Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Schwielowsee Anschlussstelle Ferch und Kreisstraße sind wieder frei
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwielowsee Anschlussstelle Ferch und Kreisstraße sind wieder frei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:41 05.10.2018
Michael Holm (Baufirma Bunte), Holger Behrmann (Deges) und Ministerin Kathrin Schneider (v.l.) geben den Anschluss Ferch wieder frei. Quelle: Luise Fröhlich
Ferch

Gute Nachrichten von der A10-Dauerbaustelle: Die ersten fünf auf acht Streifen ausgebauten Kilometer zwischen dem Dreieck Potsdam und der Eisenbahnbrücke am Bahnhof Seddin sind fast fertig ausgebaut. Auf der südlichen Fahrbahn rollt der Verkehr bereits auf vier Spuren bei Tempo 120. Ab übernächste Woche Montag (15. Oktober) gilt die freie Fahrt in dem Abschnitt auch auf der nördlichen Fahrbahn, wie Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) am Freitag bekannt gab. Gemeinsam mit Holger Behrmann, Projektleiter bei der bundeseigenen Planungsgesellschaft Deges, und Michael Halm von der Baufirma Johann Bunte, nahm sie zudem die Anschlussstelle Ferch wieder in Betrieb. Im Laufe des Freitags sind die Sperren beseitigt worden. Die Auf- und Abfahrten waren seit dem 13. August dicht. Auch die Kreisstraße zwischen Ferch und Neuseddin ist wieder frei.

Auf die schrittweise Freigabe der achtspurigen A10 haben sich das Land Brandenburg, die Deges und die Baufirma erst im Mai 2017 geeinigt. Die Bauarbeiten zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam hatten im April 2016 begonnen. Grund für die Änderung im Ablauf war vor allem das hohe Unfallrisiko in dem Baustellenbereich. „Dass die Unfallzahlen so drastisch angestiegen sind, hat uns sehr beunruhigt. Die Lkw-Unfälle haben sich inzwischen verdoppelt“, sagte Kathrin Schneider. Eine vier Kilometer lange Baustelle berge weniger Risiko als eine acht Kilometer lange. Zudem laufe der Verkehr flüssiger, der sonst wegen des überproportionalen Lkw-Anteils in der Baustelle zusätzlich gebremst werde. „Wir wollen den Autobahnabschnitt so schnell wie möglich fertig kriegen“, betonte die Verkehrsministerin.

Projekt liegt im Plan

Dabei konnte sie weitere gute Nachrichten verkünden, denn das Projekt befindet sich sowohl was den Zeitplan als auch die Kosten angeht im gestellten Rahmen. Bis Mitte 2020 soll der Ausbau abgeschlossen sein. Das bei 150 Millionen Euro gesetzte Limit wird laut Deges eingehalten. In einem Monat soll auch der Verkehr im verbleibenden Baustellenstück auf die neue Fahrbahn übergeleitet werden, kündigte Deges-Projektleiter Holger Behrmann an. Sie bleibt vorerst dreispurig. Mit diesem Schritt fällt auch die Behelfsbrücke an der Unterführung der L73 weg, die für zusätzliches Unfallpotenzial sorgt. „Viele Kraftfahrer irritiert diese Stelle, weil es aussieht, als würde man auf der rechten Spur von der Autobahn abfahren. Manche wechseln dann hektisch die Spur“, erklärte er.

Deges-Projektleiter Holger Behrmann zeigt den fast fertig ausgebauten Abschnitt.  Quelle: Luise Fröhlich

Ende 2019 steht der nächste Meilenstein bevor. Dann soll der zweite Bauabschnitt zwischen der Tank- und Rastanlage Michendorf und dem Dreieck Nuthetal fertig sein. Auf dem Rasthof entstehen 180 zusätzliche Lkw-Stellplätze, derzeit gibt es nur 60, die dem Bedarf längst nicht mehr standhalten. Zwischen dem Dreieck Nuthetal und Michendorf-Nord ist die Fahrbahn bereits fertig. Der letzte Bauabschnitt liegt zwischen der Rastanlage Michendorf und auf Höhe der Eisenbahnunterführung Seddin. Trotz der ersten Freigabe bleibe der Bereich eine Baustelle, sagte Kathrin Schneider. Eventuell wird das Tempolimit auf dem neuen Stück sogar wieder heruntergeschraubt. Auch der Dauerblitzer bleibt: „Ohne Kontrolle funktioniert es nicht“, so die Ministerin.

Anschlussstelle umgestaltet

Das Thema Sicherheit stand auch bei der Umgestaltung der Anschlussstelle Ferch im Vordergrund, wie Holger Behrmann schilderte. Von den früheren Rampen sind nur noch Überreste zu sehen. „Jetzt haben wir zwei Kreisverkehre, die den Vorteil haben, dass wir das Tempo zwischen ihnen runterkriegen. Wer mit dem Auto aus dem Wald kommt, muss zwangsweise abbremsen.“

Der heiße Sommer wirkte sich günstig auf den Zeitplan aus, wie Michael Halm von der Baufirma erklärte. Dank der Trockenheit sei beispielsweise die Fahrbahn rund um die Anschlussstelle von sehr guter Qualität.

Wo sich Transit- und Pendlerverkehr trifft

Neuralgischer Punkt innerhalb dieser A10-Baustelle ist das Dreieck Nuthetal, das unter Polizisten auch das „Bermudadreieck“ heißt.

Zwischen ihm und der Abfahrt Michendorf verkehren täglich in beide Richtungen mehr als 100.000 Fahrzeuge, darunter 20 Prozent Lastwagen. In der Prognose für 2025 stehen 117.000 bis 126.000 Kraftfahrzeuge pro Tag. Am Dreieck Nuthetal treffen und teilen sich der Transitverkehr nach Polen und die Pendler, die nach Berlin wollen oder von dort kommen.

In den 150,7 MillionenEuro Gesamtkosten sind 8,8 Millionen für die Erweiterung der Rastanlage Michendorf-Süd enthalten. Dort sollen neben 180 Lkw-Plätzen 150 weitere für Pkw entstehen.

Die neue Anschlussstelle Michendorf-Nord ist seit Anfang September September wieder in Betrieb.

Von Luise Fröhlich

Nach der Umfrage unter den jüngsten Schwielowseern soll nun die Umsetzung der Ideen und Wünsche beginnen. Ein erster Punkt von der Wunschliste wird beim Workshop-Tag am Sonnabend bereits aufgegriffen: ein Parkour-Training.

03.10.2018

Erfolg für die Bürgerinitiative in Wildpark-West: Ein fraktionsübergreifender Antrag zur Beauftragung eines unabhängigen Baumgutachters wurde vom Gemeinderat angenommen.

03.10.2018

Über ein Jahr Baustelle: Ab jetzt können Autofahrer wieder den direkten Weg zwischen Caputh und Potsdam nehmen. Die sanierte Straße wurde am Montagmorgen freigegeben.

01.10.2018