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Schandfleck: Alte Villa steht jetzt leer

Stahnsdorf Schandfleck: Alte Villa steht jetzt leer

Ausgerechnet am Eingangstor zur Gemeinde aus Richtung Kleinmachnow und Potsdam rottet ein gemeindeeigenes Haus in Stahnsdorf vor sich hin. Jetzt sind auch die letzten langjährigen Mieter ausgezogen. Eine Zukunft für das Haus, Ruhlsdorfer Straße 1, steht noch in den Sternen.

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Gruselig: Das leer stehende Haus Ruhlsdorfer Straße 1.

Quelle: C. Krause

Stahnsdorf. Schön ist anders. Das gemeindeeigene Haus, Ruhlsdorfer Straße 1, bröckelt seit Jahren vor sich hin. Schlecht nur, dass es ausgerechnet am Eingang zur Gemeinde sichtbar als Schandfleck steht. Jetzt sind die langjährigen Mieter ausgezogen, die Gartentore stehen offen, Müll liegt rum.

Es handelt sich um die alte Fabrikantenvilla, die 1910 für den Gutsherren-Nachkommen Albert Pardemann gebaut und in der DDR mit drei Wohneinheiten vermietet wurde. Im Erdgeschoss gibt es eine 143 Quadratmeter große Wohnung und im Obergeschoss zwei, schon länger unbrauchbare Wohnungen mit 48 beziehungsweise 68 Quadratmetern, wie Gemeindesprecher Stephan Reitzig auf MAZ-Nachfrage sagte. Um das Haus öffentlich nutzen zu können, müsste es „ausweislich des jüngsten Gutachtens zum gemeindlichen Wohnungsbestand“ für etwa 550 000 Euro saniert werden.

Klar sei, dass auf der Grundstücksfläche mit jeweils drei Metern rund ums Haus keine Parkplätze angelegt werden können. Außerdem sei die Zufahrtssituation für das im Kreuzungsbereich von Linden-, Ruhlsdorfer- und Wilhelm-Külz-Straße gelegene Grundstück „problematisch“. Die Parkplatzsituation am Stahnsdorfer Hof sei bereits heute durch die starke Frequentierung der Geschäfte und Lokale angespannt. „Letztlich ist dieses Haus aufgrund seiner Lage und der beschriebenen Beschaffenheit für die Ausübung eines freien Berufs mit geringem Kundenverkehr geeignet, wie z. B. einem Architekten oder Rechtsanwalt“, so Reitzig. Eine Nutzung als öffentliches Kulturzentrum, wie vor längerem schon einmal von der CDU vorgeschlagen, wäre demnach nicht vorstellbar. Allein für ältere Mitbürger wäre der Zugang zum Haus schwierig. Auch Gudrun Angelika Hoffmann vom Stahnsdorfer Kunstmeile-Verein hatte diesen Vorschlag kritisch gesehen. Der Verein setze vielmehr auf das geplante Bürgerhaus am Dorfplatz nach dem Umzug der Freiwilligen Feuerwehr an einen neuen Standort, sagte sie damals der MAZ.

Fakt ist, dass mit dem geplanten Bau der neuen Landesstraße 77 und dem Umbau der Kreuzung auch die Gemeinde überlegen müsse, wie sie diesen Bereich „vielleicht mit einem Springbrunnen und ein paar Bänken aufwerten“ wolle, forderte CDU-Chef Mühlner schon 2015.

Der Finanzausschuss hatte in seiner Sondersitzung am 7. Juni 2016 den Umgang mit dem gemeindlichen Wohnungsbestand Objekt für Objekt anhand der Aussagen des vorliegenden Gutachtens besprochen – entweder Übertragung an die gemeindeeigene Wohnungsgesellschaft WogeS oder Verkauf oder Sanierung.

Für das Haus Ruhlsdorfer Straße 1 wollte der Ausschuss allerdings noch keine Empfehlung geben, sondern das Thema in einer späteren Sitzung erneut aufgreifen.

Von Claudia Krause

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