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Schüler gestalten ihre erste Ausstellung

Werder Schüler gestalten ihre erste Ausstellung

70 Schüler der 10. Klasse haben am Ernst-Haeckel-Gymnasium in Werder „Kunstwochen“ veranstaltet. Am Dienstag ging das Projekt mit einer Finissage in feierlichem Rahmen zu Ende. Inspiration für ihre Kunstwerke fanden die Schüler nicht nur bei einer Ausstellung in der Stadtgalerie Kunst-Geschoss, sondern auch bei einem anderen Künstler aus Werder.

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Hendrik, Niklas, Amanda (alle 16), Cornelia Grasnick und Frank W. Weber vor der Ausstellung der Schüler im Foyer des Ernst-Haeckel Gymnasiums.

Quelle: Luise Fröhlich

Werder. Mäuse, Würfel und Pfeifen: Wie vielfältig Interpretation in der Kunst sein kann, zeigten die 10. Klassen des Ernst-Haeckel-Gymnasiums Werder eindrucksvoll während ihren „Kunstwochen“. Das Projekt, angeführt von Kursleiterin Cornelia Grasnick, endete am Dienstag mit der Finissage im Schulfoyer. Der letzte der drei Kunstkurse stellte dort seine Werke aus, die noch bis Freitag hängen werden. Die künstlerische Reise begann für die Schüler in der Stadtgalerie Kunst-Geschoss bei Frank W. Weber – und sie fand auch ihren Abschluss bei ihm, denn der Kurator ließ es sich nicht nehmen, die teilweise von der Ausstellung „Bestandsaufnahme“ inspirierten Bilder, Skulpturen oder Plastiken persönlich in Augenschein zu nehmen.

„Es ist schön zu sehen, wie die Schüler frei interpretiert haben und inspiriert von der Ausstellung andere Dinge komponiert haben“, sagte Frank W. Weber. Seiner Ansicht nach sollte von den Schulen noch mehr in Richtung Kreativität getan werden. Die Initiative für den Besuch der Schüler im Kunst-Geschoss gaben eine ehemalige Kunstlehrerin und Cornelia Grasnick, die bereits zuvor Kontakt zu Frank W. Weber hatten. „Die Galerie ist da und wenn sie für die Bildung genutzt wird, hat das einen doppelten Effekt“, sagt der Kurator.

„In der Kunst gibt es mehr als nur einen Weg“

Alle 70 Schüler der drei Kunstkurse in der 10. Klasse haben in den vergangenen Wochen ihre Werke nicht nur zu Blatt gebracht oder geformt, sondern auch präsentiert. Das sei ein entscheidender Schritt in der Kunst. „Damit in den Raum zu gehen, ist noch einmal was ganz anderes und das wollte ich unbedingt ausprobieren“, erklärt Cornelia Grasnick. So viel Freiheit hätten die Schüler in ihren Kursen bisher noch nie gehabt. Das Ergebnis macht sie stolz.

„Sie sollen auch verstehen, dass es in der Kunst mehr als nur einen Weg gibt“, sagt sie und zeigt ein abstraktes Bild einer Schülerin. Dieses habe im Laufe des Prozesses dreimal die Farbe gewechselt, man erkennt es an der dicken Farbschicht, und letztlich habe die Schülerin es andersherum aufgehängt, als ursprünglich geplant. „Auch so etwas gehört dazu“, so die Kunstlehrerin. Jede der drei Ausstellungen hatte ihren ganz eigenen Höhepunkt, wie die Schüler berichten. Die jetzige sei vor allem dank der Großinstallation der „Maus“ nach Katharina Fritsch und der vielen unterschiedlich gestalteten Würfel etwas Besonderes. Die Maus hat auch Amanda (16) in ihrem Kunstwerk aufgegriffen. Aus selbst trocknendem Ton hat sie das Tier gefertigt und es kuschelnd mit dem Mann (als Gegenspieler der Maus bei Katharina Fritsch) dargestellt – eben eine ganz eigene Interpretation, die Cornelia Grasnick unter anderem lobend erwähnt hat. „Eigentlich hätte die Maus stehen sollen, aber so liegend kann ich auch damit leben“, sagt Amanda.

Arbeiten sind in zehn Unterrichtsstunden entstanden

Neben der Stadtgalerie waren die Schüler aber auch bei dem Werderaner Künstler Rainer Düvell. Er ist mit seinem Atelier und Showroom im Industriekomplex der ehemaligen Vulkanfiber-Fabrik in der Nähe des Bahnhofs zu Hause. „Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass der Besuch bei mir die Schüler so inspiriert hat“, sagte er bei der Finissage am Dienstag. Rainer Düvell nachempfunden haben die Jugendlichen eigene Würfel und auch Quader entworfen. Zehn Unterrichtsstunden hatten sie Zeit und viele haben bis zum letzten Moment gearbeitet, erzählt Amanda. Einige Kunstwerke werden dem Schulgebäude auch nach der Ausstellung erhalten bleiben, kündigt Cornelia Grasnick an.

Nach der Ausstellung wird ein Kunstkurs der 11. Klasse den Mittelteil des Foyers mit Anti-Design-Sitzmöbeln gestalten, die ebenfalls in diesem Schuljahr entstanden sind.

Von Luise Fröhlich

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