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Schwielowsee entscheidet über Pachtvertrag

Belastete Wilderei Schwielowsee entscheidet über Pachtvertrag

Mit Wilderei müssen sich Fischer damals wie heute auf dem Caputher See herumplagen. Dennoch wollen Manfred Mannheim und sein Junior das Gewässer weiter bewirtschaften. Die Gemeinde Schwielowsee entscheidet nun, ob sie den Pachtvertrag mit den Mannheims von der Binnenfischerei Potsdam fortsetzen wird.

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Manfred Mannheim und sein Sohn wollen in Caputh fischen.

Quelle: Stähle

Schwielowsee. Trotz großer Einbußen durch die anhaltende Wilderei wollen Fischer Manfred Mannheim und Junior dem Caputher See treu bleiben. „Seit 44 Jahren fische ich auf dem Gewässer“, sagt Mannheim. „Wilderei hat es leider immer gegeben, gleichbleibend viel und immer belastend für das Geschäft.“ Hauptproblem sei das Angeln ohne Fischereischein und Angelkarte, die im Fischerhof Seddin gekauft werden kann.

Die Mannheims haben sich trotz der unliebsamen Erfahrungen mit Wilderern bei der Gemeinde Schwielowsee als neuer Eigentümer des Sees um den Pachtvertrag beworben. Wenn der Hauptausschuss der Gemeindevertretung Ende Juni zustimmt, können die Mannheims im Betriebsteil Seddin der Binnenfischerei für weitere 12 Jahre das Gewässer in Caputh über den Seddiner See hinaus bewirtschaften. „Die Fischhege ist eine entscheidende Grundlage für die Renaturierung des Sees“, heißt es in der Begründung der Gemeindeverwaltung zum angestrebten Pachtvertrag.

„Wir haben allein in diesem Jahr bereits annähernd 700 Kilogramm Silber- und Marmorkarpfen aus dem Caputher See gefischt, um das Gewässer zu entlasten“, sagt Manfred Mannheim am Montag auf Nachfrage der MAZ. Er und sein Sohn arbeiten eng mit dem Verein Caputher See zusammen, der sich seit Jahren für die Pflege und Renaturierung des Gewässers engagiert. „Der Karpfen wird aber zum Teil zu Fischsuppe und Boulette verarbeitet, damit er sinnvoll genutzt wird.“

Doch nicht nur die Wilderei sorgt für Verluste der Binnenfischerei. „Der Kormoran macht vor dem Caputher See nicht halt, frisst sich dort gerne und regelmäßig satt. Uns fehlt dann der Fang im Netz.“ Im See werden regelmäßig Aale ausgesetzt, die später dann zum Teil in den Netzen landen. Auf Forellen dagegen kann man lange warten. Für sie ist das Paradies der Silberkarpfen längst nicht gut und klar genug.

Die Gemeinde Schwielowsee entscheidet aber nicht nur über die künftige Zusammenarbeit mit der Binnenfischerei Potsdam sondern auch über den Pachtvertrag mit dem Kreisverband Potsdam der Garten- und Siedlerfreunde. Schließlich betreiben seit 1972 zwei Kleingartenanlagen eine Brauchwasserpumpstation und nutzen Seewasser zur Bewässerung ihrer Gärten. In Abstimmung mit dem Caputher Seeverein soll die Wasserentnahme künftig auf annähernd 18 000 Kubikmeter begrenzt werden. Nach Angaben der Gärtner und Siedler haben sie in den vergangenen Jahren durchschnittlich bis zu 15 000 Kubikmeter im Jahr genutzt.

Für Manfred Mannheim ist es wichtig, dass er mit dem Verein und den Siedlern gut zusammenarbeitet. „Nur wenn wir mit der Gemeinde an einem Strang ziehen, wird der See erhalten und seine Wasserqualität verbessert.“ Im Haushalt der Gemeinde sind deshalb 10 000 Euro festgesetzt, um weitere Untersuchungen für die Pflege des Sees voranzutreiben.

Neun Meter tief

Der Caputher See in der Gemeinde Schwielowsee ist etwa 50 Hektar groß und 1,18 Kilometer lang. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel und Austragungsort für den Caputher Seelauf.

Die maximale Tiefe beträgt neun Meter. Für den See stellen zu viele Wasserpflanzen, Mikroorganismen und eine starke Algenentwicklung im Sommer eine Belastung dar.

Der Verein Caputher See hat sich 2010 gegründet und engagiert sich für den See, seine öffentliche Nutzung und eine bessere Wasserqualität.

Nach vielen Jahren des Ringens um den See wurde er 2014 vom Land Brandenburg an die Gemeinde übertragen. Das Gewässer ist Bestandteil eines Paketes von 36 Seen, das vom Land erworben und an Kommunen übergeben wurde.

Auf dem Grund des Sees befindet sich eine dicke Faulschlammschicht, in der sich aufgrund des fehlenden Sauerstoffs Faulgase wie Methan und Schwefelwasserstoff bilden.

Von Regine Greiner

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