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Potsdam-Mittelmark Schwester Hermine stolz auf große Zwillinge
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwester Hermine stolz auf große Zwillinge
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02:15 12.04.2017
Möchten Rettungsschimmer bei der DLRG werden: Die eineiigen Zwillinge Johann (links) und Jacob Kayser (beide 16 Jahre alt). Quelle: Johanna Uminsiki
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Borkheide

Angestrengt kämpft sich Johann Kayser in seiner klammnassen Bundeswehrkleidung durch das Wasser. Im Schlepptau zieht der 16-Jährige einen bewusstlos spielenden jungen Mann. Außer Atem und ziemlich erschöpft rettet der Schüler so seinen gleichaltrigen Bruder Jacob endlich an den sicheren Schwimmbadrand.

Der Trainer stoppt die Zeit und ist zufrieden mit dem Ergebnis. Was Rettungsschwimmer der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Ernstfall leisten müssen, üben einmal in der Woche die Mitglieder im Schwimmbad der Beelitzer Kaserne oder während des Sommers im Waldbad Borkheide. Die eineiigen Zwillinge Johann und Jacob Kayser möchten Rettungsschwimmer werden, und freuen sich nach dem heutigen Training über ihre bestandenen Teilprüfungen.

Unterscheidung der Zwillinge mitunter schwierig

Doch nicht nur das Schwimmen verbindet die Zwillinge, die optisch kaum auseinanderzuhalten sind. Sie besuchen die 11. Klasse der Voltaireschule in Potsdam, lernen in der Musikschule Akkordeon und haben auch die gleichen kulinarischen Vorlieben. „Auch in der Schule nehmen wir meistens dasselbe Essen“, sagt Johann. Als Kinder wurden die Zwillinge von ihren Eltern gleich angezogen. „So kauft sich die Bekleidung schneller ein“, schmunzelt der Vater Matthis Kayser. Bei der Unterscheidung des Geschwisterpaares hatten einige Lehrer so ihre Schwierigkeiten, sagt Jacob. Doch auch heute noch gibt es Momente, bei denen Matthis Kayser seine Probleme hat. „Nach einem Friseurtermin sehen beide gleich aus.“ Dennoch gibt es für den Vater klare Unterscheidungsmerkmale. „Jacob hat am rechten Ohr eine kleine Verletzung und ist im Gesicht etwas breiter als Johann“, so der Reesdorfer. Stolz auf ihre Brüder ist auch Hermine. Dennoch: „Sie können manchmal ganz schön nerven“, sagt die Neunjährige, die ganz klar zwischen ihren Brüdern unterscheiden kann. „Das sieht man doch - außerdem stehen bei Johann die Haare etwas und bei Jacob sind die Haare flacher.“

Trauriges Schicksal

Weltweit wird am 10. April der Tag der Geschwister gefeiert. Begründet hat den Tag 1997 Claudia Evart in Andenken an ihre Geschwister Alan und Lisette. Beide sind bei verschiedenen Autounfällen ums Leben gekommen.

Das Geburtsdatum ihrer verunglückten Schwester Lisette (10. April) wählte die Amerikanerin für diesen Tag, der die Beziehung zwischen Geschwistern würdigen soll und als Ergänzung zum Mutter- und Vatertag gedacht ist.

Am 10. April wird der Tag der Geschwister zelebriert, indem beispielsweise Grußkarten oder E-Mails an die Geschwister versendet werden, mitunter sorgt einfach ein Anruf bei ihnen für Freude.

Weitere Möglichkeiten, um die Beziehung zwischen Brüdern und Schwestern zu pflegen und würden, sind Einladungen zum Essen oder zu Spaziergängen, materielle Geschenke sind eher unüblich.

Vor der Geburt wurde den jungen Eltern gesagt, dass es zweieiige Zwillinge werden, da sie in zwei Fruchtblasen wuchsen und auch gleich nach der Geburt schien sich dies zu bewahrheiten. „Nach der Entbindung sahen beide sehr unterschiedlich aus. Aber unsere Frauenärztin ahnte bereits, dass sich das ändern wird“, so Kayser. Im Laufe der Zeit sind sich beide Brüder optisch immer ähnlicher geworden. „Die persönliche Entwicklung hingegen geht auseinander“, so der dreifache Vater. „Johann ist etwas ruhiger und cooler, während Jacob lebendiger aber auch ernsthafter ist.“ Sie seien nicht komplett gleich, aber ähnlich, betont Johann. „In der Grundmasse sind wir gleich - wie ein Zylinder. Bei einem aber ist eine Stelle tiefer eingefräst oder anders bearbeitet als beim anderen Zylinder“, vergleicht Jacob sich und seinen Bruder.

Beide von „Herr der Ringe“ fasziniert

Während der DLRG-Prüfung versuchen sich beide Brüder gegenseitig zu beruhigen und zu motivieren. „Ich weiß nicht, was ich ohne meinen Bruder machen könnte“, sagt der 16-jährige Jacob. So haben sich die beide Schüler beispielsweise eine eigene Fantasiewelt aufgebaut - basierend auf den Büchern und Filmen von „Herr der Ringe“. „Das ist unsere Art das Erlebte zu verarbeiten“, sagt Jacob. Glücklich und zufrieden kehren Jacob und Johann Kayser nach Hause und freuen sich über die bestandene Schwimmprüfung.

Auch wenn die Zwillinge vieles gemeinsam haben – für die Zukunft haben beide unterschiedliche Ziele. „Früher wollte ich gerne Archäologie studieren. Jetzt interessiert mich eher die IT-Technologie“, sagt Johann. Jacob hingegen ist sich mit seinem Berufswunsch noch nicht so sicher. „Ich will mir erst mal alles offen lassen und nach dem Abitur schauen.“

Von Johanna Uminski

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