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Potsdam-Mittelmark Schmieden, Kochen, Haare schneiden
Lokales Potsdam-Mittelmark Schmieden, Kochen, Haare schneiden
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11:01 20.09.2016
Das Essen fürs Camp kam aus der Küche der „Linde“. Quelle: Dieter Herrmann
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Michendorf

Sie haben Möhren geschnippelt, Essen gekocht, Flaschenöffner geschmiedet, Salben hergestellt, Schalen getöpfert, sich um Pferde gekümmert oder mit Pfeil und Bogen geschossen: 50 Schüler der zehnten Klassen der Wilhelmshorster Oberschule erlebten jüngst eine besondere Schulwoche – eine, die ihnen helfen sollte bei der Suche nach einer Antwort auf diese Frage: Was kommt nach der Schule?

Im Juli 2017 werden die Zehntklässler die Schule verlassen. „Viele Schüler haben vor dem, was danach kommt, Angst“, sagt Lehrer Thomas Koch, der Initiator des Projektes Regio-Life, das auf spannende Weise eine Brücke zwischen Schule, Kultur und Wirtschaft geschlagen hat. Zusammen mit Gewerbetreibenden des Freien Unternehmernetzwerkes Michendorf (FUN) und dem Nuthetaler Mehrgenerationenhaus organisierte er für die jungen Leute so etwas wie eine Selbstfindungswoche, die über das herkömmliche Kennenlernen potenzieller Berufe hinausging.

Auch Bogenschießen stand auf dem Programm. Quelle: Herrmann

Die jungen Leute sollen merken, dass da draußen das Leben ist und nichts, vor dem man Angst haben muss, sagt der Lehrer. So schlugen die Schüler in Stücken auf dem Reiterhof „Schau mal Pferde“ ein Basislager auf und schwärmten von dort aus – raus in die Betriebe. Genau genommen wurden sie mit dem Bürgerbus zu den selbstgewählten Stationen gefahren, um ganz unterschiedliche Arbeitswelten zu erleben.

Jara (15) etwa arbeitete in der Töpferei von Andrea Soika und ging in die Küche des Wildenbrucher Gasthofes „Zur Linde“. „Es war spannend zu sehen, wie alles abläuft in einer Gaststätte. Sonst sieht man ja nur, was man auf den Tisch bekommt. Man sieht nicht, was in der Küche passiert“, erzählt sie. Die jungen Küchenarbeiter hatten eine Spezialaufgabe: Mit den Köchen der „Linde“ kochten sie das Essen fürs Stückener Camp. Fabian (15), der jeden Tag mit Bus und Bahn aus Berlin anreiste, machte einen Abstecher ins Michendorfer Geschäft Bird-Shirt und designte ein T-Shirt. Marie war beim Frisör – bei den „Haarchitekten“ in Bergholz-Rehbrücke. „Wir haben an einem Puppenkopf geübt. Es hat Spaß gemacht“, sagt sie.

Fast 20 Betriebe hatten sich für die Schnupperkurse angeboten, darunter das Wilhelmshorster Mini-Kino von Jakob Damms und die Gemeindeverwaltung. Zur Wahl standen auch ganz handfeste Arbeiten wie beim Schmied Michael Soika. In der Sonnenapotheke von Claudia Hilbert stellten Schüler Salben und Cremes her. Nach getaner Arbeit ging es wieder ins Camp, wo unter anderem Bogenschießen auf dem Programm stand. Die geknüpften Kontakte in die lokale Wirtschaft sollen erhalten bleiben – auch nach Abschluss des Projekts, das mit 15 000 Euro von EU und Land gefördert wurde und auch einen Nebeneffekt hatte: „Ich fand vor allem schön, dass wir als Klasse richtig zusammengewachsen sind“, sagt Jara.

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