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Alle Sättel und Zaumzeug der Schulpferde weg

Schock beim Potsdamer Reitverein Alle Sättel und Zaumzeug der Schulpferde weg

Der Sattelklau geht um: Jetzt hat es den Potsdamer Reitverein in der Drewitzer Straße getroffen. In der Nacht zum Sonnabend sind Unbekannte in die Sattelkammer eingebrochen und haben die hochwertigen Ledersättel, auf denen Kinder und Jugendliche das Reiten erlernen, gestohlen. MAZ sprach mit Vorstandsmitglied Anke Fahrland.

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Ausgeräumt: Aus der Sattelkammer des Potsdamer Reitvereins wurden 16 Sättel für die Schulpferde und zehn Ersatzsättel gestohlen.

Quelle: Anke Fahrland

Potsdam. Schock für den Potsdamer Reitverein: In der Nacht zum Sonnabend sind alle 26 Sättel und das Zaumzeug der Schulpferde gestohlen worden. Als Vorstandsmitglied Anke Fahrland (43) mit Ehemann und Tochter um 8 Uhr zum Futterdienst auf dem Gelände in der Drewitzer Straße antraten, war der Haupteingang zwar ordnungsgemäß verschlossen, aber beim Eintreten in den Stall erblickten die drei Potsdamer Reiter dann die offen stehende Sattelkammer. „Wir haben sofort gesehen, was passiert ist. Die sind rein und haben alle 26 Sättel mit Zaumzeug geschnappt und müssen schnell wieder rausgerannt sein. Acht Trensen haben sie auch noch mitgenommen“, sagte Anke Fahrland am Sonntag der MAZ.

Die Täter hatten den Hintereingang aufgebrochen, um an die Sattelkammer zu kommen. Auch deren Tür brachen sie auf. Der Schaden wird auf rund 15 000 Euro geschätzt. Laut Fahrland hatte der Verein bereits am Jahresanfang den Einbruchsschutz der Anlage verbessert.

Besonders bitter sieht es für den Schulbetrieb aus. Der Potsdamer Reitverein, der sich nach der Wende aus der damaligen BSG Defa 1990 neu formierte, hat etwa 170 Mitglieder, von denen 70 Prozent Kinder und Jugendliche sind. Der Verein ist im Bereich des Breitensports sehr engagiert und auch für sein therapeutisches Reiten mit jungen Behinderten etwa aus dem Babelsberger Oberlinhaus oder dem Michendorfer Norberthaus bekannt. Jetzt muss kurzfristig eine Lösung gefunden werden, um den Reitbetrieb weiter gewährleisten zu können.

„Die Kinder sind sehr traurig, dass ihnen die Grundlagen ihres Hobbys in diesem Ausmaß genommen wurden“, so Anke Fahrland, die seit 1990 in dem Verein reitet. Besonders ärgerlich: In zwei Wochen sollte ein mehrtägiger Kinderferienkurs „Ein Bett im Kornfeld“ beginnen. „Der Kurs wird nicht abgesagt, aber inhaltlich etwas verändert“, versichert die Hobby-Reiterin.

Sie ist guter Hoffnung, dass Ersatzsättel herbeigeschafft werden können. Denn schon seit Sonnabend gehen immer mehr Hilfsangebote beim Reitverein ein. „Das Mitgefühl und die Solidarität sind sehr groß. Überall melden sich Reiter, die uns mit Sätteln aushelfen wollen – als Leihgabe, als Spende oder mit der Option des späteren Kaufes“, so Fahrland. Über das soziale Netzwerk Facebook hatte sich die Nachricht vom Einbruch in die Sattelkammer schnell verbreitet. „Wir freuen uns sehr über die positive Resonanz, aber es ist immer schwierig, denn die angebotenen Sättel müssen auch auf unsere Pferderücken passen“, so die Vereinsaktivistin.

Bundesweit reißen die Meldungen über Pferdesattelklau seit Jahresbeginn nicht ab. Im Land Brandenburg hatte sich im Jahr 2014 die Zahl der Diebstähle laut Landeskriminalamt im Vergleich zum Vorjahr bereits verdoppelt (2014: 49 erfasste Fälle, 2013: 24). Auch wenn sie die Zahlen im Vergleich zu den Diebstählen insgesamt auf niedrigem Niveau halten, verunsichert der Sattelklau natürlich Pferdebesitzer und Reiter im ganzen Land.

Besonders übel traf es am letzten Juliwochenende Reiterhöfe in Nudow und Schenkenhorst (beide Potsdam-Mittelmark), wo jeweils rund 20 zum Teil hochwertige Sättel und anderes Reitzubehör verschwanden. In Nudow wurde eine Sattelkammer leergeräumt, Reiterhofbetreiberin Marita Schreiber schätzte den Schaden auf gut 60 000 Euro. In Schenkenhorst knackten die Langfinger Metallschränke, ein ähnlich hoher Schaden auch dort. Die Sättel gehören überwiegend Sport- und Hobbyreitern, die ihre Pferde auf den Höfen in Pension haben.

Von Claudia Krause

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