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Potsdam-Mittelmark Schulleiter setzt Zeichen gegen Drogen
Lokales Potsdam-Mittelmark Schulleiter setzt Zeichen gegen Drogen
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20:34 07.03.2018
Mehr als 650 Schüler besuchen das Ernst-Haeckel-Gymnasium in Werder. Quelle: Anna Kassin
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Werder

Als einige Schüler nach Unterrichtsbeginn aus dem Fenster schauten, wunderten sie sich, warum ein Hund über ihren Schulhof läuft. Tatsächlich sind, für die Schüler unangemeldet, zwei Polizisten mit einem Spürhund zum Werderaner Ernst-Haeckel-Gymnasium gekommen. Sie durchsuchten die Schule nach Drogen. Stichprobenartig kontrollierten die Beamten Schließfächer, einige Schultaschen und gezielt eine neunte Klasse. Auch die Fahrradständer nahmen sie unter die Lupe. Fündig wurden die Polizisten an diesem Tag nicht. Schulleiter Martin Erdmann kündigte aber an, die Zusammenarbeit dennoch fortsetzen zu wollen.

Die Durchsuchung fand während des ersten und zweiten Blocks statt. Manche Schüler haben davon kaum oder nichts mitbekommen, denn der Unterricht ging wie gewohnt weiter. Die Lehrer und die Schulleitung wussten davon, den Schülern kündigten sie die Untersuchung bewusst nicht an. Auch hinterher habe die Schule nicht mit den Schülern darüber gesprochen. Alles, was die Gymnasiasten wissen, haben sie von Freunden und Klassenkameraden gehört, wie sie erzählen. Die Schule möchte mit dieser Aktion deutlich zeigen, dass sie unter dem neuen Schulleiter Drogenkonsum nicht toleriert.

„Die, die es machen wollen, machen es sowieso“

Gibt es ein Problem mit Drogen an der Schule? Die Antwort hat sich in der Vergangenheit wohl schon mehrmals geändert: „Erst hieß es, wir haben ein Drogenproblem, dann wir haben kein Drogenproblem und jetzt heißt es, wir haben ein leichtes Drogenproblem“, kommentiert eine Schülerin die Aktion. Eine Lehrerin soll gesagt haben, dass nicht die Schule ein Problem mit Drogen habe, sondern die Schüler. Damit sei gemeint, dass der Drogenkonsum Einzelne betrifft.

Am Ernst-Haeckel-Gymnasium werden etwa 653 Schüler von der fünften bis zur zwölften Klasse unterrichtet und können dort ihr Abitur ablegen. Vom Kiffen, also dem Rauchen von Cannabis, sollen vor allem Schüler aus der neunten Klasse, aber auch ein paar aus der zehnten und sogar der achten Klasse betroffen sein. „Das passiert klassenübergreifend“, erklärt eine Elftklässlerin. Die Schüler würden die Drogen auch zusammen mit Freunden von der Carl-von-Ossietzky-Oberschule rauchen. Treffpunkte seien unter anderem die Spielplätze nahe dem Gymnasium. Laut einigen Schülern werde nur Cannabis geraucht, von härteren Drogen hätten sie bisher nichts mitbekommen. Schulleiter Martin Erdmann sagt, dass „eine Wiederholung des Einsatzes für die Zukunft nicht ausgeschlossen ist.“ Einem Polizeisprecher zufolge sollen die Einsätze „anlassbezogen“ sein und dann stattfinden, wenn es notwendig ist. Aus ermittlungstaktischen Gründen will die Polizei über die Anzahl oder die Art nichts bekanntgegeben. Ob solche Durchsuchungen längerfristig etwas bewirken, sehen einige Schüler skeptisch. Außer, dass sie die Drogen nicht im Schließfach oder der Tasche aufbewahren, werde es nicht viel ändern. „Die, die es machen wollen, machen es sowieso“, sagt eine Schülerin.

Gymnasium will als Beispiel vorangehen

Trotzdem möchte die Schule weiter ein Zeichen gegen Drogen setzen. Laut Martin Erdmann will das Ernst-Haeckel-Gymnasium „ein Beispiel für andere Schulen in Brandenburg sein, die sich dieses Schrittes noch nicht bedient haben.“ Die Polizei hat laut Angaben des Sprechers keine anderweitigen Präventivmaßnahmen an Schulen in der Region geplant.

Seit Februar Direktor in Werder

Zum zweiten Schulhalbjahr hat Martin Erdmann die Leitung des Ernst-Haeckel-Gymnasiums übernommen, nachdem sich sein Vorgänger Jörg Ritter nach 27 Jahren als Direktor der Schule in den Ruhestand verabschiedet hat.

Martin Erdmann war, bevor er nach Werder kam, als Lehrer für Biologie, Englisch und Politische Bildung am Runge-Gymnasium in Oranienburg tätig.

Von Anna Kassin

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