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Schöpfen, malen, glücklich sein

Kindersommer in Mützdorf Schöpfen, malen, glücklich sein

Ferien müssen nicht langweilig sein, auch zu Hause gibt es viel zu entdecken: Gabriele Müller zeigte Kindern, wie sie selbst Papier schöpfen und sich dabei kreativ ausleben können, fernab von Smartphone und Fernseher, mitten im Grünen. Auch Kochen und Seifenblasen selber machen stand bei dem Treffen auf dem Programm.

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Leoni Schwarz, Emil Kienow und Gabriele Müller sind dabei, sich das frischgeschöpfte Papier zum Trocknen vorzubereiten.

Quelle: Foto: Melanie Höhn

Mützdorf. Langsam siebt der zehnjährige Felix Lenz die eingeweichte Papierschnipsel-Masse aus der großen Wanne heraus. Zusammen mit seinem Freund Emil Kienow und Leoni Schwarz schöpft er zum ersten Mal Papier. In ihrer vorletzten Ferienwoche nehmen die drei an einer ganz besonderen Ferienfreizeit teil: Die ehemalige Lehrerin Gabriele Müller hat einen Kindersommer organisiert, wo sich die Kleinen fernab von Smartphone und Fernseher kreativ austoben können. „Ich finde die Beschäftigung hier gut, weil viele meiner Freunde im Urlaub sind," erzählt Emil. Auch Leoni, die gerade einen Teil ihrer Ferien in Mützdorf bei ihrer Oma verbringt, ist begeistert vom Papierschöpfen. „Es ist super, dass wir das Papier bemalen und daraus später Grußkarten oder ein Ferientagebuch basteln können.“ Auch Janet Teresa Ovid, die aus Kenia nach Deutschland flüchtete, nahm mit ihrer kleinen Tochter Lucy Iliana an dem Treffen teil.

Eigentlich kommt die Organisatorin Gabriele Müller aus der Nähe von Tübingen, doch um näher bei ihren Söhnen in Berlin und Dresden zu sein, kaufte die 69-Jährige vor zweieinhalb Jahren das Haus in Mützdorf und verbringt dort etwa einmal im Monat mehrere Tage. Die Pfarrersfrau war es schon immer gewohnt, sich in einer Gemeinde einzubringen. „Ich möchte hier nicht nur Gast sein, sondern auch in die Gemeinschaft hineinwachsen,“ sagt sie. Mit den Kindern Papier zu schöpfen lag nahe, denn sie war Lehrerin im Fach Werken. „Papierschöpfen ist eine kreative Arbeit, wo sich größere und kleinere Kinder zusammen einbringen können,“ erzählt die sechsfache Mutter. Sie müssen auch Ausdauer beweisen, denn um am Ende eine selbst gemachte Grußkarte in den Händen zu halten, sind viele Arbeitsschritte nötig.

Weiterhin steht Kochen auf dem Programm: Am Mittwoch verzückte die Nachbarin die Gruppe mit persischem Essen. Anfang der Woche bereite die Gruppe gemeinsam Pizza zu. Gerne spielen die Kleinen auch Brettspiele wie „Der Maulwurf“.

Pfarrer Matthias Stephan findet die Idee der Baden-Württembergerin toll. „Wir alle leben von ehrenamtlichem Engagement,“ freut er sich. Auch die Gemeindepädagogin Theresia Altenkirch ist von dem Projekt begeistert. Sie zeigte den Kindern, wie sie Seifenblasen selbst machen können. Alle wünschen sich jedenfalls, im nächsten Jahr noch ein paar mehr Kinder für eine Ferienbeschäftigung begrüßen zu können. Noch Donnerstag und Freitag können Interessierte ab 10 Uhr mitmachen, eine Anmeldung ist nicht nötig.

Von Melanie Höhn

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