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Schuldebatte: An vielen Ecken drückt der Schuh

Debatte zu Bildungslandschaft Schuldebatte: An vielen Ecken drückt der Schuh

Landespolitiker Gordon Hoffmann (CDU) sieht diverse Probleme in Brandenburgs Bildungslandschaft. Das sagt er am Donnerstagabend bei einer Diskussionsrunde in Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark). Dort drängt weiterhin das Modellprojekt zum Aufbau einer gemeinsamen Gesamtschule mit den Brücker Nachbarn.

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Die Grundschule Treuenbrietzen hatte zum Schuljahr 2015/16 Willkommensklassen zur Integration von Flüchtlingskindern des Brücker Wohnheimes eingerichtet.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Inklusion, Ausfallstunden, Schulreform – diese und viele weitere der in der brandenburgischen Bildungslandschaft derzeit viel diskutierten Begriffe sind längst zu Reizwörtern geworden. Das ist bei einer Diskussionsrunde am Donnerstagabend deutlich geworden. Dazu hatte der CDU-Stadtverband Treuenbrietzen eingeladen, um mit Gordon Hoffmann, dem bildungspolitischen Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburgs zu debattieren, „wo Eltern und Schülern aktuell der Schuh drückt“, so Anja Schmollack.

Aus Sicht der Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes verunsicherten SPD und Linke als Regierungsparteien auf Landesebene „die Menschen mit immer neuen Bildungsexperimenten auf Kosten der Kinder“. Allgemein stelle sich mit der Diskussion um eine Einheitsschule die Frage nach der Zukunft von Gymnasien. Aus Sicht der CDU sollte das Modell von Filialschulen auch für weiterführende Bildungsstätten mit Abiturstufe möglich gemacht werden. Im konkreten Fall von Treuenbrietzen sollte eine Zusammenarbeit mit Nachbar-Gymnasien forciert werden. Das sagte Anja Schmollack vor rund 18 Gästen – zumeist Parteianhänger, aber auch Vertreter der Lehrerschaften aus Grundschule und Gymnasium sowie einzelne Elternvertreter.

Diskussion um Einheitsschule

Lehrer des Gymnasiums rieten jedoch von diesem Modell ab. Solche schon seit Jahren angestrebten Kooperation mit den Häusern in Beelitz und Bad Belzig seien dort stets abgeblockt worden, berichtete eine Pädagogin. Sie und ihre Kollegen favorisieren derzeit klar das Modell einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe für die Fläming-Region. Dazu gibt es einen Auftrag des Kreistages zu einer Kooperation des Gymnasiums Treuenbrietzen, mit der Oberschule Brück.

Das sieht auch Michael Knape (parteilos) als besten Weg, um für die gesamte Region bis in Nachbarbereiche Teltow-Flämings hinein ein neues Bildungsangebot für den Weg in 13 Jahren zum Abitur zu etablieren, „das es bislang im weiteren Umkreis des Flämings nicht gibt“. Für das Modellprojekt der gemeinsamen Gesamtschule wünsche er sich jedoch mehr Unterstützung von der Landesregierung. „Wir müssen Raum bekommen, Modellprojekte auch mal als solche entwickeln und probeweise leben zu können“, sagte der Treuenbrietzener Verwaltungschef als Schulträger.

„Solche Antworten auf unterschiedliche demografische Entwicklungen müssen nicht immer gleich landesweit passen“, so Knape. Derzeit jedoch würden immer wieder neue Hürden aufgebaut. So schwebe dem Bildungsministerium nun gar ein gemeinsames Schulzentrum von der ersten bis zur 13. Klasse vor. Dessen Aufbau sei jedoch noch schwieriger, weil dann vier Schulen beider Städte unter eine Hut gebracht werden müssten, so Knape. „Wir wollen ein Modell für sieben bis 13.“ Zum Thema der gemeinsamen Gesamtschule gebe es inzwischen auch in Brück eine Arbeitsgruppe. Nach ersten Gesprächen im August 2015 ist nun für den 15. März erstmals ein Treffen beider Arbeitsgruppen geplant, „bei dem wir hoffentlich das Kirchturmdenken überwinden können“, sagte Knape.

Gemeinsames Schulzentrum geplant

Gordon Hoffmann machte den Akteuren Mut für diesen Schritt: „Gesamtschulen zählen derzeit zu den beliebtesten Bildungswegen im Land“, so der CDU-Politiker. Er hält es für sinnvoll, auch für weiterführende Schulen über Filiallösungen nachzudenken. „Das Land sollte diese ermöglichen.“ Für den Erhalt wohnortnaher Bildungsangebote müsse für Grundschulen zudem das Modell der „Kleinen Grundschule“ forciert werden.

Was das zuletzt noch stark diskutierte Thema Inklusion angeht, hält Hoffmann es für sinnvoll, „dass der Prozess derzeit wohl etwas entschleunigt wird“. Fortgeführt werden sollten die Bemühungen, „wenn personelle und materielle Voraussetzungen geschaffen sind“. Diesbezüglich hängen die 24 Pilotschulen, darunter auch die Grundschule Treuenbrietzen, „derzeit aber in der Luft“, so Hoffmann. Es fehle Personal, um die durchaus vorhandenen zusätzlichen Stellen für Lehre und Sozialpädagogen zu besetzen, habe die Landeregierung eingeräumt, sagte der Bildungspolitiker. In Treuenbrietzen waren zum Schuljahr 2015/16 zudem Willkommensklassen zur Integration von Flüchtlingskindern des Brücker Übergangswohnheimes eingerichtet worden.

Von Thomas Wachs

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