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Schluss mit wildem Parken in Borkwalde

Posse um Schottergelände Schluss mit wildem Parken in Borkwalde

Jahrelang haben Anwohner in Borkwalde eine Brache unentgeltlich zum Parken genutzt. Nun aber ist das Areal seit einiger Zeit verkauft. Der neue Besitzer nimmt seine Rechte wahr. Vorerst mit dem Versuch, die Fläche als Parkplatz den Mietern zu verpachten, die dies jedoch abgelehnt haben. Eine eigens anberaumtes Gespräch führte nicht zum Ziel.

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Frank Steinmetz traute seinen Augen kaum, als er auf dem Schotterplatz plötzlich ein Knöllchen bekam.

Quelle: Andreas Koska

Borkwalde. Frank Steinmetz staunte nicht schlecht. Als er unlängst morgens zur Arbeit fahren wollte, fand er hinter dem Scheibenwischer an der Frontscheibe seines Autos einen durchnässten Zettel. „Sie parken auf einem Privatgrundstück. Das Parken und Befahren ist verboten. Der Eigentümer“, war darauf mit einiger Mühe zu lesen. Der Absender hat wohl Recht – und doch schlagen die Wellen hoch.

Der über die Mitteilung verdutzte Außendienstmitarbeiter ist seit acht Jahren in einem der Mehrfamilienhäuser am Astrid-Lindgren-Platz daheim. Solange nutzt er, wie viele andere Bewohner, die Brache nebenan als Parkplatz für seinen Wagen. Das ungepflegte Grundstück gehörte der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die sich daran nicht störte.

Nun aber ist das Areal seit einiger Zeit offenbar verkauft. Der neue Besitzer nimmt seine Rechte nun wider die bisherige Gewohnheit wahr, wie unumwunden eingeräumt wird. Vorerst mit dem Versuch, die Fläche als Parkplatz den Wohnungseigentümern zu verpachten, die dies jedoch abgelehnt haben. Eine jüngste Nachbarschaftsbesprechung hat erneut zu keinerlei Lösung geführt.

„Eine Begründung für die Ablehnung wurde mir nicht mitgeteilt“, sagt Steven Ivanovs. Den Eigentümern der Wohnungen seien schon 2015 Pacht- und Kaufangebot unterbreitet worden, so der Geschäftsführer der Kita Sternchen gGmbH, die vor zwei Jahren den Grund und Boden erworben hat. „Jetzt gab es wieder eine Offerte. Die erneute Absage hat mich bewogen, das Parken auf dem Grundstück zu untersagen“, sagt der Unternehmer und gibt sich etwas verwundert. Denn: „Die Forderung belief sich auf monatlich 300 Euro. Bei derzeit 25 Parkplatznutzern würden Kosten von etwa zwölf Euro pro Monat entstehen.“

Da es rund um die Holzhaussiedlung nicht genügend ausgewiesene Parkplätze gibt, macht sich Unmut breit. Selbst die Gemeindevertretung sucht Lösungen. „Wir könnten am künftigen Begegnungszentrum einige Parkplätze schaffen“, schlug Monika Augele (Die Linke) vor. Das würde jedoch dauern, denn vor 2018 wird es diese Einrichtung gar nicht geben. Obendrein sieht die Ortsentwicklungsausschussvorsitzende die Kommune gar nicht in der Pflicht. „Die Vermieter der Wohnungen müssten doch ein Interesse an der Problemlösung haben“, findet auch Andreas Linke (WiB).

Obwohl der Platz beinahe baumfrei ist, glaubt Christian Großmann, dass er der Papierform nach noch Wald sei. In einem der MAZ vorliegendem Grundbuchauszug ist das Areal tatsächlich als Forstfläche eingetragen. „Dann dürfte da erst recht niemand parken“, betont der Amtsdirektor. Er will nun recherchieren lassen, ob in den Baugenehmigungen die Herrichtung von Parkplätzen gefordert war. Bis 1995 gab es nämlich im Land Brandenburg eine Stellplatzverordnung, die je Wohnung einen Parkplatz forderte. Danach ist darauf verzichtet worden. „Wenn die Gemeinde es will, könnte sie dies aber in einer eigenen Satzung für künftige Neubauten festlegen“, fügte der Verwaltungschef hinzu.

Bürgermeisterin Renate Krüger (Die Linke) ist aktuell an einer einvernehmlichen Lösung im Sinne der Bürger interessiert. So steht die Überlegung im Raum, auf Flächen, die der Gemeinde gehören, Parkplätze vorzuhalten, die dann jedoch ebenso kostenpflichtig wären.

„Uns ist klar, dass das kostenlose Parken wohl Geschichte ist. Aber die Forderung muss im Rahmen bleiben“, sagt Frank Steinmetz, der erwartet, dass im Fall des Falles die Löcher auf dem Gelände verfüllt werden. „Sie sind zum Teil 30 Zentimeter tief“, hat er festgestellt. Mindestens so lange, wie keine Parkverbotsschilder aufgestellt sind, wollen die Anlieger den Platz nutzen und das Verbot ignorieren.

Von Andreas Koska

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