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Potsdam-Mittelmark Entsetzen nach dem Tod eines 19-Jährigen in Kleinmachnow
Lokales Potsdam-Mittelmark Entsetzen nach dem Tod eines 19-Jährigen in Kleinmachnow
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11:31 02.01.2018
An dieser Stelle ist in der Silvesternacht ein 19-Jähriger ums Leben gekommen. Quelle: Julian Stähle
Kleinmachnow

Die Sonne scheint über Kleinmachnow. Jogger setzen ihre guten Vorsätze für das neue Jahr um; Spaziergänger schöpfen Luft nach der Nacht des Jahreswechsels. Doch für eine Gruppe junger Leute und ihre Eltern ist an diesem Morgen alles anders: ein 19 Jahre alter Stahnsdorfer ist am frühen Montagmorgen in der Kleinmachnower Heinrich-Mann-Straße beim Zünden eines selbstgebauten Mega-Böllers von der Explosion so schwer am Kopf getroffen worden, dass er noch an der Unglücksstelle starb. Gäste der privaten Party mit etwa 20 Teilnehmern leisteten ihm noch erste Hilfe; Rettungssanitäter versuchten, ihn wiederzubeleben, vergeblich.

In Kleinmachnow ist am Silvesterabend ein 19-jähriger Mann durch einen selbstgebauten Böller ums Leben gekommen. Am Tag danach hat die Polizei Spuren am Tatort gesichert. Angehörige hielten am Abend eine Kerzenandacht ab.

Die Kreuzung Heinrich-Mann-Straße / Eichenweg ist am Morgen nach dem Unglück übersät von Böllerresten. Grellgrüne Kreise auf dem Kopfsteinpflaster und um einen Lichtmast markieren Stellen, an denen die Kriminaltechnik bis zum Vormittag Spuren gesichert und Beweisstücke gesichert hat. So blieb nichts zurück von dem Böller, der den jungen Mann das Leben kostete. In einer Kurve der Dreiecks-Kreuzung hat die Polizei mit Sand einen riesigen Blutfleck abgedeckt. Leere und zerbrochene Sekt- und Biergläser liegen herum; eine Wodka-Flasche steht auf einem Zaun. Eine aufgerissene Plastiktüte mit Feuerzeugen, Mini-Schirm und einem Handykabel liegt neben einer Wollmütze und einem so genannten Palästinensertuch auf der anderen Straßenseite.

MAZ-Kommentar: Stoppt den Böller-Wahnsinn

Böller explodieren – zwei Tote in der Silvesternacht

Eine ruhige Villen- und Einfamilienhausgegend. „Die ganze Straße war hell und voller Rauch“, erzählen zwei Mädchen, die in der Nähe wohnen und jetzt einen Hund ausführen.

An der Unglücksstelle spielten sich erschütternde Szenen ab

Brigitte und Bernd Wuttke (58) waren nach zwei Uhr morgens von einer Feier nach Hause gekommen und mussten einen Umweg nehmen, weil alles weiträumig abgesperrt war. Blaulicht flackerte von mehreren Einsatzfahrzeugen der Polizei und des Rettungsdienstes. Ein Mädchen in heller Jacke kam ihnen entgegengelaufen, weinend, völlig aufgelöst: „Mein Freund ist tot! Mein Freund ist tot“, rief sie, ehe andere sie auffangen und wegbringen konnten. „Hier wird ja immer viel geböllert“, sagt Bernd Wuttke, „aber dass es mal so schlimm kommt ...“ Schwer erschüttert ist auch seine Frau: „Wie furchtbar, auch für die Familie!“

Ein paar junge Mädchen sollen in der Nähe eine Rakete, für die sie keine Flasche zum Starten hatten, einfach in den Boden gesteckt und angezündet haben, doch sie flog nicht los und zerlegte sich am Boden: unzählige Leuchtkugeln schossen durch die Gegend und trafen auch die Mädchen, die Glück im Unglück hatten, weil sie groß waren und die Rakete dicht über dem Boden detonierte.

Anwohner spricht von jugendlichem Leichtsinn

„Der Wald war ganz hell, erst von den Knallern und Raketen, dann vom Blaulicht und den Einsatzautos “, berichtet Bernd Deichsel, der mit seiner Frau Ute zufällig in der Gegend spazieren geht, aber auch schon gehört hat von der Katastrophe: „Das ist völlig unverständlich. Das weiß man doch, dass man das selbstgebaute Zeug nicht zünden soll. Tja, das war wohl jugendlicher Leichtsinn.“

Ein Mann, der offenbar mit seiner Mutter spazieren geht und selbst gegen ein Uhr morgens in der Nähe des Unglücksortes war, hatte von seiner Tochter von dem Unglück erfahren, und die hatte von einer Freundin aus dem Internet. „Wenn man das sieht“, sagt der Mann, „finde ich, man sollte die Böllerei nur an bestimmten Orten erlauben, an zentralen Feuerwerksplätzen, die man kontrollieren kann.“

Von Rainer Schüler

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