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Säugender Rothirsch vor laufender Kamera

Naturfilmer zeigen neue Abenteuer Säugender Rothirsch vor laufender Kamera

Fast ihre gesamte Freizeit verbringen Antje und Thomas Wöhling in Wald und Flur. Seit 17 Jahren filmt das Ehepaar aus Tucheim die Naturschönheiten der wildreichen Heimat. Am Wochenende ist es wieder Zeit für eine öffentliche Präsentation der einmaligen Dreharbeiten. Denn einen säugenden Rothirsch hat wohl bisher niemand gesehen.

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Antje und Thomas Wöhling zeigen am Wochenende in Tucheim ihr neuestes Filmmaterial aus Wald und Flur.

Quelle: privat

Tucheim. Es passierte wie so oft bei ihren Expeditionen. Gerade wollten Antje und Thomas Wöhling ihre Ausrüstung zusammenpacken, als ein Kahlwildrudel die Bühne der Natur betrat. Etwa 40 weibliche Tiere legten auf einer grasbestandenen Lichtung eine Pause ein, um zu äsen. Nur vier Kälber waren dabei. „Das war an sich schon ungewöhnlich. Vielleicht steckte der Wolf dahinter“, berichten die beiden Hobby-Tierfilmer. Doch was dann passierte, haben die Tucheimer Naturfreunde noch nie gesehen. Ein wohl dreijähriger Rothirsch begann bei einem weiblichen Tier zu säugen. Zum Glück vor laufender Kamera. Wirklich erklären kann sich niemand diese seltsame Verhaltensweise. Womöglich handelte es sich um das Muttertier des Hirsches.

Die ungewöhnliche Szene gehört zu den vielen jüngsten Abenteuern, die Antje und Thomas Wöhling in Wald und Flur erlebt haben. Rund drei Stunden hintersprochenes Filmmaterial sind erneut zusammengekommen. Wer die Natur auf einer Großbildleinwand erleben will, sollte sich dieses Wochenende vormerken.

Ein säugender Rothirsch gehört zu den ungewöhnlichen Aufnahmen

Ein säugender Rothirsch gehört zu den ungewöhnlichen Aufnahmen.

Quelle: Thomas Wöhling

In der Tucheimer Gaststätte „Zum Fiener“ werden am Sonnabend und am Sonntag von 10.30 bis 18 Uhr wieder hunderte Fans der Naturfilmer zusammenkommen, um die einmaligen Aufnahmen der Wöhlings zu bewundern. Entstanden sind viele der unwiederbringlichen Momente vor der eigenen Haustür im Fiener Bruch, wo das Ehepaar erfolgreich und mit großer Geduld auf Großtrappen, Fasane und Rehwild ansaß. Viele Fahrten führten die Naturfilmer in die Uckermark, in den Harz und in den Hohen Fläming. Von Vorteil bei den Unternehmungen sind die langjährigen Beziehungen zu Jagdpächtern, Eigentümern und Forstbehörden. Deshalb dürfen die Tucheimer Kanzeln und andere Ansitze nutzen, die sonst nur den Jägern vorbehalten sind. Immer mit dabei ist die wohl erzogene Kurzhaarteckelhündin Hatzi. „In einer Kameratasche sitzend, streckt die Hündin ihren Hals lang und scharrt mit den Vorderläufen, sollte Wild im Anmarsch sein“, berichtet Thomas Wöhling.

Zu sehen sind in diesem Jahr im Saal von Gastwirt Hans-Jürgen Rawolle nicht nur starke Hirsche, rauschige Keiler und stolze Großtrappen. Ein Graureiher, der eine Ringelnatter verspeist, gehört genauso zu den glücklichen Aufnahmen, wie der Eisvogel am Wassergraben und ein neugieriger Feldhase. „Wir wissen auch die Schönheiten der Natur zu schätzen. Eine blühende Wiese, Schmetterlinge und ein Rotmilan am Himmel begeistern uns ebenso wie ein ungerader 22-Ender“, meint Thomas Wöhling.

Solche kapitalen Rothirsche bekommen auch die Wöhlings nicht jeden Tag vor die Kamera

Solche kapitalen Rothirsche bekommen auch die Wöhlings nicht jeden Tag vor die Kamera. Da haben es die Besucher der Schau leichter.

Quelle: Thomas Wöhling

Nahezu ihres gesamte Freizeit in den vergangenen 17 Jahren verbringen der Malermeister und die Schwimmmeisterin in freier Natur. Sie erleben bei den Dreharbeiten verregnete Stunden und eindrucksvolle Sonnenaufgänge. Oft müssen sich die beiden Naturfreunde ihre zugewiesenen Ansitze mit Wolken von Mücken teilen. „Und manchmal hat ein Wespenschwarm vor uns die Kanzel bezogen. Trotzdem wollen wir den Leuten zeigen, wie schön unsere Heimat ist“, erinnert sich Antje Wöhling. Ein Ende ihrer öffentlichen Präsentationen ist auch in Zukunft nicht abzusehen. Zu groß ist das Interesse, dass die Tucheimer in der Öffentlichkeit ausgelöst haben.

Traditionell haben die öffentlichen Filmaufführungen bei Gastwirt Rawolle den Charakter eines Familienwochenendes. Neben den Naturaufnahmen gibt es eine Ausstellung mit Naturpräparationen und eine Trophäenschau zu sehen. Ein Kettensägenkünstler zeigt, was er aus einem Baumstamm fertigen kann.

Für Aufsehen sorgen die 15 gesammelten Abwurfstangen eines elfjährigen Rothirsches. Kinder können mit Naturmaterial basteln. Aus der Küche des Hauses kommen Wildgerichte, Kaffee und Kuchen.

Von Frank Bürstenbinder

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