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Potsdam-Mittelmark Schöne Haare, freie Seele
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00:18 27.02.2017
Chefin Cornelia Wenzel (r.) und ihre langjährige Kollegin Christina Popp. Sie hat Merlin gerade „am Wickel“, der mit Mutter Dietlind Paetzold und den Geschwistern Stammkunde in Wenzels Salon ist. Quelle: Claudia Krause
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Teltow

„Vor einer halben Stunde hätten Sie mal hier sein sollen. Da war die Bude voll“, sagt Cornelia Wenzel. In dem Friseursalon an der Potsdamer Straße 23 ist montags immer „Herrensalon ohne Termin“. Auch sonst kann der modern-gemütliche Salon nicht über mangelnde Kundschaft klagen. Wohl aber fehle Fachpersonal. Zwei gute Mitarbeiter wären dringend nötig. Die großen Ketten oder andere Konkurrenten – in Teltow gibt es noch 14 weitere Coiffeure – haben den Betrieb nicht klein gekriegt.

Vielleicht, weil er „ein Urgewächs für die Region ist“, wie es die 44-jährige Chefin beschreibt. Sie hat vor 35 Jahren den Meistertitel erworben und führt seit 2009 das Geschäft, dessen Grundstein vor 66 Jahren ihr Großvater mütterlicherseits, Rudolf Jürgens, in der Stahnsdorfer John-Graudenz-Straße gelegt hatte. Das Schicksal wollte es, dass sich ihre Mutter Gabriele einst in Dieter Wenzel aus Elstal bei Nauen verliebte, der ebenfalls Friseur war. So stieg das junge Paar 1968 beim Altmeister ein, der mit dem Geschäft 1962 nach Teltow gezogen war; damals in die Potsdamer Straße gegenüber der Bürgel-Schule. Bis 1982 hat der alte Herr den Salon geleitet, dann übergab er ihn seinem Schwiegersohn, der 1972 den Meister gemacht hat, wie die Tochter erzählt. Die ist Einzelkind und hat die Liebe zu den Haaren wohl mit in die Wiege gelegt bekommen. Wie ihre Mutter lernte auch Cornelia Wenzel nicht im elterlichen Geschäft, sondern bei Rittig in der Potsdamer Hegelallee, „wo von gegenüber immer viele von der Stasi kamen“, erinnert sich die freundliche Frau, die den Familienbetrieb übernahm, als er bereits 17 Jahre am heutigen Standort, wenige hundert Meter weg vom alten, saß.

So, wie die Wenzels dem Handwerk für die Schönheit treu geblieben sind – Gabriele (65) und Dieter (71) Wenzel arbeiten stunden- bzw. tageweise noch mit – vertrauen auch Kundengenerationen weiter den Fachleuten. „So, wie mich die Älteren von früher als Kind im Laden kennen, so kommen jetzt die Kinder von einst als Eltern mit ihren Kleinen“, sagt Cornelia Wenzel. Sie hat dank Zusatzausbildung auch ein Händchen als Visagistin und Maskenbildnerin. Sie ist spezialisiert auf Hochzeitsstyling und Haarverlängerungen. Damen, Herren und Kinder bekommen bei ihr nicht nur den Kopf gewaschen, geschnitten, gefönt oder gelegt, sondern sollen „das gesamte Wohlfühlpaket erhalten“. Auf den 85 Quadratmetern ist auch eine kleine Entspannungsoase eingerichtet. Außerdem „sind wir hier alle kleine Psychologen“, verrät sie. Getreu der Erfahrung: „Wenn die Haare schön sind, ist die Seele frei“, möchten sie den Kunden ein Gefühl von Geborgenheit geben – ob vor der Hochzeit oder nach der Scheidung.

Mit dieser „alltagstauglichen Frisur“ war Cornelia Wenzel beim Stylemasters Contest 2016 in Paris. Quelle: privat

Das Modebewusstsein besonders der Jugend, da sind sich die Chefin und ihre 61-jährige Kollegin Christina Popp, die seit 25 Jahren zum Team gehört, einig, sei absolut gestiegen. „Die jungen Kunden kommen mit Fotos von Cristiano Ronaldo und Daniela Katzenberger und wollen es ’genau so’ haben“. Doch manchmal muss man jemanden auch vor „einer großen Dummheit bewahren“, sagt die Meisterin.

Das war der avantgardistische Contest-Beitrag der Teltowerin in Paris. Quelle: privat

Von Claudia Krause

Früher kümmerte er sich auf dem Flughafen in Tegel um das Gepäck der Reisenden und lud auch die Koffer von Barack Obama aus. Heute ist er Kita-Erzieher im Rehbrücker Kindergarten „Anne Frank“, Songschreiber seiner eigenen Band und ein ziemlich glücklicher Mensch.

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