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Schönste Vorgärten gekürt

Werderaner Apfelfest Schönste Vorgärten gekürt

Beim Werderaner Apfelfest konnten nicht nur knackige Früchte geschlemmt werden. Es wurden auch Werders schönste Vorgärten ausgezeichnet. Einen Tag lang begutachtete die Jury die fünfzehn Bewerber des Wettbewerbs „Unsere Stadt blüht auf“.

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Obstanbau braucht Mut und starken Willen

Pomologe Fritz Brudel .

Quelle: Marion Kaufmann

Werder. Carola und James liegen aufgeschnitten nebeneinander. Neun verschiedene Apfelsorten können die Besucher des ersten Werderaner Apfelfestes auf dem Frischemarkt am Werderpark kosten und vergleichen. Manche schmecken säuerlich, andere süß. Auch die Konsistenz ist verschieden. „Mein Favorit ist die alte Sorte Carola. Die kann man nicht im Supermarkt kaufen, die wächst bei uns im Garten“, sagt Gärtnerin Christiane Wolter. Aus dem saftigen Sommerapfel wird Most gepresst, der probiert werden kann. Zur „Neutralisation der Geschmacksknospen“ empfiehlt Christiane Wolter ein Stück Bockshornkleekäse zwischen den Apfelgängen.

Beim Fest wurden Werders schönste Vorgärten ausgezeichnet. Einen Tag lang zog die Jury aus Mitgliedern des Obst- und Gartenbauvereins und Vertretern der Stadtverordnetenversammlung durch Werder und begutachtete die fünfzehn Bewerber des Wettbewerbs „Unsere Stadt blüht auf“. Ein wichtiges Kriterium war, „dass Gärten, Hauseingänge oder Terrassen für Werderaner Gäste gut von außen einsehbar waren“, erklärt Vize-Bürgermeister Christian Große (CDU). Großer Wert wurde auf einheimische Gehölze und eine ganzjährige Blütefolge gelegt. Ausgezeichnet wurden sieben leidenschaftliche Gärtner, die mit ihren Vorgärten, Hauseingängen oder ihrer Straßenbepflanzung ihr Talent und Hobby präsentierten.

Mit Blick auf den Plötziner See, pflegt Familie Schubert ihren Garten seit zwölf Jahren. „Es ist einfach schön, wenn der Garten das ganze Jahr über blüht. Da fühle ich mich wohl“, sagt Claudia Schubert. Um ihre Rosen kümmert sie sich fast schon nebenbei: „Ich setze auf Homöopathie für Pflanzen. Im Frühjahr übergieße ich die Rosen und bis jetzt hatten wir noch keine Läuse“. Im andauernd heißer werdenden Sommer nimmt aber vor allem das regelmäßige Bewässern einen Großteil der Gartenarbeit ein. „Gießen, gießen, gießen“ muss auch Mitpreisträgerin Irina Hager ihren Garten. Auf ihrem 1600-Quadratmeter-Grundstück wachsen mehr als 300 verschiedene Pflanzenarten. Für die Pflege geht die gesamte Freizeit der Kosmetikerin und ihres Mannes drauf. „Seit diesem Jahr baue ich Tomaten und Freilandgurken an“, so die Werderanerin. Außer Kirschen, Birnen, Pfirsichen und Quitten findet sich natürlich auch ein Apfelbaum in Hagers Garten.

„Äpfel aus dem Havelland“ werden am Sonnabend besungen. Der promovierte Pomologe Fritz Brudel, Sohn eines Obstmuckers, bestimmte am Vormittag Äpfel. Die Früchte haben „70 verschiedene Merkmale, die typisch entwickelt werden“. Anhand der platt-runden Form, des Kerngehäuses, des hellen Fruchtfleischs und des süß-sauren Geschmacks identifiziert er schnell die „Bisterfelder Renette“ einer Besucherin. Brudel beschäftigt sich viel mit der Historie einheimischer Äpfel, die, wie die Werdersche Wachsrenette, verschollen geglaubt und in alten Obstanlagen wieder gefunden wurden. Es soll Kaiser Friedrichs Lieblingssorte gewesen sein. „Weil sie ein mürbes Fruchtfleisch hat, geht man davon aus, dass er schlechte Zähne hatte“, so Brudel.

Von Franziska Appelt

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