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„Schenkraum“ zieht im Mai in neues Domizil

Wiesenburg „Schenkraum“ zieht im Mai in neues Domizil

Alles neu macht der Mai: Beim „SchenkRaum Wiesenburg“ trifft dieses Sprichwort gleich in doppelter Hinsicht zu. Mit seinem Umzug in eine neues Domizil nach Borne hat sich die Spendenstelle auch gleich einen neuen Namen verpasst und firmiert zukünftig als „SchenkRaum Fläming“. Die Neueröffnung findet am 6. Mai statt.

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Der „SchenkRaum Fläming“ musste sein altes Domizil in Wiesenburg räumen und hat jetzt neue Räume in Borne bezogen. Neueröffnung am 6. Mai 2017.

Borne. Noch herrscht hinter der weißen Eingangstür größtenteils Baustelle. Dabei drängt die Zeit: In weniger als drei Wochen muss auch der letzte Rest Bauschutt verschwunden sein. Denn dann will der „SchenkRaum Fläming“ – ehemals „SchenkRaum Wiesenburg“ – Neueröffnung feiern. Ab 6. Mai soll das Haus in der Gruboer Straße in Borne wieder allen offen stehen, die etwas nicht mehr brauchen und verschenken wollen und die etwas brauchen und nicht für teures Geld neu kaufen wollen.

„Die Küche und der obere, kleinere Raum sind bereits fertig“, sagt Mary-Doreen Korn. „Insgesamt stehen uns hier knapp 140 Quadratmeter zur Verfügung – wir verbessern uns im Vergleich zu den vorherigen Räumlichkeiten.“ Auch weil das neue Domizil über Toiletten verfügt. Mary Korn hat seit April vergangenen Jahres die Fäden der Gemeinwohlinitiative in der Hand. Die Brückerin folgte auf Yvonne Eisenblätter, die den Schenkraum vor drei Jahren mit initiiert hatte. Die Idee dahinter: Man will dem sogenannten Konsumwahn und der Wegwerfgesellschaft entgegenwirken.

Suche nach neuem Domizil war schwierig

Die Renovierungsarbeiten laufen seit Ende Februar, die Hälfte aller Sachen ist schon von Wiesenburg nach Borne gebracht worden. Der Rest folgt am Wochenende. Bis zum 30. April müssen die Räume im Verwaltungsgebäude des ehemaligen Kreisbetriebes für Landtechnik in Wiesenburg geräumt sein. Dort war der Schenkraum bisher untergebracht. „Wegen eines Eigentümerwechsels ist allen Mietern gekündigt worden“, erzählt Mary Korn. „Wir wussten schon seit 2016, dass wir raus müssen.“

Gemeinsam mit Wiesenburgs Bürgermeister Marco Beckendorf (Linke) sei dann nach neuen Räumen gesucht worden. „Das hat sich aber als sehr schwierig erwiesen“, sagt Korn. Der entscheidende Vorschlag kam schließlich von Sonja Klein, die sich seit gut neun Monaten beim Schenkraum engagiert. Ihr und ihrer Mutter Ute Klein gehören das Grundstück und das Häuschen in Borne, wo die Initiative jetzt einzieht. Wegen des Heimvorteils kann Sonja Klein künftig auch ein paar Termine für Mary Korn übernehmen – vor allem unter der Woche, da die zweifache Mutter sonst immer extra aus Brück anreisen müsste. Das Team freut sich, dass der Schenkraum für die Region nun zentraler liegt und damit besser erreichbar ist. Die ersten Spenden seien bereits gebracht worden.

Nur Sachen abgeben, die sofort benutzbar sind

Das Spenden-Projekt lebt von Sponsoren und den aktuell zehn Ehrenamtlichen, die sich regelmäßig engagieren. Auch für die laufenden Renovierungsarbeiten werden noch Sponsoren und Handwerker gesucht. „Wir suchen jemanden für den Linoleumboden – knapp 80 Quadratmeter müssen verlegt werden“, sagt Mary Korn. „Außerdem brauchen wir einen Maurer, der die Decke verputzen würde und einen Dachdecker, der sich noch mal zwei kleine Sachen auf dem Dach anschaut.“ Auch ein Architekt, der die Ehrenamtler bei den Formalitäten zum Umnutzungsantrag unterstützt, soll schnellstmöglich gefunden werden.

„Von der ausklappbaren Badewanne bis zur benutzten Klobürste war schon alles an Spenden dabei“, erinnert sich Sonja Klein. „Aber leider auch vieles, was direkt entsorgt werden musste“, ergänzt Angelika Grabinski. Die Görzkerin betreut die Facebook-Seite des Schenkraums. Beide appellieren Spender, nur Sachen abzugeben, die sauber und sofort benutzbar sind. „Keine defekten Elektrogeräte und auch bitte keine Röhrenfernseher mehr“, sagt Angelika Grabinski. Weit oben auf der Abhol-Liste stehen Kleidung und kleine Haushaltsgeräte. „Kaffeemaschinen sind immer heiß begehrt, die stehen meist nicht lange“, sagt Sonja Klein.

Neueröffnung in Borne am 6. Mai

Die Neueröffnung vom „SchenkRaum Fläming“ findet am 6. Mai von 14 bis 16 Uhr in Borne, Gruboer Straße 16a, statt.

In der Regel ist der Schenkraum dann immer samstags von 14 bis 16 Uhr geöffnet. An Feiertagen und während der Winterruhe bleibt die Spendenstelle geschlossen. Diese beginnt in der Regel mit dem ersten Frost und dauert bis circa Ende Februar.

Gesucht werden für die Neugestaltung der Räume noch Rundständer auf Rollen – um die Kleidung übersichtlicher präsentieren zu können.

2015 hat das gemeinnützige Projekt den Fläming-Initiativ-Preis gewonnen.

Mehr unter www.schenkraum-flaeming.de. Wer sich engagieren will kann sich auch direkt an Mary Korn wenden. Sie ist erreichbar unter 0174-9 09 26 67 oder per Mail an das_team@schenkraum-flaeming.de.

Prinzipiell kann alles zum Schenkraum gebracht werden, was in den eigenen vier Wänden nicht mehr benötigt wird. Abgeben oder Abholen – beides ist kostenlos. Für große Möbel oder andere Gegenstände, die viel Platz brauchen, gibt es eine klassische Biete-Suche-Pinnwand. Dort können auch Dienstleistungen wie Hilfe im Garten oder beim Einkauf angeboten werden.

Den Initiatoren ist es wichtig, dass der Schenkraum als Anlaufstelle für Jedermann gesehen wird. „Hier begegnen sich Menschen aller Altersgruppen und aus allen sozialen Schichten – alle verbindet die Freude am Schenken“, sagen die beiden Frauen.

Von Josephine Mühln

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