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Potsdam-Mittelmark Schulz punktet in Teltow mit Volksnähe
Lokales Potsdam-Mittelmark Schulz punktet in Teltow mit Volksnähe
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16:58 29.03.2017
„Ich kann nicht häkeln“, gab Schulz unumwunden zu. Kein Problem für die Damen von der Strickgruppe. Quelle: dpa
Teltow

Gelb statt Rot? So ganz richtig terminiert war der Besuch des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz im Teltower Mehrgenerationenhaus Philantow am Mittwoch wohl doch nicht. „Heute steht Gelb im Mittelpunkt“, erklärte Leiterin Nadine Ganzert die dominierende Farbe in einem der Spielzimmer. „Ich habe mit meinen Kindern immer gerne gesungen“, sinnierte Schulz und hob an: „Grün, grün grün sind alle meine Kleider.“ Und Rot? „Rot, rot, rot ... ist die SPD.“

Von der Ampelkoalition war in Teltow nicht die Rede

Da war sie wieder – die Ampelkoalition aus Rot, Gelb und Grün, von der an diesem Vormittag aber nicht die Rede sein sollte. Denn der SPD-Vorsitzende und Hoffnungsträger seiner Partei für die kommende Bundestagswahl war mit beachtlichem Presse-Tross in die Teltower Einrichtung gekommen, um sich ein Bild vom alltäglichen Leben der Familien im Osten Deutschlands zu machen. „Das Konzept dieses Hauses überzeugt mich“, resümierte Schulz am Ende. Es gehe schließlich darum, dass Familie, Beruf und gegebenenfalls zusätzlich die Betreuung der eigenen Eltern unter einen Hut gebracht werden können. „Dafür steht das Teltower Modell.“

Philantow: Menschenfreunde aus Teltow

Das könne sie nur unterstreichen, so Leiterin Nadine Ganzert. „Und ich verspreche mir von diesem Besuch, dass unser Konzept bekannter wird.“ Das Philantow – der Kunstname ist zusammengesetzt aus dem Wort Philanthrop (griechisch „der Menschenfreund“) und der letzten Silbe von Teltow – versteht sich als Ort der Begegnung für alle Generationen. Das Haus in der Mahlower Straße jenseits des S-Bahnhofs bietet Kurse vom Kinderballett über Englischunterricht bis hin zu Yoga an. Mütter geben ihre Kleinsten in der Krabbelgruppe ab, ältere Damen treffen sich zum Stricken und Häkeln.

Teltows SPD-Vorsitzender Sören Kosanke (3.v.l.) erläutert dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz, wie eine Krabbelgruppe funktioniert. Dazwischen Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) und rechts daneben Fachfrau Nadine Ganzert und SPD-Direktkandidatin Manja Schüle. Quelle: Bernd Gartenschläger

Café, Garten, Bibliothek und eine imposante Fotowand erinnern daran, dass hier einst das legendäre Café Wien seinen Sitz hatte. Kurz vor der Schließung des Cafés, so erzählt man sich unter der Hand, gab es vor Jahren an selber Stelle schon einmal hohen Besuch: Egon Krenz, der letzte Staatsratsvorsitzende der DDR, war zu einer privaten Geburtstagsfeier erschienen.

Teltows Bürgermeister: „Der versteht was von Kommunen“

Jetzt also Martin Schulz, der in seinem Ansinnen, nah ans Volk heranzukommen, von Genossen aus der Region begleitet wurde. Wahlkampf ist eben auch für Manja Schüle (40), SPD-Direktkandidatin im Wahlkreis 61, und Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (56), der wie Schulz am 24. September für die SPD ins Rennen geht. „Einen Schulz-Effekt für die Bürgermeisterwahl sehe ich nicht“, sagte Schmidt. „Die Teltower schauen bei dieser Entscheidung nicht nach Berlin.“ Dennoch fühle er sich mit Martin Schulz, dem ehemaligen Bürgermeister der Stadt Würselen, verbunden, so Teltows Stadtoberhaupt. „Wenn er Kanzler wird, dann weiß er, wo den Kommunen der Schuh drückt.“

Gebührenfreiheit ja – aber ohne Qualitätsverlust

Manja Schüle, deren Wahlkreis von Potsdam über Teltow bis Ludwigsfelde reicht, sieht in erster Linie „inhaltlichen Rückenwind“ durch den SPD-Kanzlerkandidaten. „Die Schwerpunkte sind Familie, Beruf und Pflege“, so Schüle. Dass Schulz am Ende seines Besuchs noch einmal sein Wahlkampfversprechen der Gebührenfreiheit für den gesamten Bildungsgang betont hat, gefällt der 40-Jährigen. „Das darf aber nicht auf Kosten der Qualität in Kitas und Schulen gehen.“ Diesen spezifischen Wunsch aus ostdeutscher Sicht habe sie dem Hoffnungsträger noch mit auf den Weg gegeben.

Von Jürgen Stich

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