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Potsdam-Mittelmark „Schach hält den Geist in Bewegung“
Lokales Potsdam-Mittelmark „Schach hält den Geist in Bewegung“
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18:16 01.11.2017
Vereinschef David Hanisch (l.) spielt eine Partie gegen den Vize-Vorsitzenden Willi Wierscheim. Quelle: Luise Fröhlich
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Werder

Zwanzig Jahre ist er her, dass sich zehn Werderaner Schachspieler zusammengesetzt haben, um einen eigenen Verein zu gründen. Wilfried Stubbe, mittlerweile 86 Jahre alt, war einer von ihnen und sitzt noch heute jeden Mittwoch beim Trainingsabend. Er ist einer von zwei Gründungsmitgliedern, die noch übrig sind. „Damals waren auch noch jüngere dabei, die dann aber oft aus beruflichen Gründen aufgehört haben“, erzählt er. Die Mitgliederzahl hat sich seitdem positiv entwickelt und pegelte sich in den vergangenen Jahren bei etwa 25 ein. Darunter sind immerhin vier Frauen und vier bis sechs aktive Jugendliche. Letztere im Verein zu halten, wenn Fußball oder Ausbildung winken, sei sehr schwer, berichtet der Vorsitzende David Hanisch.

Der 50-Jährige trat kurz nach Gründung bei und ist seit etwa 15 Jahren Vereinschef. Als Kind hatte er im Familienkreis das Schachspielen gelernt und kam über einen Bekannten in den Werderaner Verein. Seit etwa acht Jahren kommen die Hobbyspieler im Awo-Treff in der Brandenburger Straße in Werder zusammen. Zu Beginn trafen sie sich immer im „Hotel zur Insel“, wo auch die Wettkämpfe stattfanden, und wechselten danach in die Alte Weberei. Derzeit stellen sie drei Mannschaften im regulären Wettbewerb. Eine spielt in der Regionalliga und tritt gegen Schenkenberger, Falkenseer oder Potsdamer an. Die beiden anderen befinden sich in der Regionalklasse, wie der Vize-Vorsitzende, Willi Wierscheim, berichtet. Eine Schachsaison besteht aus zehn bis elf Runden und dauert von Oktober bis Mai/Juni.

Gelernter Werkzeugmacher stellt selbst Figuren her

Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens hat der Verein in diesem Jahr ein dreitägiges Jubiläumsturnier auf der Wachtelburg veranstaltet. Normalerweise finden solche Turniere im Schützenhaus statt, doch in diesem Jahr überschnitt sich der Termin mit der Bundestagswahl, so dass sie ausweichen mussten. Zahlreiche Schachfreunde aus nah und fern seien der Einladung gefolgt. Der Stadtsportbund hat dem Verein bei diesem Turnier 300 Euro spendiert. „Mit diesem Zuschuss konnten wir den Raum bezahlen“, sagt David Hanisch. Der Vorsitzende des Stadtsportbundes, Klaus-Dieter Bartsch, habe erwähnt, dass es der Stadt ein Anliegen sei, auch die im Vergleich zum Fußball etwas weniger berühmten Sportarten zu fördern.

„Schach hält den Geist in Bewegung“, sagt Wilfried Stubbe. Ein Turnierspiel, das über fünf Stunden gehen kann, halte er zwar nicht mehr durch, aber für den Trainingsabend ist noch genug Energie da. Sein handwerkliches Talent fließt in die Gestaltung der bevorstehenden Vereinsausstellung im Kunstgeschoss. Für die Präsentation des Schachvereins hat der gelernte Werkzeugmacher eigene Figuren gedrechselt und geschnitzt. Zu sehen sind diese ab 8. November. Neben der Vereinsausstellung freuen sich die Schachspieler aber auch schon auf das traditionelle Neujahrsturnier, bei dem jedes Jahr etwa 30 Leute mitmachen.

Für jede Spielstärke sind Gegner da

Abgesehen von dem normalen Spielbetrieb ist der Verein regelmäßig beim Werderaner Mühlenfest und dem Petzower Parkfest vertreten. Solche Veranstaltungen seien eine gute Gelegenheit, um auf den Verein aufmerksam zu machen, der jederzeit neue Unterstützer und Mitglieder aufnimmt. Turnierspieler, Hobbyspieler, Kinder und Jugendliche sind eingeladen, beim wöchentlichen Trainingsabend am Mittwoch ab 18.30 Uhr reinzuschnuppern.

Für jede Spielstärke seien Gegner da, wie David Hanisch betont. Dadurch habe jeder die Chance zu gewinnen.„Wir fühlen uns schon als Sportverein“, sagt er. „Es ist zwar danach nicht so, als wäre man einen Marathon gelaufen, aber man merkt, dass man den Geist angestrengt hat.“ Ihn persönlich reizt Schach, weil es kein Glücksspiel ist. „Es liegt immer am eigenen Geschick.“ Das unterscheide Schach von anderen Brettspielen.

Von Luise Fröhlich

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