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Schwielowsee Eichenprozessionsspinner wieder aktiv
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwielowsee Eichenprozessionsspinner wieder aktiv
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02:21 19.05.2018
An der Autobahnabfahrt in Ferch gleich hinter dem Kreisverkehr: Hier tummelt sich der Eichenprozessionsspinner gerne. Quelle: Anne Knappe
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Schwielowsee

Der Eichenprozessionsspinner ist derzeit wieder aktiv: In der Gemeinde Schwielowsee sind 800 Bäume von der Schmetterlingsraupe befallen, teilte Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) auf MAZ-Nachfrage mit.

Befallen sind mehrere Gebiete: in Geltow in der Hauffstraße und beidseitig auf der B1 von der Baumgartenbrücke bis zur Ampel am Hellweg, in Caputh Am Sonnenhang bis Schmerberger Weg und in Ferch im Kiefernwald, auf dem Europaradweg, am Mittelbusch bis zur Autobahnbrücke, am Parkplatz Mittelbusch und an der Kita in Ferch.

Die Raupen wandern in Formationen die Baumstämme der Eichen rauf und fressen die Blätter leer. Ganze Bäume werden auf diese Weise innerhalb kürzester Zeit leer. „Das erträgt so ein Baum vielleicht einmal – aber im Verlauf von mehreren Jahren sterben sie ab“, sagt Katrin Möller, Leiterin Waldschutz beim Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde.

Auch für den Menschen können sie unangenehm werden: Ab dem dritten von sechs Larvenstadium besitzen die Raupen bis zu zwei Zentimeter lange Härchen mit mehreren Spitzen. Besonders viele davon gibt es dann in den Gespinsten. Brechen sie ab, fliegen sie durch die Luft und können in die Haut, Augen oder Atemwege eindringen. Dort setzten sie einen Eiweißstoff frei, der allergische Reaktionen auslöst. Juckreiz, Quaddeln, Eiterbläschen können sich bilden. Im schlimmsten Fall droht sogar Atemnot.

Um gegen die Raupen vorzugehen, sprüht eine Groß Kreutzer Baumpflegefirma punktuell vom Boden aus. Mit der Firma habe man im letzten Jahr bereits erfolgreich zusammengearbeitet, hieß es. Eingesetzt wird dieses Mal aber nicht mehr das Biozid Dipel ES, das über Jahre eingesetzt wurde, sondern Foray ES. Der Wirkstoff sei aber der gleiche, sagt Landesforstexpertin Möller. „Es ist ein Bakterienpräperat, dass es im heimischen Boden gibt, das Foray ES greift auf den gleichen Bakterienstamm zurück“, so die Expertin. Nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip schädigen die Bakterientoxine den Darm. „Es kommt zu einer Art Darmgrippe bei den Schmetterlingsraupen – die Larven vertrocknen sozusagen von innen“, erklärt Möller.

Mittel baut sich rasch ab

Es handle sich um ein Fraßgift, dass für alle anderen Tiere wie beispielsweise Bienen oder Vögel nicht giftig ist. Nach ein bis zwei Wochen würde es sich schon abbauen. Außerdem würde es sich durch den Nachwuchs der Eichenblätter quasi ganz natürlich verdünnen. Dass Menschen in der Behandlungszeit nicht in den Wald gehen sollten, zum Beeren sammeln oder Ähnlichem, sei eine reine „sehr hoch angesetzte Vorsichtsmaßnahme“. Generell sei das Mittel „das schonendste Mittel, was man im Moment nutzen kann“, weiß Möller. Die Bevölkerung sei insgesamt aber ruhiger geworden. „Die Leute haben gelernt, damit umzugehen“, sagt Möller. Wer mit den Haaren der Raupe in Kontakt gekommen ist, sollte die Kleidung – am besten im Freien – wechseln. Danach gründlich duschen, Haare waschen und die Augen ausspülen.

Seit Jahren kämpft die Gemeinde mit dem Schädling. 2013 sei der Eichenprozessionsspinner von der Gemeinde Schwielowsee und der Landesforstverwaltung großflächig bekämpft worden. Auch im Potsdamer Raum war die Plage damals groß. Seitdem sieht die Entwicklung insgesamt aber positiv aus. „Der Wald ist nicht mehr so betroffen seitdem“, sagt Möller. Das bestätigt auch Kerstin Hoppe (CDU): „Es ist ein Rückgang in 2018 zu verzeichnen“, so die Bürgermeisterin. So hätte es in diesem Jahr auch noch keine Meldungen aus der Bevölkerung gegeben. Im Haushalt wurden 15 ooo Euro für die Bekämpfung eingestellt. Davon werden voraussichtlich 11 000 Euro benötigt, hieß es. Am Freitag sollen die Behandlungsmaßnahmen in der Gemeinde abgeschlossen sein.

Von Anne Knappe

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