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Potsdam-Mittelmark Schülerticket: Einige Eltern müssen draufzahlen
Lokales Potsdam-Mittelmark Schülerticket: Einige Eltern müssen draufzahlen
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00:20 25.08.2017
Einige Eltern müssen für die Schülertickets ihrer Kinder künftig draufzahlen. Quelle: dpa
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Schwielowsee

Kinder und Jugendliche aus Schwielowsee, die in Potsdam zur Schule gehen, kriegen ab sofort nicht mehr die vollen Fahrtkosten erstattet. Grund dafür ist die veränderte Linienführung des Werder-Umland-Konzeptes, das mit dem Powerbus Anfang des Jahres in Kraft getreten ist. Das bestätigte der Landkreis Potsdam-Mittelmark auf Anfrage. Eine Mutter aus Caputh hatte sich mit diesem Problem an die MAZ gewandt. Ihr Sohn besucht zwar das Oberstufenzentrum in Werder, fährt aber wegen schlechter Abstimmung auf die Schulzeiten über Potsdam zurück nach Hause. Für diese Verbindung muss die Caputherin nun zuzahlen. Beschwerden mehrerer Eltern seien ins Leere gelaufen, wie sie berichtet. Ausnahmen macht der Landkreis nur in bestimmten Fällen.

Der Landkreis ist Träger der Schulbeförderung und übernimmt laut entsprechender Satzung nur die notwendigen Kosten für einen Fahrausweis. „Das heißt, immer die zumutbare preislich geringste Variante unter dem Aspekt des Besuches der am kostengünstigsten erreichbaren Schule der gewählten Schulform“, erklärt Fachdienstleiter Jürgen Otto. Beim Besuch einer anderen Schule werde nur der Betrag erstattet, der zu der Schule, die am kostengünstigsten erreichbar ist, aufgebracht werden müsste. Bislang haben Schüler aus Caputh, Geltow und Ferch, die Potsdamer Schulen besuchen, davon profitiert. „Denn die Fahrtkosten zu den entsprechenden Schulen im Landkreis waren kostenidentisch“, so Jürgen Otto weiter. Das ist nun anders. Mit der neuen Linienführung und den Tarifveränderungen sind die weiterführenden Schulen in Werder und Michendorf kostengünstiger zu erreichen. Darüber hat der Kreis betroffene Eltern im Juli per Schreiben informiert. Ein Bestandschutz sei nicht vorgesehen und könne auch aus objektiven Gründen nicht greifen, sagt Jürgen Otto.

Satzung sieht zwei Ausnahmefälle vor

Für den Caputher Schüler bedeutet dies nun, dass er bei Schulschluss um 13.30 Uhr fast eine Stunde auf den Bus nach Caputh, der um 14.25 Uhr fährt, warten muss. Besonders im Winter sei dies nicht zumutbar, findet seine Mutter. Für sie bedeutet der Umweg über Potsdam nun zusätzlich etwa 450 Euro im Jahr, von denen sie sich 300 Euro über Anträge zurückholen kann. „Des Weiteren sei der Landkreis nur dazu verpflichtet, die Schüler zur ersten Stunde und zur letzten Unterrichtsstunde zu befördern“, berichtet sie von dem Ergebnis eines Anrufs beim Fachdienst.

Die Satzung des Landkreises sieht Ausnahmefälle vor, wie Jürgen Otto erklärt. Betroffen sind Schüler dann, wenn sie an eine bestimmte Schule zugewiesen werden oder wenn die am kostengünstigsten erreichbare Schule keine Kapazität mehr hat und die Aufnahme des Schülers daher ablehnt. „Sollten diese Kriterien nachgewiesen zutreffen, dann erhalten diese Schüler auch weiterhin die Fahrausweise nach Potsdam in der Tarifstufe ABC“, sagt der Fachdienstleiter.

Eltern haben einen Verdacht

Bei den Eltern ist der Verdacht aufgekommen, der Landkreis wolle die neue Busverbindung vonseiten der Eltern finanzieren, so die Caputherin. Wenn der Landkreis nicht in der Lage wäre, ausreichend weiterführende Schulen für die auf dem Land lebenden Schüler zur Verfügung zu stellen, so sei es nach Ansicht der Mutter das Mindeste, den Schulweg komplett zu zahlen.

Der Powerbus hat für viele Pendler Erleichterungen bezüglich der Fahrzeiten und Tarife gebracht, betont hingegen der Landkreis. Für die Fahrt nach Michendorf zum Beispiel sei nur noch der Tarif Potsdam BC zu zahlen. „Die Fahrtzeiten sind mit den Unterrichtszeiten abgestimmt“, sagt Jürgen Otto.

Wann der Landkreis zahlen muss

Die Beförderungs- oder Erstattungspflicht des Landkreises besteht, wenn der Schulweg für Grundschüler mindestens zwei Kilometer, für Schüler der Sekundarstufe I mindestens drei Kilometer, für Schüler der Sekundarstufe II oder Schüler von Oberstufenzentren mindestens fünf Kilometer beträgt.

Der Antrag auf Schülerbeförderung muss schriftlich bis zum 31. Mai für das folgende Schuljahr beim Landkreis gestellt werden. Andere Fristen gelten für die Beförderung mit dem Auto.

Auf Grundlage des Antrages
entscheidet der Kreis über die Notwendigkeit der Beförderung des Schülers, über das Verkehrsmittel, das er nutzen muss und die Höhe des Eigenanteils sowie die Fahrtkostenerstattung.

Mit 400 000 Euro beteiligt sich der Landkreis jährlich an den Kosten für das neue Buskonzept. Werder schießt 180 000 Euro dazu und die Gemeinde Schwielowsee 6700 Euro. Noch bevor der Powerbus im Januar an den Start ging, gab es zahlreiche Proteste von Eltern, die sich über ungünstige Routen, lange Wartezeiten oder gefährliche Umstiege beschwerten. Die Verkehrsgesellschaft Regiobus Potsdam-Mittelmark erklärte damals, dass sich die neuen Fahrpläne nach den Schulströmen und den Schulzeiten richten und somit nicht alle Schüler und Eltern zufrieden gestellt werden könnten. Weitere Optimierungen folgten zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres. Die grundlegende Überarbeitung des Busnetzes war die seit Jahren größte Fahrplanänderung im Raum Werder.

Von Luise Fröhlich

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