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Schimmel und Hygiene-Mängel: Flüchtlingsheim schließt

Lehnin Schimmel und Hygiene-Mängel: Flüchtlingsheim schließt

Das Lehniner Flüchtlingsheim, das derzeit von 58 Männern, Frauen und Kindern bewohnt wird, schließt. Das Gesundheitsamt nimmt die Mängel dort nicht mehr hin.

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Drei syrische Brüder in der Kleiderkammer des Lehniner Flüchtlingsheimes. Der Landkreis bringt die Bewohner nun anderswo unter.

Quelle: Marion von Imhoff

Lehnin. Das Lehniner Flüchtlingsheim in der Waldsiedlung wird im Sommer geschlossen. Das sagte am Mittwoch Theresa Pauli, die Integrationsbeauftragte des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Grund dafür sind die hygienischen Zustände in dem Heim, das derzeit noch von 58 Menschen bewohnt wird. Zudem gibt es Überkapazitäten im Landkreis bei Flüchtlingsheimen.

Es gebe Bedenken wegen Schimmel im Gebäude, der gesundheitsschädlich sei, so Pauli. Daher hat der Kreis den Mietvertrag gekündigt. Vorausgegangen sei der Versuch, den Vermieter dazu zu bringen, das Gebäude zu sanieren. Eigentümer ist Spargelbauer Heinrich Thiermann. Dieser hat sich schon im Sommer vorigen Jahres beschwert über den Zustand des Heimes. Thiermann will nun nach eigenen Angaben einen vereidigten Bausachverständigen einschalten, um die Renovierungskosten zu klären. Anschließend sollen in dem früheren Wohnheim der Nationalen Volksarmee wieder Erntehelfer untergebracht werden. Thiermann zeigte sich am Mittwoch zuversichtlich, sich mit dem Landkreis gütlich über die Sanierung einigen zu können.

Bewohner ziehen nach Michendorf oder Werder

Anfangs lebten noch 96 Menschen in dem Heim. Voraussichtlich werden die Bewohner in Flüchtlingsunterkünften in Michendorf oder Werder untergebracht, sagte Theresa Pauli. Wie berichtet, hat sich die Zahl der Menschen aus Krisen- und Kriegsregionen im Landkreis binnen eines Jahres um 40 Prozent verringert. Die meisten zogen in Ballungszentren, wo leichter Wohnungen zu finden sind. Deswegen reduziert die Kreisverwaltung nun die Zahl der Plätze. Derzeit gibt es eine Überkapazität von 400 Unterkunftsbetten. Geschlossen werden neben der Lehniner Einrichtung auch ein Flüchtlingsheim in Teltow für 200 Bewohner. Damit fallen 300 Plätze weg. Eröffnet wird in Michendorf dafür eine Unterkunft in einem Hotel, das der Landkreis angekauft hat. Die Unterkünfte in Lehnin und Teltow hat der Kreis angemietet.

Die Flüchtlingsunterkunft in Lehnin liegt am östlichen Ortsrand

Die Flüchtlingsunterkunft in Lehnin liegt am östlichen Ortsrand. Früher wohnten dort Fallschirmjäger, dann Erntehelfer.

Quelle: Marion von Imhoff

10 Flüchtlinge werden abgeschoben

Das Land schätzt nach Angaben Paulis, dass in diesem Jahr 1200 weitere Flüchtlinge nach Potsdam-Mittelmark kommen. Derzeit leben hier 1480 Menschen, die vor Kriegsgräuel und widrigen Lebensbedingungen geflohen sind. „Bisher haben wir seit Jahresbeginn 50 Flüchtlinge aufgenommen“, so Pauli. Der Landkreis sei skeptisch, ob tatsächlich so viele Geflüchtete kommen werden.

Zehn Afghanen, die in Brück Arbeit gefunden haben, werden indes abgeschoben. Das teilte die Integrationsbeauftragte ebenfalls mit. Die betroffenen Männer seien gut integriert, so Pauli.

Sie betonte aber, „diese Menschen haben hier in Deutschland Demokratie erfahren, Qualifizierungen und Deutschkenntnisse erhalten, Bürgerfreundlichkeit, kulturelle Vielfalt und Gleichbehandlung von Frauen und Männern erlebt, das nehmen sie mit in ihre Heimat und werden davon dort profitieren.“ Das sei etwas, was man sehen müsse. „Die Menschen haben den Wert der Demokratie hier erlebt.“ Mit den Männer und Frauen hätten man zudem in Afghanistan nun Ansprechpartner für Projekte zur Entwicklungshilfe dort vor Ort.

Von Marion von Imhoff

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