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Die Schneepflugfahrer von Bergholz-Rehbrücke

Ein eigenes Räumfahrzeug Die Schneepflugfahrer von Bergholz-Rehbrücke

Winterdienst kann auch Spaß machen. In der Rehbrücker Straße Am Luchgraben haben sich sechs Familien ein eigenes Räumfahrzeug angeschafft, um Schnee und Eis zu beseitigen. Angefangen hat alles vor sechs Jahren, als der Winter mal zeigte, was er noch drauf hat und die Anwohner mit Schaufel und Besen auf verlorenem Posten standen.

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Schneepflugfahrer Bernd Wilms (l.) und Nachbar Jochen Rook, der nicht mehr zur Schaufel greifen muss.
 

Quelle: Christel Köster

Bergholz-Rehbrücke.  Für die meisten Leute ist Schneefegen vor der Haustür eine lästige Aufgabe. In der Rehbrücker Straße Am Luchgraben ist das anders. Dort gibt es Menschen, die sich gefreut haben, als jetzt der erste Schnee dieses Winters fiel und sie endlich zur Tat schreiten konnten. Im Luchgraben macht der Winterdienst Spaß. Sechs Familien haben sich dort zusammengetan, um Schnee und Eis mit eigenem Räumfahrzeug zu beseitigen. „Man sitzt in der Fahrerkabine, es ist warm und man schiebt Schnee“, sagt Bernd Wilms, einer von vier Männern, die im Dienstplan für Schneepflugfahrten eingeteilt sind. Im Luchgraben läuft die Winterdienstsaison von November bis März, für diese Zeit hat das Fahrzeug eine Zulassung. Es kann kehren, schieben und streuen, hat TÜV und eine Haftpflichtversicherung gibt es auch. Benzin- und Wartungskosten teilen sich die Familien, die Finanzen managt eine Nachbarin.

Angefangen hat alles vor etwa sechs Jahren, als der Winter mal zeigte, was er noch drauf hat. Nicht nur in Rehbrücke versanken Anliegerstraßen im Schnee. Frau Holle war derart fleißig, dass Bernd Wilms und seine Nachbarn mit Schaufel und Besen auf verlorenem Posten standen. Das Ordnungsamt schickte trotzdem Mahnschreiben und drohte mit Bußgeldern, falls die Anliegerstraße nicht geräumt wird. In der Zeit wird die Idee geboren: „Wir brauchen schweres Gerät.“

2012 besorgten sich die sechs Familien ein Räumfahrzeug, das vorher in Berlin Schnee fegte. Allerdings kamen danach Winter, die den Namen nicht verdienten.

Winterdienst

In vielen Kommunen legen Satzungen fest, dass in Anliegerstraßen die Anrainer den Winterdienst zu erledigen haben. Dort räumen Winterdienstfirmen nur auf Hauptstraßen den Schnee.

Zuletzt hat sich im Winter 2010 gezeigt, dass diese Winterdienstsatzungen nur funktionieren, wenn es keinen richtigen Winter gibt. Damals lag der Schnee ungewöhnlich hoch und vereiste. Anlieger bekamen die Straßen mit Schaufel und Besen kaum frei.

In Michendorf lässt die Gemeinde seitdem alle Straßen räumen und legt einen Kostenanteil auf Anlieger um.

Bernd Wilms hat sich gefreut, als Dienstag der erste Schnee dieses Winters fiel. Dienst hatte freilich Nachbar Sven Klein, der 18 Uhr das Räumfahrzeug anwarf. Seitdem war es schon drei Mal im Einsatz – so viel wie im ganzen Jahr 2015. Der Winterdienst mit eigenem Schneepflug ist auch für die ältere Generation ein Segen. „Ich muss mit meinen 80 Jahren nicht mehr Schnee vorm Grundstück fegen“, sagt Rentner Jochen Rook. Vor sechs Jahren gehörte er zu denen, die mit der Schaufel vergeblich versuchten, den vereisten Schnee von der Straße zu räumen.

Von Jens Steglich

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