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Potsdam-Mittelmark Schau zeigt Leben und Wirken von Albert Baur
Lokales Potsdam-Mittelmark Schau zeigt Leben und Wirken von Albert Baur
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07:25 10.10.2017
Das Ergebnis intensiver Recherche: Das Leben und Werk des Theologen Albert Baur ist auf einigen Schautafeln in der Marienkirche zusammen gestellt. Quelle: Christiane Sommer
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Bad Belzig

„Albert Baur hat viel bewegt. Ich frage mich, warum man ihn in Bad Belzig vergessen konnte“, sagte Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos) am Wochenende in der Marienkirche. Dort ist jetzt eine Ausstellung über das Wirken des Theologen (1803- 1886) in Bad Belzig zu sehen. Eine Antwort vermochte niemand im Rund zu geben. Vielmehr herrschte Erstaunen über das mannigfaltige Engagement Baurs. Sogar Klaus Pomp, der die Ausstellung initiiert hat, räumte ein: „Auch ich war über die Vielfalt erstaunt, die sich mir eröffnete.“

Noch bis zum Mitte November sind diverse Ausstellungsobjekte und Tafeln in dem Gotteshaus zu sehen. Sie vermitteln ein eindrucksvolles Bild über Leben und Wirken des Pfarrers an seiner Belziger Dienststelle in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Der Wahl-Dippmannsdorfer Klaus Pomp engagiert sich seit 1997 um die Würdigung von Albert Baurs Verdiensten. Neben der Kirchenarbeit ist letzterer am ehesten noch für seine Bemühen um den Sport in der Region bekannt. Dass er aber auch ein begnadeter Maler und Musiker war, der sich obendrein für den Fortschritt in der Gesellschaft einsetzte, ist nahezu unbekannt.

Mit der Ausstellung ist es erstmals gelungen, ein kompaktes Bild über einen politisch und kulturell interessierten Menschen zu zeichnen, der gern in Museen und Konzerte ging - diesen geistigen Genüssen im Belzig der damaligen Zeit jedoch entsagen musste.

Aus dieser Sehnsucht heraus suchte er das Interesse der hiesigen Bevölkerung an Kunst und Sport zu wecken. Mit der Zeichenmappe unter dem Arm zog es ihn hinaus in die Natur des Hohen Flämings. In dieser Folge entstanden zahllose Ansichten der Stadt. Er gab Klavierunterricht und gründete eine Bibelgesellschaft. Die sorgte unter anderem dafür, dass auch mittellose Familien ein Leseexemplar für zu Hause bekamen.1844 hob Baur den Gustav-Adolf-Zweigverein und ein Lesekränzchen aus der Taufe, in dem auch über Literatur gesprochen wurde. In den Jahren 1845/46 verfasste er die Bücher „Kirchengeschichte in gedrängter Form“ und „Schleiermachers christliche Lebensanschauungen“.

1861 wiederum schritt er zur Anlage des Turnplatzes an der Brandenburger Straße und packte persönlich beim Bau von einfachen Turngeräten mit an. Im Jahr darauf gründete Baur den ersten Turnverein der Stadt und lud 1863 zu einem Turnfest ein - unter den gestrengen Augen des Superintendenten. 1866 lässt er von Schülern Friedenseichen auf dem Schützenplatz pflanzen. 1869 gründet er den Gustav-Adolph Frauenverein. 1875, bereits im hohen Alter, kommt ihm die Ehre zu, den ersten Spatenstich beim Bau der Eisenbahnlinie und später die Weiherede zu halten.

Für die Ausstellung fügte Klaus Pomp zahllose Mosaiksteine zusammen, die er im Verlauf seiner Forschungsarbeit zusammentrug. „Ich will damit auch das Straßenschild an der neuen Straße in den Kurpark mit Leben füllen“, erklärt der 74-Jährige sein Engagement. Erst seit Juni diesen Jahres gibt es die Albert-Baur-Straße in der Kur- und Kreisstadt. Vom Zebra-Streifen in der Brandenburger Straße führt sie durch das wachsende Wohngebiet zum künftigen Hotel an der Stein-Therme.

Barbara Weiland und Wilhelm Quitzow aus Berlin - Baurs Ururenkel aus zweiter Ehe - gehörten am Sonnabend zu den ersten Ausstellungsbesuchern. „Es ist schön, sein Lebenswerk so kompakt zu sehen“, sagte Barbara Weiland.

Marie Luise Mündlein und Klaus Mohr – Baurs Ururenkel aus erster Ehe – mussten der Vernissage fernbleiben. Ihre Bahnverbindung war ein Opfer des Sturmtiefs „Xavier“ geworden. „Das ist besonders schade, weil Marie-Luise Mündlein Baurs Kompositionen spielen wollte“, sagte Pomp. Leisegang dankte „für die Blicköffnung“ und versprach dem 74-Jährigen Unterstützung bei seinen Bemühungen um den Erhalt von Baurs Erbe.

Die Ausstellung in der Marienkirche ist bis zum 25. November täglich von 10 bis 17 Uhr zu sehen.

Von Christiane Sommer

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