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Schlauer als die Klauer

Polizei berät Bürger zum Schutz vor Kriminellen Schlauer als die Klauer

Erna Wojzik hat alles richtig gemacht. Fremden öffnet sie nie ungefragt die Tür. Auch auf den bei Kriminellen beliebten Enkeltrick fiel die Brücker Seniorin kürzlich am Telefon nicht herein. Der Fläming ist die Hochburg von Hauseinbrüchen, informierte die Polizei bei einem Präventionstag in Brück. In Bad Belzig sind diese um 239 Prozent mehr geworden.

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Erna Wojzik und Artur Dingler ließen sich am Donnerstag in Brück von Ronals Milas (r.) und Siegfried Kietz zum Einbruchschutz aufklären.

Quelle: Thomas Wachs

Brück. Wenn ein Enkel Geld von ihr haben wolle, müsse er schon selbst vorbeikommen, erzählte die 90-jährige Brückerin Erna Wojzik am Donnerstag gegenüber Ronald Milas. Der Hauptwachtmeister vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Brandenburg an der Havel machte gestern mit seinem Kollegen Siegfried Kietz Station am Brücker Amtsgebäude. An ihrem mit praktischem Anschauungsmatetrial und Broschüren ausgestatteten Informationsmobil berieten die Polizisten bis zum Mittag rund 25 interessierte Bürger zur Vorbeugung von Einbrüchen und Diebstählen.

Aus Anlass des zentralen "Tages des Einbruchschutzes" an diesem Sonntag tourt das Informationsmobil derzeit auch durch Orte im Fläming, die sich als Schwerpunkte bei Einbruchsdelikten erwiesen hatten. In Brück und Umgebung waren Eigenheime und Firmen einige Zeit lang immer wieder von dreisten Dieben heimgesucht worden. "Überall dort wo die nahe Autobahn schnelle Fluchtwege ermöglicht, schlagen die Kriminellen besonders zu", erzählte Kietz. In 70 Prozent der Fälle verschaffen sich die Täter Zugang über Terrassentüren. Auch unzureichend gesicherte Fenster werden zum Einstiegsweg. "Ein Schraubendreher oder eine kleine Brechstange genügen, um ohne großen Lärm einzudringen", erklärten die Polizisten. Dabei müsse wirksamer Schutz nicht viel Geld Kosten.

"Doch denken viele erst daran, wenn ein Einbruch passiert ist", so Kietz. Er beriet gestern in Brück auch Bürger, deren Häuser bereits von Einbrechern heimgesucht worden waren. Mit Beginn der dunklen Jahreszeit steigt das Risiko für Einbrüche. Diese hinterlassen nicht nur materielle Schäden, die oft höher sind, als der Wert des Diebesgutes. "Häufig beeinträchtigen psychische Belastungen und der Verlust ideeller Werte das Sicherheitsgefühl und Wohlbefinden der Opfer in deutlich größerem Umfang", so Ronald Milas. Hintergrund der Informationskampagne ist eine drastisch gestiegene Zahl von Einbrüchen.

So kann Dieben das Leben schwer gemacht werden

  • Die Fenster , Balkon- und Terrassentüren sollten, auch bei kurzer Abwesenheit verschlossen werden.
  •  Auch bei kurzzeitigem Verlassen von Haus oder Wohnung die Tür nicht nur ins Schloss ziehen sondern immer abschließen.
  •  Haus- oder Wohnungsschlüssel sollten nie draußen unter Fußmatte oder Blumentopf versteckt werden – Einbrecher kennen jedes Versteck.
  •  Gekippte Fenster sind für Einbrecher offene Fenster und von den Tätern leicht zu öffnen.
  •  Rollläden sollten nur zur Nachtzeit – keinesfalls tagsüber – geschlossen werden, um nicht die Abwesenheit zu signalisieren.
  •  Bei Türen mit Glasfüllung sollte der Schlüssel nicht innen stecken.
  •  Bei längerer Abwesenheit sollten Nachbarn den Briefkasten leeren. Überquellende Postkästen signalisieren Einbrechern, dass Haus oder Wohnung unbewohnt sind.
  •  Die Wohnungs- oder Haustür sollte auf Klingeln nicht bedenkenlos geöffnet werden. Gesundes Misstrauen gegenüber Fremden ist nie verkehrt. Hilfreich sind bei Unsicherheit sind Türspion und sogenannte Sperrbügel oder Ketten.

Zusammen mit Partnern aus Versicherungswirtschaft, Industrieverbänden und Baufirmen hat die Polizei die bundesweite Öffentlichkeitskampagne "K-Einbruch" gestartet. Ziel ist es, für wirksame Einbruchsprävention zu sensibilisieren. Der Grund: Nach jahrelangem Rückgang steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche seit 2009 wieder an und lag im Jahr 2012 bundesweit bei rund 144.000 Fällen - ein Plus von 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dieser Trend fiel im Fläming um ein Vielfaches dramatischer aus. Hier stieg die Zahl von Einbrüchen in Häuser 2012 im Bereich des Bad Belziger Polizeireviers von 18 auf 61 angezeigte Fälle. Das entsprach einer Zunahme von 239 Prozent. Im Jahr 2010 gab es in dem Bereich zwölf gemeldete Einbrüche. Demnach ist der Fläming Hochburg bei diesen Delikten im Inspektionsbereich. Dort entsprach der Anstieg der Hauseinbrüche auf 167 Fälle einer Zunahme von 62 Prozent.

Von Thomas Wachs

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