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Potsdam-Mittelmark Schäfer wollte wegen Wölfen hinschmeißen
Lokales Potsdam-Mittelmark Schäfer wollte wegen Wölfen hinschmeißen
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12:20 12.06.2017
Quelle: dpa
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Schmerwitz/Schlalach

In kaum einem anderen Agrarbetrieb sind zur Brandenburger Landpartie Unterhaltung und Landwirtschaft so nah beieinander wie auf dem Gut Schmerwitz. Viele Menschen haben am Wochenende dort einen Stopp eingelegt. So viele, dass allein der Weg vom Parkplatz bis zum Gut einige hundert Meter betrug, wenn man nicht gerade Glück hatte um eine nähere Lücke zu erwischen.

Alljährlich ein Blickfang: Traktorenparade auf dem Gut Schmerwitz. Quelle: Andreas Koska

Die alljährliche Traktorenparade der Benkener Treckerfreunde war ein Höhepunkt. Viele Blicke waren auf die großen und kleinen, älteren und neueren Gefährte gerichtet. Doch auch der Auftritt der Cammertänzer kam gut an. Wer wollte, konnte an den Führungen durch die ökologischen Geflügelhaltung teilnehmen. So bot der Hof einen umfassenden wie detaillierten Einblick in die Arbeit der Bauern. „Genau das ist unser Wunsch“, erklärte Jens Schreinicke. Der Chef des Kreisbauernverbandes hatte die Landpartie in Potsdam-Mittelmark zuvor auf dem Jacobs-Spargelhof in Beelitz eröffnet.

„Problem ist und bleibt der Wolf“

Was Schmerwitz im Großen, sind die Streubels im Kleinen. Die Familie öffnete ihren Vierseithof in Schlalach für die Besucher. 270 Schafe und viele Lämmer hält der Hof derzeit. Interessierte konnten eine Rundfahrt zwischen Anwesen und Weide nutzen, um sich vor Ort zu informieren. Klaus Streubel nahm kein Blatt vor den Mund. Der Schäfer wollte schon aufgeben. „Ein Problem ist und bleibt der Wolf“, sagt er. Etliche seiner Schafe wurden gerissen. Doch Sohn Georg Streubel wollte das Lebenswerk seines Vaters nicht aufgeben und übernahm den Betrieb im Nebenerwerb. Nun möchte er den Bestand wieder aufstocken.

Georg Streubel hat den Betrieb seines Vaters Klaus (r.) im Nebenerwerb übernommen. Quelle: Andreas Koska

Der 38-jährige Lagerist hat die Schafzucht von seinen Eltern gelernt. Klaus und Karin Streubel sind inzwischen Rentner. So richtig trennen können sie sich allerdings noch nicht und stehen ihrem Sohn deshalb mit Rat und Tat zur Seite. Gut 1000 Lämmer werden jedes Jahr geschlachtet. „Wir kaufen welche zu, denn es würde sonst nicht reichen“, bekennt der Schäfer offen, wie gewirtschaftet werden muss, um rentabel zu arbeiten. Die Produkte vermarktet die Familie selbst. Im Hofladen kann man sie kaufen. Neben Fleisch und Wurst gibt es Wollprodukte und Felle.

Familiäre Stimmung auf dem Hof

Eine kleine Kostprobe des Lammfleisches gab es während der Landpartie vom Grill. Kinder konnten filzen oder aber die Esel und Schafe besuchen. Im Torhaus begrüßte eine Puppe in Schäferarbeitskleidung die Gäste.

Eine Puppe in Schäferbekleidung empfing die Gäste. Quelle: Andreas Koska

Die Stimmung auf dem Hof der Streubels war familiär. Während man in Schmerwitz noch Parkplatzprobleme hatte, standen hier nur wenige Autos. Die meisten Gäste steuerten das Familienunternehmen auf dem Drahtesel an, so wie die Alt Borker Ortsvorsteherin Marlies Schulze.

Landpartie als eine Art Dorffest

Ähnlich familiär ging es im Stammgut 24 in Brück-Gömnigk zu. Auf dem Vierseithof wird zwar keine Landwirtschaft mehr betrieben, dafür gab es aber jede Menge zu sehen. Inhaber Kai Fröhlich sammelt alte Technik, die er dem Anlass gemäß ausgestellt hatte Die Dorffrauen lieferten Kuchen. Also kamen die Gömnigker Bürger und machten aus der Landpartie kurzerhand ein Dorffest. Bio-Schweinebauer Bernd Schulz, der seinen Hof gegenüber hat, setzt die Landpartie in diesem Jahr aus. Zwar war das Tor zum Hof und der Hofladen geöffnet, aber es lief das allwöchentliche Samstagsgeschäft.

Anders auf dem Museums auf dem Museumshof „Bellawie“ im benachbarten Trebitz: Er lockte mit einem großen Werbeschild an der Straßenkreuzung in Gömnigk die Besucher an. Wer überdies noch Zeit hatte, konnte am vergangenen Wochenende auch den Verein „Alte Haus“ in Lütte, den Reiterhof in Groß Briesen oder die Titanen in Brück besuchen.

Von Andreas Koska

Werner Leschhorn ist ein Berliner. Dort hat er rund um die Uhr Trubel, wenn er möchte. In Rietz (Potsdam-Mittelmark) hat er sich einen Ausgleich geschaffen. Auf seinem Grundstück ist er glücklich – und ganz nebenbei leitet er auch noch den Rietzer Kulturverein. Er hat mit der MAZ über die Vereinsarbeit und den Grund gesprochen, warum er nicht dauerhaft aufs Dorf möchte.

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