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Potsdam-Mittelmark Schweigen am Tag nach dem SEK-Einsatz
Lokales Potsdam-Mittelmark Schweigen am Tag nach dem SEK-Einsatz
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00:30 27.02.2018
Mehr als 40 Einsatzkräfte schickte die Polizei am Dienstag nach Caputh, um den bewaffneten Mann zu finden. Quelle: Julian Stähle
Caputh

Am Tag danach ist die Beschaulichkeit zurückgekehrt. Es ist kurz nach zehn. Die Postfrau trägt Briefe und Pakete aus, in der Eisdiele wird staubgesaugt und ein Mann geht mit seinem Hund spazieren. Von der Aufregung des Vortages ist in Caputh auf den ersten Blick nichts mehr zu spüren. Nicht ganz 24 Stunden zuvor suchte ein Großaufgebot an Polizei und Spezialeinsatzkräften (SEK) einen bewaffneten 20-Jährigen, der inmitten des kleinen Ortes an der Havel lebt und dort festgenommen wurde. Bei ihm fanden die Polizisten eine Softairwaffe, einen Schreckschussrevolver, eine Machete und ein Messer. Die Waffen wurden beschlagnahmt und der junge Mann wieder auf freien Fuß gelassen.

Zwei ältere Caputher treffen sich auf dem Gehweg unweit des Hauses, das am Dienstag von Polizeiwagen umzingelt war. Die Familie, die dort wohnt, sei bekannt im 5000-Seelen-Dorf. „Es gab schön öfter Probleme. Wir fragen uns, warum die Polizei nicht schön früher durchgegriffen hat“, sagt einer der Senioren. Der andere erzählt, dass der SEK-Einsatz für Aufsehen und ein ungutes Gefühl bei den Caputhern gesorgt habe. Alarmiert wurde die Polizei gegen Mittag von mehreren Zeugen, die angaben, ihn mit einem Gegenstand, der ähnlich einer Schusswaffe war, gesehen zu haben. Wo genau, konnte Polizeisprecherin Juliane Mutschischk auf MAZ-Nachfrage am Mittwoch nicht sagen. Mehr als 40 Polizisten suchten den Mann. Auch ein Rettungshubschrauber kreiste über Caputh. Gefunden wurde er schließlich an seiner Wohnadresse.

Ermittlungen laufen

Auf ein Klingeln an der Tür reagiert an diesem Vormittag niemand. Die Jalousien sind halb oder ganz heruntergelassen, das Tor versperrt. Ein Nachbar kommt zwar heraus, will den Vorfall aber nicht kommentieren, „aus Rücksicht auf die Familie“, wie er sagt. Die Mutter des Mannes, der den Großeinsatz ausgelöst hat, kennt er von Geburt an und somit auch ihre beiden Söhne. Auch der Nachbar auf der anderen Seite schweigt. Die Mitarbeiter eines Büros auf der gegenüberliegenden Straßenseite sind erst am Mittwoch von einer Schulung zurückgekehrt und haben noch gar nichts von der Festnahme und den Waffen gewusst. Softairwaffen seien mittlerweile weit verbreitet und würden echten Schusswaffen sehr ähnlich sehen, sagt einer von ihnen.

Die Polizei ermittelt wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz. Neue Erkenntnisse gab es am Mittwoch noch nicht, so Juliane Mutschischk. Auch ob der Mann der Polizei bereits bekannt war, könne sie nicht sagen. Dass das Spezialeinsatzkommando hinzugezogen wurde, hätten die Beamten vor Ort entschieden. Nach welchen Kriterien bleibe ebenfalls geheim. Unterschiedliche Angaben lieferten die Zeugen der Sprecherin zufolge darüber, ob der 20-Jährige zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs war. Entlassen wurde er nach einer sogenannten Gefährderansprache, also einem präventiven Gespräch, bei dem die Polizisten dem Mann zum Beispiel erklärt haben, dass er solche Aktionen in Zukunft zu unterlassen hat. In diesem Zusammenhang sei er vor Ort auch vernommen worden.

Ortsvorsteher wünscht sich mehr Polizeipräsenz

Ortsvorsteher und Fährmann Karsten Grunow erzählt, dass er nichts Schlimmes erwartete als er die vielen Polizeiwagen mit Blaulicht in den Ort fahren hörte. Er habe zunächst an einen Autounfall gedacht. Kurz darauf fragten ihn Polizisten, ob er den verdächtigen Mann auf der Fähre gesehen habe. Sein Mitarbeiter, der zu diesem Zeitpunkt Dienst hatte, verneinte dies. Auf dem Weg zu einem Termin sah er die Spezialeinsatzkräfte mit Wagen am Caputher Schloss stehen und erfuhr dann später, dass der Mann gefasst wurde. „Das ist ein Fall, der zeigt, dass auch in Caputh nicht mehr alles so normal ist“, sagt der Ortsvorsteher. Er plädiere schon lange dafür, dass an der Sicherheit der Bürger nicht gespart werden dürfe und würde sich wieder mehr Polizeipräsenz wünschen. Die Caputher hätten in letzter Zeit vermehrt mit Einbrüchen zu kämpfen. „Ich finde es gut, dass die Bürger wachsam sind. Lieber man schießt mit Kanonen auf Spatzen, als dass es zum Äußersten kommt. Sowas brauchen wir hier nicht“, erklärt er.

In diesem Zusammenhang lobt Karsten Grunow auch die Zusammenarbeit mit dem neuen Sicherheitspartner Carsten Post in Caputh. Zu seinen Hauptaufgaben gehören unter anderem Kontrollgänge im Ort. Als Sicherheitspartner informiert er bei Gefahrenlagen die Polizei oder die Behörden.

Manche Softairwaffen sind verboten

Softairwaffen funktionieren über ein Druckluftsystem und verschießen keine Patronen, sondern in der Regel Kugeln aus verschiedenen Materialen wie Kunststoff.

Zwischen 0,5 und 7,5 Joule dürfen Softairwaffen nur mit Waffenschein in der Öffentlichkeit geführt werden. Der Besitz vollautomatischer Softairwaffen über 0,5 Joule ist in Deutschland gänzlich verboten.

Von Luise Fröhlich

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