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Schotten dürfen Whisky aus Bad Belzig nicht verbieten

Namensstreit um „Glen Sandhill“ Schotten dürfen Whisky aus Bad Belzig nicht verbieten

Die Bad Belziger Whisky-Destille im Burgbräuhaus erringt im Namensstreit gegen die schottische Whisky-Assoziation vorerst einen Sieg. Das Deutsche Marken- und Patentamt in München entschied, dass Verbraucher mit dem Namen „Glen Sandhill“ nicht über die Herkunft oder Qualität des Produkts au dem Fläming getäuscht werden.

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Erster Erfolg im Namensstreit: Unternehmer Norbert Eggenstein darf seinen Bad Belziger Whisky „Glen Sandhill“ nennen.

Quelle: René Gaffron

Bad Belzig. Der zu Füßen der Bad Belziger Burg Eisenhardt hergestellte Whisky darf unter der Wort- und Bildmarke „Whisky-Destille Glen Sandhill“ vertrieben werden. Das hat jedenfalls das Deutsche Marken- und Patentamt in München jetzt entschieden. Drei Jahre lang dauerte die Prüfung, ob die Verbraucher mit dem Namen für den edlen Tropfen womöglich über Herkunft oder Qualität des Produkts getäuscht werden.

Die Hamburger Anwaltskanzlei Taylor und Wessing hatte die Löschung der umstrittenen Bezeichnung beantragt. Sie vertritt die Scottish Whisky Assoziation mit Sitz in Edinburgh. In ihrer Argumentation hat die Vereinigung dargelegt, dass mit der Verwendung des gälischen Wortes Glen, das für „schmales Tal“ steht, dem Verbraucher suggeriert wird, einen schottischen Whisky vor sich zu haben. Denn Schottland sei für solche Landschaften und für Whiskymarken wie Glenfiddich, Glen Grant oder Glen Moray bekannt. Und die werden ebenfalls in Deutschland vertrieben.

Fünf Sorten drei Jahre lang gereift

Das Burgbräuhaus Bad Belzig besteht seit 2007. Es hat drei naturbelassene und unfiltrierte Biere stets im Angebot und bringt saisonale Spezialitäten heraus.

Seit 2012 wird Single Malt Whisky destilliert. Vor Jahresfrist kam das Debüt-Produkt auf den Markt. Das Haus ist eine von vier märkischen Destillen.

Aktuell lagern mehr als 100 Fässer (18 unter dem Namen Glen Sandhill) auf dem Dachboden des Brauhauses. Fünf Sorten sind bisher drei Jahre und länger gereift – in Fässer aus amerikanischer und deutscher Eiche, in vorbelegten Fässern von Chardonnay, Portwein und Bordeaux.

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Die Anwälte des Unternehmens aus Bad Belzig hingegen haben darauf verwiesen, dass sie sowohl mit dem Wort „Destille“ in der Marke als auch in der allgemeinen Vermarktung darauf verweisen, dass es sich um ein deutsches Produkt handelt. Außerdem gebe es Täler mit dem Wort Glen auch in Amerika, Australien oder Skandinavien. Und nicht zuletzt seien schließlich schon 33 Titel, in denen Glen verwendet wird, in Deutschland geschützt. Unter anderem wird The Glen Els seit 1985 am Elsbach im Harz produziert.

Dem folgten offenkundig die Markenschützer. Sie verweisen aber darauf, dass in einer 2014 von der Lobby-Organisation selbst in Auftrag gegebenen Umfrage unter Whiskykonsumenten lediglich ein Drittel den Begriff Glen als Herkunftshinweis für Schottland gedeutet habe. Und die entscheidenden Juristen sehen offenbar durchaus die Möglichkeit, dass unter den Umständen Glen Sandhill sogar in Schottland lizensiert vertrieben werden dürfte.

Seit dem Aufkommen des Streits hatte Familie Eggenstein dennoch Zurückhaltung geübt. Nachdem 18 Fässer mit der ursprünglichen Marke eingelagert wurden, ist sie umgeschwenkt. Derzeit wird lediglich „Old Sandhill“ (Alter Sandberg) – ebenfalls mit Bezug zur hiesigen Region – über das Internet in alle Welt verkauft. Denn Schadenersatzforderungen waren nicht ausgeschlossen, wie der Chef aus den bisherigen Gesprächen berichtet hat. Nachdem er bisher „einen größeren vierstelligen Betrag“ in die Auseinandersetzung investiert habe, müssten die Schotten nun jedoch gegen den Beschluss des Marken- und Patentamtes vorgehen. Zumindest angekündigt war das bereits, falls es keine Einigung in ihrem Sinne gibt. Ob der Streit nun ausgetragen ist, können Bierbrauer und Whisky-Brenner Norbert Eggenstein sowie Sohn Tim als Whisky-Somelier deshalb noch nicht einschätzen.

Von René Gaffron

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