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Schulsozialarbeit am Limit

Treuenbrietzen: Mehrbedarf beim Personal Schulsozialarbeit am Limit

In den beiden Bildungsstätten der Stadt Treuenbrietzen stößt die Schulsozialarbeit an ihre Grenzen. Das machte Diana Bölke kürzlich in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport deutlich. „Inzwischen wäre mehr als genug Arbeit für zwei Kollegen da“, sagte die Schulsozialarbeiterin. Sie allein ist für die Grundschule sowie für das Gymnasium zuständig.

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Schulsozialarbeiterin Diana Bölke bildet in Treuenbrietzen auch Streitschlichter aus. Gestern stand wieder eine Arbeitsberatung an.

Quelle: U. Klemens

Treuenbrietzen. Steigenden Bedarf sieht sie vor allem in der Grundschule. Vor dem Hintergrund der landesweit forcierten Inklusion zur gleichberechtigten, integrierten Bildung auch für Kinder mit geistigen Handicaps und Wahrnehmungsproblemen steige die Zahl der Jungen und Mädchen mit Förderbedarf deutlich.

Von den rund 305 Grundschülern haben aktuell 96 besondere Hilfe beim Lernen nötig. Um dabei die Lehrer im Unterricht zu unterstützen, gibt es zwar zwei Sozialpädagogen an der Schule. Darüber hinaus gebe es jedoch auch einen wachsenden sozial-emotionalen Beratungsbedarf. Für den wiederum ist Diana Bölke zuständig.

Zu ihren Klienten gehören auch 17 Schüler, „die klare psychosoziale Auffälligkeiten zeigen, weil sie sich ritzen, die Schule schwänzen oder andere gravierende Probleme zu lösen sind“, berichtete die Schulsozialarbeiterin. Hilfe von ihr erwarten Lehrer, „die diese Aufgabe gar nicht leisten können, und auch Eltern, die oft mit ihren Kindern gar nicht in eine externe Beratung gehen würden“, erklärte Diana Bölke im Ausschuss vor Abgeordneten.

Steigender Bedarf an Einzelbetreuung

Wegen des steigenden Bedarfs zur Einzelbetreuung – auch für Eltern und bei Hausbesuchen – sowie der geschlossenen Gruppenarbeit fehle ihr heute meist die Zeit für eine offene Gruppenarbeit – also für Schulprojekte und Aktionen. „Anfangs hatte ich dafür immer noch gute Unterstützung meiner Kollegen aus der kommunalen Jugendarbeit erfahren können“, erzählte Diana Bölke weiter.

„Seitdem Christiane Pusch und Ronny Kummer aber zusätzliche Aufgaben im Familienzentrum übernommen haben und dessen Angebote immer stärker angenommen werden, ist diese gegenseitige Kooperation nicht mehr so möglich“, so die Schulsozialarbeiterin. Sie arbeitet derzeit 30 Wochenstunden für beide Schulen der Stadt. „Wir stehen alle mit dem Rücken an der Wand. Der Personalbedarf in der Sozial- und der Jugendarbeit ist sehr groß“, sagte Diana Bölke.

Das sehen auch einige Stadtverordnete so. „Eine personelle Verstärkung ist auch mit Blick auf das wachsende Familienzentrum dringend nötig“, sagte Andreas Gronemeier (TBV). Eine zusätzliche Stelle forderte auch Beate Rahn. „Die Inklusion schafft vor allem an der Grundschule neuen Bedarf“, so die CDU-Stadtverordnete.

"Bedarf offensiv melden"

Primär zuständig wäre der Landkreis Potsdam-Mittelmark. Er schafft entsprechende Stellen, die sodann gemeinsam mit den bedachten Kommunen finanziert werden. Ein Träger sozialer Dienstleistung besetzt diese. Auch in Treuenbrietzen ist dies das Diakonische Werk im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Wie dessen Chefin, Jeanette Nissen, in der Ausschusssitzung sagte, habe der Landkreis jedoch seit 2011 keine neuen Stellen geschaffen „und konzentriert sich im Doppelhaushalt bis 2017 zunächst stärker auf die Seniorenarbeit“.

Dennoch sollte die Kommune „ihren Bedarf offensiv melden“. Allgemein sei die Nachfrage vor allem von Grundschulen groß. Denn noch immer gebe es nicht an jeder Bildungsstätte Schulsozialarbeiter. Und das, obwohl Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) „pro Schule eine Stelle mit je 30 Wochenstunden für ideal hält“, so Jeanette Nissen.

Walter Treu (Die Linke), glaubt, dass „personelle Potenziale besser ausgeschöpft“ werden könnten und eine stärkere Verzahnung von Lehrern und Horterziehern mit der Schulsozial- und der Jugendarbeit Verbesserungen bringen würde. Beate Rahn schlug vor, eine zusätzliche Stelle „nötigenfalls allein zu schaffen, statt auf den Landkreis zu hoffen“. Bei den vier neuen Stellen im Rahmen der Strukturreform im Rathaus „war das doch auch möglich gewesen“, sagte die CDU-Abgeordnete.

Von Thomas Wachs

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