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Potsdam-Mittelmark Schüler sollen mehr mitmischen in der Stadt
Lokales Potsdam-Mittelmark Schüler sollen mehr mitmischen in der Stadt
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08:37 16.11.2017
Schüler Thadeus Mohr diskutiert mit Bürgermeister Michael Knape, Staatssekretär Thomas Drescher, SVV-Chef Gerald Mrochen und Schulleiter Gerd Ulbrich (v.l.) über die Werbung rechtsextremer Parteien. Quelle: Victoria Barnack
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Treuenbrietzen

Was am Mittwoch am Treuenbrietzener Gymnasium gestartet wurde, ist mehr als ein Schüleraustausch. Gemeinsam mit den Partnern im italienischen Chiaravalle und dem polnischen Zlotoryja wollen die Stadtverwaltung und verschiedene Vereine zur Jugendbeteiligung mehr Demokratie an der größten Schule der Kommune etablieren. Zwei Jahre dauert das Projekt „Erasmus Plus“, das von der EU mit 105 000 Euro gefördert wird. Das Gymnasium „Am Burgwall“ erhielt im Sommer den Zuschlag als eine von nur sechs Bildungseinrichtungen in ganz Deutschland und hat zum Auftakt je eine Delegation aus Polen und Italien in den Fläming eingeladen.

Mit einem Seminarkurs zum Thema Demokratie startete das Erasmus-Projekt in den 11. Klassen bereits zum Schuljahresbeginn. Die 18 Schüler lernen nicht nur wissenschaftliches Arbeiten, sondern auch wie sie sich in ihrer Schule einbringen können und dürfen.

„Der Projektansatz liegt direkt bei den Schülern“, erklärt Sandra Hoedt, die in der Verwaltung für Treuenbrietzens Städtepartnerschaften verantwortlich ist. „Aus ihren Reihen sollen die Ideen und Impulse kommen, damit sie selbst voll dabei sind“, sagt sie. Praktisch heißt das, die Schüler dürfen entscheiden, mit welchem Produkt sie das Projekt in zwei Jahren abschließen und wofür sie die 105 000 Euro ausgeben wollen.

18 Schüler gehören zum Demokratie-Kurs der 11. Klasse. Mit der Ausstellung in der Aula sollen sie auch ihre Mitschüler für mehr Mitbestimmung begeistern. Quelle: Victoria Barnack

Wenn es nach Sandra Hoedt, Schulleiter Gerd Ulbrich und Bürgermeister Michael Knape (parteilos) geht, sollen am Ende der Förderperiode Jugendliche am Gymnasium lernen und in der Stadt leben, die Lust auf Demokratie und Politik haben. „Denn Demokratie ist kein Selbstverständnis sondern eine Aufgabe“, erklärt Ulbrich. Um den Jugendlichen das auch in Italien und Polen nahe zu bringen, sind regelmäßige Treffen und der „Austausch guter Praxis“ – so der Titel des Förderprogrammes – fester Bestandteil im zweijährigen Projekt. Die Einbeziehung der Verwaltungen und Partnervereine soll am Ende „multi-vorteilhafte“ Auswirkungen auf die gesamten Projektregionen haben.

Indem die drei Partner an ihren Schulen demokratische Strukturen entwickeln, sollen die Jugendlichen zu einer Art Demokratie-Botschafter in ihrer Heimat werden. „Wenn sich daraufhin wieder ein Jugendparlament in Treuenbrietzen bilden würde, wäre das ein großer Erfolg“, sagt Hoedt.

Kennenlernen bei Tiramisu und Piroggen

Mit welchen konkreten Maßnahmen Schüler, Lehrer, Mitarbeiter der Kommunen und die Partnervereine das große gemeinsame Ziel erreichen wollen, steht noch nicht fest. Das alles soll bis Freitag während des Auftakttreffens geklärt werden. Am Rande finden Kennenlernaktionen wie ein internationaler Kochabend mit deutschem Wildschwein, italienischem Tiramisu und polnischen Piroggen statt.

Inhaltlich wurde am Mittwochmittag der Projektauftakt mit einer Ausstellungseröffnung in der Aula des Gymnasiums begannen. Mit dem Titel „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ informiert die Friedrich-Ebert-Stiftung seit 2010 an zahlreichen Bildungseinrichtungen in ganz Deutschland. In Treuenbrietzen werden die Schautafeln bis zum Freitag zu sehen sein.

Staatssekretär Thomas Drescher eröffnete die Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Treuenbrietzen. Quelle: Victoria Barnack

Der Demokratie-Kurs der 11. Klassen diskutierte am Mittwoch mit ihrem Schulleiter, dem Bürgermeister, zahlreichen Stadtverordneten und Staatssekretär Thomas Drescher über die verschiedenen Aspekte von Demokratie und Rechtsextremismus im Alltag.

In den nächsten Monaten sollen sie auch ihre Mitschüler für das Thema begeistern. „Wenn sich mehr Schüler hier an der Schule beteiligen können und wollen, hat das auch eine Ausstrahlung auf die gesamte Kommune“, erklärt Hoedt das hoch gesteckte Ziel des Projektes. Nicht zuletzt könne auf diese Weise auch die allgemeine Bürgerbeteiligung in Treuenbrietzen gestärkt werden.

Von Victoria Barnack

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