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Schatzsuche am Petzower Schloss

Sockel des alten Kirchenkreuzes aufgespürt Schatzsuche am Petzower Schloss

Auf der grünen Wiese nahe dem Petzower Schloss erinnert nichts mehr daran, dass dort die kleine Dorfkirche stand. Auch das Kirchenkreuz soll 1945 durch Vandalismus zerstört worden sein. Archäologen und Investoren aber sind gegenwärtig auf der Suche nach dem Kreuz. Teile des Sockels wurden in diesen Tagen bei Grabungen wieder entdeckt.

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Historische Karten erinnern an das Kirchenkreuz (r.), einst am Standort des alten Gotteshauses in Petzow. unweit vom Herrenhaus.

Quelle: Greiner

Petzow. Während die Schlosssanierung in Petzow voranschreitet, bald die ersten Mieter in die neuen Wohnungen einziehen können, spüren unweit des Herrenhauses Archäologen bedeutsame Zeitzeugnisse auf. Mit dabei Klaus Kosakowski, Eigentümer der Fundfläche an der alten Schule und am Schlossgarten, der gerade hergerichtet wird. Doch noch haben die Archäologen das gesuchte Kreuz auf dem einstigen Kirchenplatz nicht gefunden.

Kosakowski, früher Manager bei Rewe und heute Grundstücksentwickler, hat die Suche initiiert und Experten mit der Aktion beauftragt. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Golfclubs am Seddiner See ist auch an deren Seite, als in diesen Tagen wahrhaftig der erste Fund aus Sandstein am Petzower Schlosspark freigelegt werden konnte. Zuvor war das mögliche Feld abgesteckt worden, der Boden Meter für Meter mit einem Spezialgerät, das Anomalien des Erdmagnetfeldes anzeigt, untersucht worden. Ein Schatten auf dem computergestützten „Röntgenbild“ des Erdstücks ließ die Experten dann zu Eisenstangen greifen, die sie in den Boden setzten. Dann erklang der erhoffte Ton, wenn Metallstangen auf Stein treffen. Er wurde von den Archäologen auf wenigen Quadratzentimetern mit Wasser begossen. „Es ist offenbar wahrhaftig Sandstein“, sagte Archäologe Professor Thomas Schenk. Seine Mitstreiterin Marita Genesis und Kosakowski sind außerordentlich zufrieden mit den Ergebnissen gleich am ersten Tag der Erkundungen.

„Es ist zwar noch nicht das erhoffte ehemalige Kreuz der früheren Petzower Kirche, aber wir sind sicher, dass es sich um den Sockel handelt“, zeigt sich Kosakwski optimistisch. Die Inschrift konnte er bisher noch nicht deuten. Der Stein sei mindestens zwei Tonnen schwer, zwei mal ein Meter breit und fast einen Meter hoch. „Dann kann das Kreuz aus Pirnaer Sandstein doch nicht weit davon entfernt sein“, sagt Kosakowski.

Noch haben es die namhaften Archäologen Professor Thomas Schenk aus Berlin und Marita Genesis aus Potsdam bei den Bodenuntersuchungen seit dem vergangenen Donnerstag nicht ausfindig machen können. „Natürlich werden wir weiter suchen, so schnell geben wir nicht auf“, sagt Kosakowski. „Wenn wir das Kreuz finden, will ich es sanieren und aufstellen lassen, dort wo früher an der alten Schule die Kirche stand und sich der kleine Friedhof befand.“

Weil das bescheidene Gotteshaus baufällig war, wurde die neue Kirche auf dem Grelleberg gebaut. Das Kreuz soll am Standort der alten Kirche vergraben worden sein. Ortsvorsteher Bernd Hanike erinnert sich: „1945 ist es durch Vandalismus zerstört worden.“ So ist es auch in der Ortschronik festgehalten. Das Kreuz zu finden und wieder aufzustellen, ist für Kosakowski eine Herausforderung. „Petzower haben mit Spenden die Suche bereits unterstützt, sie werden nicht die Kosten decken, aber ich weiß Einheimische hinter mir.“

Der Berliner Inhaber und Gestalter des Schlossgartens will mit dem historischen Kirchenkreuz am ehemaligen Standort des Gotteshauses an die Geschichte Petzows erinnern. Gleich in der Nachbarschaft liegt das Erbbegräbnis der Familie von Kaehne. Sie hatte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts das einst unscheinbare Petzow durch Gewinne aus der Ziegelproduktion zu einer Perle in der Mark entwickelt. Damit sie ihren Glanz nicht verliert, lassen gegenwärtig Investoren aus Potsdam und Berlin das Schloss sanieren und weitere Wohnungen bauen. Kosakowski gestaltet den Schlossgarten neu, will in der alten Schule ein Café einrichten. Und das alte Kirchenkreuz wieder als Denkmal ans Tageslicht zu holen, gehört für den Investor einfach dazu.

Von Regine Greiner

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