZ. „Als es ab 2015 um die technische Sanierung des Brunnens ging, hieß es auf Anfrage bei der Denkmalbehörde noch, dass es bezüglich eines Denkmals nichts zu beachten gebe“, sagte Knape. Der Status als Denkmal müsse nun berücksichtigt werden.

Der mit Sabinchen und Schuster besetzte Brunnen am Treuenbrietzener Rathaus sprudelt seit der technischen Sanierung 2016 auch mit beleuchteten Wasserspielen. Quelle: Thomas Wachs

Wolfgang Ucksche, der Vorsitzende des Heimatvereins, wollte zur neuen Lage am Montag auf Anfrage der MAZ „zunächst noch nichts sagen“. Demnächst werde dazu im Verein beraten.

Für Roland Sell ist die Nachricht vom Denkmalstatus „ein schönes Geschenk zum 80. Geburtstag gewesen.„Ich muss immer an meinen Bruder denken und hoffe, er schaut von oben zufrieden zu“, sagte der Senior am Sonnabend im Kreise der Sänger am Brunnen. Der in Treuenbrietzen geborene Künstler Lothar Sell hatte die Tonfiguren von Sabinchen und Schuster geschaffen und sie 1984 der Stadt zum Geschenk gemacht. Vor seinem Tod im Jahr 2009 erlebte er die ersten Debatten um den Figurenwechsel noch mit.

Von Thomas Wachs

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