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Scherben und Fahrspuren aus dem Mittelalter

Vom Leben vor der Hakeburg in Kleinmachnow Scherben und Fahrspuren aus dem Mittelalter

Archäologen graben seit fünf Wochen auf dem Baufeld für das neue evangelische Gemeindezentrum in Kleinmachnow. Nach etlichen Funden aus dem 19. Jahrhundert sind sie jetzt doch auf Spuren der Urgeschichte und des Mittelalters gestoßen.

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Manuel Escobedo zeigt die mittelalterlichen Fahrspuren am Zehlendorfer Damm in Richtung alte Dorfkirche.

Quelle: C. Krause

Kleinmachnow. Jetzt strahlen die Archäologen und Heimatfreunde in Kleinmachnow: Bei den seit fünf Wochen laufenden Ausgrabungen auf dem Baufeld für den Kirchneubau im Alten Dorf sind die Arbeiter doch noch auf Erdschichten und Funde gestoßen, die auf mittelalterliches Leben schließen lassen. Die Hakeburg ist also nicht das älteste. Bislang galt das Jahr 1583 als ältestes belegtes Datum. „Die Zeit vor 1600 fehlte hier ganz“, sagte am Freitagvormittag Grabungsleiter Matthias Pytlik auf dem Baufeld am Zehlendorfer Damm. „Das hier ist sehr wichtig, weil keiner wusste, was vor der Hakeburg war.“

Archäologe Matthias Pytlik (l) zeigt Axel Mueller vom Vorstand des Heimatvereins Scherben aus drei Zeitepochen

Archäologe Matthias Pytlik (l.) zeigt Axel Mueller vom Vorstand des Heimatvereins Scherben aus drei Zeitepochen.

Quelle: C. Krause

Bevor die frei gelegten Mauerreste abgerissen und der Baugrund für das neue Gemeindezentrum planiert wird, können Kleinmachnower noch einen Blick auf mittelalterliche Erde werfen und sogar Fahrspuren in Richtung alte Dorfkirche sehen. Selbst Überreste von im etwas späteren Mittelalter gesetzten Pfosten an den Spuren „sind in regelmäßigen Abständen“ erkennbar, freut sich Archäologe Manuel Escobedo. Stolz sind die Fachleute selbst auf kleinste Scherben, die aus dem Mittelalter und gar aus der keltischen Zeit 500 Jahre v. Chr. stammen. Während das urgeschichtliche Steinzeug noch wasserdurchlässig war, waren Tongefäße im 13. Jahrhundert „bereits dichter gebrannt und hielten das Wasser“, erklärte Pytlik angesichts einer Scherbe mit gewölbtem Rand.

Aus dem Mittelalter

Aus dem Mittelalter: Tonscherbe auf der Hand des Archäologen.

Quelle: C. Krause

Zunächst war nicht klar, ob man auf frühe Funde stoßen würde. Gehoben wurden inzwischen neben einem Herd (MAZ berichtete), Glas- und Porzellanscherben englischer Herkunft, Reste von Bierflaschen aus Berlin- Schöneberg und -Gesundbrunnen, aber auch Champagnerkorken – alles aus dem 19. Jahrhundert. Pytlik denkt, dass man vieles von dem Gefundenen den Kleinmachnowern überlassen könne – zu Freude des Heimatvereins.

Wie nach einem Gelage zusammengefegt

Wie nach einem Gelage zusammengefegt: Glas- und Geschirrreste aus dem 19. Jahrhundert.

Quelle: C. Krause

Jetzt wird die Baugenehmigung für den Neubau auf 1300 Quadratmetern erwartet, so dass im Juli/August Baustart sein könnte. Mit 1,5 Jahren Bauzeit ist zu rechnen.

Von Claudia Krause

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