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„San Quentin“ steigt von der Bühne

Spaß-Band verabschiedet sich „San Quentin“ steigt von der Bühne

Weil der Sänger sich plötzlich gegen das Dasein in der Band entschied, hat die Gruppe „San Quentin“ keine Zukunft mehr. Die Gruppe aus dem Fläming, die zuletzt in Berlin und Potsdam beheimatet war, pflegte stets ein gutes Verhältnis zur Heimat. Das soll auch künftig so bleiben.

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San Quentin auf der Bühne.

Quelle: Boris Kownatzki

Bad Berl. Das Bild dürfte vielen Musikfans im Fläming einen Schock versetzt haben. Auf der Facebook-Seite und der Homepage der Rock-Band San Quentin prangt seit Wochen ein großes weißes Kreuz auf blauem Untergrund. Darunter stehen die Jahreszahlen 2009 und 2015. Was zunächst wie eine Gedenktafel wirkt, ist in Wahrheit ein Hinweis auf den Rückzug der in Bad Belzig gegründeten Band. „Es sollte schon emotional rüberkommen. Wir wollten nicht durch die Hintertür aufhören“, sagt Marcel Raven, Gitarrist der Band, die seine ersten Gehversuche einst im Medienzentrum Pogo vollzog.

Grund für den plötzlichen Abschied ist das Ausscheiden von Sänger Marius Tietz. Ihn verschlägt es auf die britischen Inseln nach London. Daher wird er zum Jahreswechsel die Band verlassen. „Das hat berufliche Gründe. In London gibt es ganz andere Voraussetzungen. Ich würde es bereuen, wenn ich die Möglichkeit nicht ergreifen würde“, sagt der charismatische Sänger, deren Freundin bereits in der britischen Hauptstadt wohnt und arbeitet.

Die markante Stimme von Marius Tietz war ein bedeutendes Wiedererkennungsmerkmal von San Quentin und scheint daher auch nicht ersetzbar. „Du kannst einen Gitarristen austauschen. Du kannst einen Schlagzeuger austauschen. Ein Sänger ist aber das Aushängeschild der Band und nicht austauschbar“, sagt Gitarrist Marcel Raven und fügt mit leiser Hoffnung hinzu: „Vielleicht ist es ja auch nicht von Dauer was Marius da macht.“ Doch das weiße Kreuz im Internet und auch die Aussagen von Marius Tietz sprechen derzeit eine klare Sprache. „Es gibt keinen festen Zeitraum. Wir ziehen ganz rüber“, sagt der 27-Jährige. Somit endet zunächst die sechsjährige Geschichte der Band für viele überraschend früh.

Das Quintett aus dem Pogo kann dennoch auf eine beachtliche Geschichte zurückblicken. Nachdem Felix Hausdorf (Schlagzeug), Hannes Leisegang (Bass), Denny Lüdicke (Gitarre), Marcel Raven (Gitarre) und Marius Tietz (Gesang) im Pogo ihre musikalische Grundlage legten, erschuf sich San Quentin wenig später ein eigenes Studio. Im Elternhaus von Bassist Hannes Leisegang in Locktow trafen sich die fünf Kumpels und arbeiteten an ihren ersten eigenen Songs. Auf die Frage, wie sie denn selbst ihre Musik einordnen würden, antworteten sie damals: „Melodischer Rock“. Entscheidend für die Melodie neben dem lauten rockigen Gitarrensound war schon damals die Stimme von Marius Tietz. „Wir wollten nicht auf Teufel komm raus den großen Erfolg. San Quentin war immer eine Kumpel-Band. Der Spaß stand immer über allem. Es hat sich dann alles hochgeschaukelt“, erinnert sich Marcel Raven und Marius Tietz ergänzt: „Wir haben jeden Gig genossen.“

Der Spaß schaukelte sich so sehr hoch, dass die Rocker aus dem Fläming im Jahr 2013 mit „Come alive“ ihre erste eigene CD veröffentlichten. Die Spaß-Band wuchs heran und irgendwann reichten die Fläminger Bühnen nicht mehr aus. San Quentin definierte sich daher in den letzten Jahren als Berliner Band und versuchte unter anderem bei Nachwuchs-Wettbewerben wie „Localheroes“ oder „Berlin Bands United“ das Publikum mit musikalischer Freude zu begeistern. „Die Heimat hat dennoch immer eine große Rolle für uns gespielt. Familie und Freunde waren da. Das war alles entspannter als in Berlin oder Potsdam“, sagt Sänger Marius Tietz. Trotz des Abschiedes gibt es für die Rock-Fans weiter Hoffnung. Einen neuen Sänger zu finden sei jedoch sehr schwer. „Das ist wie im Leben einen neuen Partner zu finden“, so Raven, der mittlerweile jedoch ebenfalls aus persönlichen Gründen seinen musikalischen Rückzug erklärt hat. Von den übrigen Musikern der Band wird jedoch demnächst in neuen Projekten unter neuem Namen zu hören sein.

Von Tobias Potratz

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