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Diese Schilder helfen verirrten Pilzsuchern

Rettungspunkte Diese Schilder helfen verirrten Pilzsuchern

Bei der Arbeit mit schweren Sägen oder an hohen Bäumen kann im Wald einiges passieren. Schlimm, wenn dann keiner genau weiß, wo das Unglück geschehen ist. Deshalb gibt es im Land mehr als 1700 Rettungspunkte, die von Einsatzkräften schnell gefunden werden. Wir waren im Fläming beim Aufbau dabei.

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Günther Egide und Günther Krüger nstallieren die Rettungspunkte wie hier in Cammer.
 

Quelle: Foto: Andreas Koska

Fläming.  Diese grünen Tafeln können Leben retten: Die Hinweisschilder auf Rettungspunkte im Wald. Die 30 mal 40 Zentimeter großen Tafeln zeigen ein weißes Kreuz auf grünem Grund, dazu eine Nummer und, natürlich, die Aufschrift Rettungspunkt. Bei Unfällen oder Unglücken im Wald helfen sie, Verletzte zu bergen. Seit kurzem sind sie flächendeckend an den Waldrändern der Region angebracht.

Günther Krüger und Günther Egide installieren, hier in Cammer, die Rettungspunkte im Fläming

Günther Krüger und Günther Egide installieren, hier in Cammer, die Rettungspunkte im Fläming.

Quelle: Andreas Koska

„Im internen Gebrauch wird diese so genannte Rettungskette Forst schon seit vielen Jahren genutzt“, sagt Marek Rothe, der Leiter der Bad Belziger Waldoberförsterei. Zu einer Waldarbeiterbrigade, im Forstjargon als Rotte bezeichnet, gehören immer mindestens drei Personen. Wenn einer verunglückt, bleibt ein Kollege beim Verletzten, während der andere Hilfe organisiert. Den Rettungskräften kann er mit Hilfe der Nummer des Rettungspunktes mitteilen, wo genau Hilfe gebraucht wird, denn die Koordinaten der Punkte werden zentral gespeichert. So sollen Rettungskräfte im Ernstfall schneller zum Unfallort kommen, so die Hoffnung der Initiatoren.

Unterstützung für Ersthelfer und Profis

 Bei der Installation der Schilder ist deshalb einiges zu beachten, wie Günther Egide und Günther Krüger wissen. Sie haben im Herbst am Tag bis zu zehn der Rettungspunkte ausgeschildert., „Je nachdem, wie weit sie auseinanderliegen und wie der Boden beschaffen ist, waren es mal mehr und mal weniger“, sagt Krüger.

Als die beiden etwa den Rettungspunkt Nummer 2152 an der Mühle in Cammer anbringen, müssen sie genau überlegen – woher die Rettungskräfte kommen, ist entscheidend. Das grüne Schild soll sowohl für den Ersthelfer leicht zu finden als auch für den eintreffenden Notarzt gut auszumachen sein. Das ist jetzt nicht nur in Cammer sichergestellt. Auch in Golzow, Pernitz und entlang der B 102 bei Ragösen und Dippmannsdorf haben die Forstarbeiter Egide und Krüger Schilder angebracht.

 Die Kommunen müssen der Installation zuvor zustimmen, doch dazu musste man die Abgeordneten nicht lange bitten. Egal ob in Planebruch, Golzow oder Brück, wo die so genannten Gestattungsverträge schon Thema waren: überall wurde dem Antrag einstimmig gefolgt.

Schon 90 Punkte im Fläming

So stehen bislang von den insgesamt 1715 Rettungspunkt-Hinweisen inb Brandenburg rund 90 im Fläming. „Ich habe neun Reviere und in jedem sieben bis zehn Tafeln“, bestätigt die Leiterin der Oberförsterei Dippmannsdorf, Karin Heintz.

Helfen sollen die übrigens nicht nur den Forstarbeitern: „Auch bei Unfällen von Jägern, Waldbesitzern, Ausflüglern oder Pilzsuchern ist dann das Auffinden einfacher“, sagt Günther Krüger.

Er weiß, wovon er spricht. Erst vor kurzem ist er beim Kanzelbau abgestürzt und hat sich am Bein verletzt. Die Kollegen holten den Rettungswagen und brachten die Sanitäter vom Rettungspunkt bis zu ihm. Ein anderes Mal ist er bei Rodungsarbeiten verletzt worden. „Insgesamt hat sich beim mir der Rettungspunkt schon zweimal als hilfreich erwiesen“, sagt Krüger dankbar.

Schon fast 50000 Punkte bundesweit

Das Kuratorium Waldarbeit und Forsttechnik koordiniert die Rettungspunktekartierung. In zwölf Bundesländern gibt es solche Punkte bereits.

 Vor drei Jahren haben die Landesforstämter die Entscheidung getroffen, die bis dahin interne Rettungskette öffentlich zu machen. Bundesweit waren bis Ende September 49.950 Rettungspunkte ausgewiesen worden.

Die Karte ist im Internet unter www.brandenburg-forst.de/LFB/client einsehbar und kann dort heruntergeladen werden.

 Allerdings braucht es ein wenig Vernunft bei den Waldbesuchern. „Wenn sich jeder, der den Wald betritt, vorher über Lage und Nummer des nächstgelegenen Rettungspunktes informieren würde, wäre das optimal“, appelliert Marek Rothe an Pilzsucher und Baumkundler. „Denn das würde Rettungsaktionen erheblich vereinfachen.“

Und, zumindest so lange das Handynetz stabil ist, können die Notfallpunkte auch über das Smartphone abgerufen werden. in manchen Regionen gibt es sogar eine App.

Von Andreas Koska

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