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Sandröschen verschiebt Bundesstraße

B2 wegen besonders schützenswerter Pflanze verlegt Sandröschen verschiebt Bundesstraße

Der Ausbau der B2 zwischen Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) und Dietersdorf wird wegen Besonderheiten der Natur komplizierter. Weil es an der Trasse geschützte Sandröschen und eiszeitliche Sandhügel gibt, wird die Route verändert. In diesem Jahr soll mit der Sanierung des davorliegenden Streckenabschnitts zwischen Buchholz und Treuenbrietzen begonnen werden.

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Das Berliner Dreieck in Treuenbrietzen soll saniert werden.

Quelle: T. Wachs

Treuenbrietzen. Kraftfahrer müssen sich auf der Bundesstraße 2 in den nächsten Jahren weiter auf Behinderungen einstellen. Im Auftrag des Landesbetriebes Straßenwesen Brandenburg (LSB) rücken Bauarbeiter jetzt nach Süden vor. Erste Baumfällarbeiten bilden jetzt den Auftakt für die bis September geplante Sanierung des Abschnittes zwischen Buchholz und dem Ortseingang von Treuenbrietzen. Rund 3,5 Millionen Euro investiert das Land dafür, sagte Frank Schmidt, der zuständige Bereichsleiter des Landesbetriebes.

Dieser plant darüber hinaus bereits die Arbeiten im Abschnitt von Treuenbrietzen-Ausbau bis Dietersdorf. Dort müssen die Planer jedoch um besonders schützenswerte Pflanzen herumarbeiten. Denn am Fahrbahnrand gedeihen seltene Sandröschen. Diese hatte vor gut 150 Jahren schon der Treuenbrietzener Hobbybotaniker Carl August Pauckert (1814-1885) dokumentiert. Heute ist das landesweit bedeutende Vorkommen als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet europäisch geschützt. „Damit müssen wir umgehen und stehen mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) beim Kreis in konstruktivem Austausch“, sagte Frank Schmidt. Immerhin wird die Trasse jetzt auf einer Länge von mehr als einem Kilometer Richtung Dietersdorf deutlich nach rechts verschoben. Dazu müssen Chausseebäume weichen. Auch dafür bedarf es der Genehmigungen von Umweltbehörden. Nach Intervention des Naturschutzbeirates, der die UNB berät, ist das ursprünglich geplante Abtragen markanter Hügel auf der B2-Strecke nun vom Tisch. Das bestätigt Frank Schmidt. „Wir haben dafür plädiert, die eiszeitlichen Hinterlassenschaften als typische Merkmale der Fläming-Landschaft an dieser Stelle zu erhalten“, sagte Andreas Päpke der MAZ. Der Treuenbrietzener Landschaftsplaner steht dem Naturschutzbeirat vor. „Diese geografischen Besonderheiten sollte an dieser Stelle auch für Autofahrer weiterhin erlebbar bleiben“, so Päpke.

Dieses Jahr jedoch lässt der LSB zunächst die Strecke von Treuenbrietzen bis Buchholz sanieren. Dort darf ein Hügel abgetragen werden „um die Sicht zu verbessern“, so Schmidt. Zudem werden die Abzweige nach Brachwitz und Kemnitz umgestaltet. „Für den Abzweig nach Brachwitz wird eine 120 Meter lange, neue Trasse im Wald angelegt“, so Schmidt. Auch die zwei, kurz hintereinander liegenden Eingangsinseln in Buchholz werden abermals umgebaut.

In Treuenbrietzen endet die Sanierung zunächst am Ortsschild. Die geplante Umverlegung der Anbindung zur Schlalacher Straße ist noch nicht geregelt. Diese Kreisstraße soll künftig über ein Wiesengrundstück zwischen der Bebauung und dem Waldstadion zur Nieplitzbrücke führen, bestätigte Schmidt. Etwas konkreter seien Pläne zur Umgestaltung des „Berliner Dreiecks“. Das parkähnliche Ensemble an der Bundesstraße soll beim weiteren Ausbau der B2 bis zum Gymnasium komplett neu gestaltet werden. „Dies wird für die Jahre ab 2016 in Erwägung gezogen“, sagte Frank Schmidt.

Von Thomas Wachs

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