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Schmerwitzer Töpferei bald unter neuem Dach

Scheune wird saniert Schmerwitzer Töpferei bald unter neuem Dach

Für die vor zwei Jahren abgebrannte Königsblau-Töpferei wird auf dem Gut Schmerwitz eine 200 Jahre alte Scheune hergerichtet. So können Agrarbetrieb und Zweckbetrieb der Suchthilfe noch besser miteinander kooperieren. Dabei wäre das Lager fast schon abgerissen worden.

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Dirk Emmert erledigt Maurerarbeiten auf der historischen Scheune von Gut Schmerwitz.

Quelle: René Gaffron

Schmerwitz. Auf dem Hof von Gut Schmerwitz herrscht dieser Tage noch mehr Treiben als sonst im Frühjahr. Denn die Bauleute sind seit etwa einem Monat dort am Werk. Die große Lagerscheune wird gerade saniert. Dort soll möglichst noch in diesem Jahr die Königsblau-Töpferei ihr Quartier beziehen.

Zur Erinnerung: Vor ziemlich genau zwei Jahren war das alte Domizil in der einstigen Geflügelfarm vermutlich nach einem technischen Defekt zum Raub der Flammen geworden. Ein Neuaufbau an Ort und Stelle kam für Eigentümer Gerrit von Schonhoven aber nicht in Frage. Stattdessen ist der Zweckbetrieb der Suchthilfegemeinschaft, Scarabäus samt des angeschlossenen Cafés, kurzfristig in einem Nebengelass untergekommen und hat sich darin gut etabliert.

Vor zwei Jahren ging das alte Domizil in Brand auf

Langfristig soll das Keramikatelier, in dem derzeit ein halbes Dutzend Leute beschäftigt ist, allerdings einen noch prominenteren Platz auf dem Areal bekommen. Er wird gerade geschaffen, wofür der Agrarbetrieb laut Rita Neumann sogar einen Teil seiner Speicherkapazitäten für Getreide in den nicht mehr genutzten Schafstall vis-a-vis verlagert.

Die um 1800 erbeute Feldsteinscheune, für die nach Aussage der Betriebsleiterin schon mal eine Abrissgenehmigung vorgelegen hatte, wird nunmehr in Abstimmung mit der Denkmalbehörde der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark und nach Plänen von Architekt Mike Enzmann aus Bad Belzig saniert. Zu den Kosten der Investition, für die es dem Vernehmen nach keine Förderung gibt, will sich die Chefin nicht äußern. Immerhin: Vornehmlich regionale Unternehmen sind dabei eingebunden. Das Asbestdach aus den 70er-Jahren – ebenfalls nach einem Brand montiert – ist abgetragen worden. Das neue Gebälk kann nach nun historischem Vorbild eingedeckt werden.

Scarabäus seit 2000 aktiv

Der Scarabäus-Verein Hoher Fläming ist ein Hilfeangebot für drogen- und alkoholgefährdete Menschen. Er wurde im Jahr 2000 gegründet.

Töpferei, Töpfercafé, Biogarten sowie Haus- und Hofservice werden als Zweckbetriebe geführt. Die Bewohner lernen dort Tagesstruktur und Verantwortung zu übernehmen.

Das zu DDR-Zeiten volkseigene Gut war zwischenzeitlich in Synanon-Besitz. Nach dem Rückzug des Berliner Vereins, der in den 90ern die Suchthilfe vor Ort betrieb, hat Gerrit von Schonhoven den Agrarbetrieb und Immobilien im Dorf erworben.

Derweil der Ringanker neu hergestellt, die Natursteinmauern gesäubert und verfugt, Rundbögen nötigenfalls repariert sowie Fenster und Türen eingebaut werden, die künftig Einblick in die Arbeitsräume der Kunsthandwerker geben werden. Neben dem Brennraum sind zwei 70 bzw. 80 Quadratmeter große Räume mit insgesamt zehn Arbeitsplätzen sowie ein Sozialtrakt in der ehemaligen Schlosserei vorgesehen. „Bis zur Brandenburger Landpartie am zweiten Juni-Wochenende soll der Rohbau fertig und begehbar sein“, sagt Rita Neumann.

Zwei Räume mit zehn Arbeitsplätzen geplant

Dann steht die Inneneinrichtung auf dem Plan. Drehscheiben, Maschinen und Öfen sind unter anderem mit den damals geflossenen Spenden zum Wiederaufbau der Werkstatt größtenteils ersetzt worden. Etliche stabile Industrieregale, Arbeitstische und Materialschränke will Thomas Rottenbücher noch anschaffen. Wie der Geschäftsführer des Scarabäus-Vereins berichtet, hat er seinen Blick bereits auf das Vorhaben für nächstes Jahr gerichtet. Dann wird die aktuelle Werkstatt aufgestockt, renoviert und schließlich zur Nutzung als Café und Hofladen hergerichtet.

Dass die Nutzungen von Gut und Scarabäus zusammengeführt werden, erscheint den beiden Protagonisten nur konsequent. Sehen sie doch die seit jeher konstruktive Kooperation nun von Erfolg gekrönt.

Von René Gaffron

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