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Schlacher zeigen Krippenspiel-Musical

Heiter und besinnlich Schlacher zeigen Krippenspiel-Musical

Die Wiege des Weihnachtsfestes stand in Bethlehem. Jeder Jahr wird zu Heiligabend auch in den Kirchen hierzulande daran erinnert. Dass es dabei nicht unbedingt nur schwermütig zugehen muss, wollen nun die Schlalacher zeigen, die die heilige Legende in ein heiter-besinnliches Musical gepackt haben.

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Kostümprobe für den Erzengel Gabriel, dem Gérald Klein ins Flügelgewand hilft.

Quelle: Uwe Klemens

Schlalach. Weihnachten ohne Krippenspiel ist kein richtiges Weihnachten. Selbst Menschen, die mit dem Christentum in ihrem Alltag wenig am Hut haben, strömen am Heiligen Abend besonders dann in die Gotteshäuser, wenn es dort die Geschichte von der Geburt des Gottessohnes zu sehen gibt. Am Donnerstagabend könnte sich der Weg in die Schlalacher Kirche deshalb besonders lohnen. Unter Regie des Medien- und Kulturvereins Schlalach (MuKS) haben Einwohner das vielleicht am häufigsten gespielte Theaterstück der Welt in einer selbst erdachten Musicalfassung einstudiert.

Wiederholung kam nicht in Frage

„Jedes Jahr wollen wir uns für Weihnachten etwas neues Ausdenken“, beschreibt Gabriele Amann das Ziel, das sich der Verein auf die Fahne geschrieben hat. „Was wäre und hier“ nannten die Schlalacher im vergangenen Jahr ihre weihnachtliches Interpretation. Wenngleich dieses auch ein großer Erfolg war, kam einfaches Wiederholen in diesem Jahr nicht in Frage.

Die Idee, Maria und Josephs schwierige Suche nach einem Quartier, die Geburt ihres Kindes und die Ankunft der Heiligen Könige singend statt sprechend zu inszenieren, fand allgemeine Zustimmung. Nur die Suche nach geeigneten Songs gestaltete sich trotz intensiver Internetrecherche schwieriger als anfangs gedacht. „Das kostenfreie Material, das man dort findet, gefiel uns nicht. Was uns gefiel war zu teuer oder wir hätten blind auf Verdacht irgendwas kaufen müssen, ohne zu wissen, ob wir das umsetzen können“, so Amann.

Wer A sagt muss auch B sagen

Also entwickelten die zwölf Darsteller selbst Ideen für Texte und Musik, die Gabriele Amann dann in Versform brachte und von Gérald Klein musikalisch umsetzen ließ.

Reicher durch Kunst

Im August 2011 gründeten Gabriele Amann und Gérald Klein zusammen mit Berliner Freunden den Medien- und Kulturverein Schlalach (MuKS).

Zu den heute 37 Mitglieder zählen hauptsächlich Schlalacher, aber auch Leute aus Treuenbrietzen und Berlin.

Ziel ist, die Region mit Kunst zu bereichern und das kreative Potenzial in den Menschen zu wecken und zu fördern. Motto: Wir bringen die Menschen dazu, Dinge zu tun, die sie nie zuvor getan haben.

Zu den bisherigen Höhepunkten gehören die Produktion zweier Kurzspielfilme, eine Theaterproduktion und die Abendshow „Ein Kessel Schlalach“ mit Akteuren des Dorfes.

Seit Anfang November wurde nun einmal wöchentlich im MuKS-Quartier geprobt. „Da wurde natürlich jede Menge rumgekaspert und ausprobiert“, sagt das Autoren-Duo, das auch im richtigen Leben ein Paar ist und sich bei der Musical-Arbeit wunderbar ergänzt. „Besonders wichtig war uns, dass die Songs einfach genug sind, dass sie von jedem erlernbar sind, und das sie einen Erkennungseffekt haben, damit das Publikum schön mitgehen kann und im besten Fall einfach mitsingen kann“, sagt Klein.

Herodes als Rock’n’roller

Musikalisch werden dabei fast alle Genre bedient, die man sich denken kann. Country und Blues, Rap, Rock’n’Roll und sogar Arbeiter- und Kampflieder hat Gérald Klein im Weihnachtsmusical verarbeitet. Den Erzengel Gabriel darf man rappend und die Schafhüter den Blues performend erleben. „Der King ist natürlich ’Der King’ und kommt als Rock’n’Roller daher“, verrät Klein schon mal vorab. Der Spaß, den die Darsteller beim Einstudieren hatten, hat den Aufwand schon gelohnt. Als die ersten, bewusst schlicht gehaltenen Kostüme hinzukamen, wurde die Heiterkeit natürlich noch größer.

Trotzdem soll der Spaß nicht die Bedeutung des Krippenspiels trüben. „Wir stecken die eigentliche Botschaft einfach nur ein bisschen in ein fetziges und modernes Gewand“, sagt Amann. „Gerade in Deutschland neigt Weihnachten immer ein wenig zu sehr zur Schwermütigkeit. Aber wer sagt denn, dass Weihnachten nicht auch lustig sein darf?“

info: Am Heiligen Abend um 18.30 Uhr kann man sich in der Schlacher Kirche davon überzeugen, ob das Konzept aufgegangen ist.

Von Uwe Klemens

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